
Zoo von Martinique – Habitation Latouche
Martinique
Der Zoo von Martinique liegt auf dem Gelände der historischen Habitation Anse Latouche, einer der ältesten kolonialen Plantagen der Insel, gegründet in den 1640er-Jahren. Die Plantage gehörte ursprünglich Guillaume Dorange und später François-Samuel Levassor de Latouche, dessen Name bis heute mit dem Anwesen verbunden ist. Die Anlage war eine bedeutende Zuckerplantage und erlebte wichtige historische Ereignisse, darunter den Gaoulé-Aufstand von 1717 durch Plantagenbesitzer. Die Gebäude der Plantage wurden größtenteils bei der katastrophalen Eruption des Mount Pelée im Jahr 1902 zerstört; die Ruinen sind vor Ort erhalten geblieben. Seit 2014 wurde das Gelände in einen botanischen Garten und zoologischen Park umgewandelt und bietet Besuchern eine einzigartige Mischung aus natürlicher Schönheit und historischem Erbe. Das ehemalige Herrenhaus, das mindestens aus dem Jahr 1720 stammt, ist ein zweistöckiges Gebäude im kolonialen Stil mit vielen Öffnungen für Licht und Luft; im Mittelpunkt steht ein Garten mit einem Brunnen aus dem Jahr 1743. Der Zoo ist täglich geöffnet – unter anderem mit Tierbegegnungen wie Jaguaren und Silberaffen – und legt den Fokus auf Forschung, Naturschutz und das Wohl der Tiere. Besucher können außerdem die Ruinen der Sklavenunterkünfte, eine Indigo-Fabrik, eine Zuckerrohr-Mühle sowie weitere Anlagen der Plantage erkunden. So wird der Ort zu einem besonders lohnenden Ziel, das Geschichte, Kultur und Biodiversität verbindet.
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Tipp: Der Zoo von Martinique ist täglich von 9:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, die letzte Einlasszeit ist 16:30 Uhr. Tierbegegnungen finden täglich statt, darunter Jaguar-Präsentationen um 11:45 Uhr und Sitzungen mit Silberaffen mittwochs um 15:00 Uhr. In der Hochsaison wird empfohlen, Tickets im Voraus zu kaufen und nach verfügbaren Rabatten zu fragen. Ein Besuch am Vormittag ist angenehmer, da es kühler ist, und die Tiere sind aktiver. Der Zoo legt besonderen Wert auf ethische Standards und Naturschutz – ein lehrreicher Ausflug für Familien und Naturliebhaber.
Interessante Fakten
- •Die Plantage war Schauplatz des Gaoulé-Aufstands von 1717, bei dem lokale Plantagenbesitzer königliche Beamte inhaftierten.
- •Das ursprüngliche Herrenhaus hatte einen Fußboden aus schwarzem und weißem Marmor sowie im zentralen Garten einen Brunnen aus dem Jahr 1743.
- •Ruinen von Sklavenunterkünften mit 24 Häusern sind über den Latouche-Fluss hinweg auf der Seite von Saint-Pierre noch sichtbar.
- •Zur Plantage gehörten vielfältige Einrichtungen wie eine Indigo-Fabrik, eine Zuckerrohr-Mühle, eine Schmiede, Töpfereien und ein Aquädukt.
- •Das Anwesen wurde durch die Eruption des Mount Pelée im Jahr 1902 zerstört – ein Unglück, das auch das Leben der Besitzerfamilie forderte.
Geschichte
Die Habitation Anse Latouche wurde in den 1640er-Jahren gegründet und gehört zu den ältesten Plantagen Martinique.
Sie gehörte zunächst Guillaume Dorange und später François-Samuel Levassor de Latouche, der dem Anwesen seinen Namen gab.
1717 war die Plantage Schauplatz des Gaoulé-Aufstands, bei dem Plantagenbesitzer königliche Vertreter festhielten, die sich gegen neue Beschränkungen im Zuckerhandel wandten.
Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Anwesen mehrfach den Besitzer, unter anderem in den Händen der Familie Banchereau und später der Familie Crassous.
Die Eruption des Mount Pelée im Jahr 1902 verwüstete die Plantage: Das Haupthaus wurde zerstört und die Familie, die dort lebte, kam ums Leben.
Später wurde der Ort zunächst in einen botanischen Garten umgewandelt und schließlich in den Zoo von Martinique, der 2014 eröffnete.
Ortsführer
Ruinen des Herrenhauses1720
Reste des kolonialen zweistöckigen Hauses, das mindestens aus dem Jahr 1720 stammt, mit rotem Ziegelmauerwerk, marbreierten Fliesenböden und einem Garten mit einem Brunnen aus dem 18. Jahrhundert. Das Haus wurde bei der vulkanischen Eruption von 1902 zerstört, doch seine Ruinen sind als historisches Wahrzeichen erhalten.
Sklavenunterkünfte
Ruinen von 24 Sklavenhäusern, die sich auf der anderen Seite des Latouche-Flusses auf einem kleinen Hügel befinden und auf den Wasserlauf blicken. Sie veranschaulichen die Lebensbedingungen der versklavten Arbeiter auf der Plantage.
Industrielle Ruinen
Überreste der Infrastruktur der Plantage: unter anderem eine Indigo-Fabrik, ein Bereich zur Verarbeitung von Maniok, Töpfereien, eine Zuckerrohr-Mühle, eine Schmiede, ein Schieber (Schleusentor), ein Damm und ein Aquädukt. So wird die Eigenständigkeit und die industrielle Aktivität der Plantage sichtbar.
Tierbegegnungen im Zoo2014
Täglich geplante Tierpräsentationen wie Jaguar-Begegnungen um 11:45 Uhr und Sitzungen mit Silberaffen mittwochs um 15:00 Uhr – mit lehrreichen Erlebnissen, die auf Naturschutz und das Wohl der Tiere ausgerichtet sind.
Kontakt
Telefon: 0596 52 76 08