Schoelcher-Bibliothek

Martinique

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Die Schoelcher-Bibliothek in Fort-de-France, Martinique, ist eine öffentliche Départementsbibliothek, benannt nach Victor Schœlcher, einem französischen Abolitionisten und Politiker. Die Bibliothek wurde gegründet, um allen – besonders den ehemals Versklavten – einen offenen Zugang zu Wissen zu ermöglichen. Das Gebäude wurde von dem Architekten Pierre-Henri Picq entworfen und ursprünglich als Indochina-Pavillon auf der Pariser Weltausstellung 1889 gezeigt, bevor es abgebaut, nach Martinique verschifft und dort wiederaufgebaut wurde. Besonders hervorzuheben ist der architektonische Stil der Bibliothek: eine eklektische Mischung aus byzantinischen, Art-déco-? (Art Nouveau), ägyptischen und westlich-klassischen Einflüssen – sichtbar unter anderem an einem metallischen Skelett und einer großen Glas-Kuppel, die den Lesesaal erhellt. Die Sammlung umfasst rund 130.000 Bände, mit einem Schwerpunkt auf karibischer Literatur und Geschichte. Seltene Stücke werden bewahrt, darunter ein Exemplar von Victor Hugos „Quatrevingt-treize“ sowie ein lateinisches Navigationslehrbuch aus dem 17. Jahrhundert. Trotz Rückschlägen wie dem Brand von 1890 und einem tropischen Wirbelsturm im Jahr 1891 wurde die Bibliothek 1893 eröffnet und ist bis heute ein Kulturdenkmal – seit 1993 als historisches Monument gelistet. Sie steht als Symbol für Bildung, kulturelles Erbe und das Vermächtnis der Abolitionisten in der Karibik.

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Tipp: Besucherinnen und Besucher sollten die Bibliothek vor allem unter der Woche erkunden, wenn sie vollständig in Betrieb ist und es ruhiger ist. Eine telefonische Vorab-Anfrage kann helfen, die Öffnungszeiten und etwaige Sonderausstellungen zu bestätigen. Der Zugang ist kostenlos, und wer sich für karibische Geschichte und Literatur interessiert, wird in den Beständen besonders fündig. Es gibt keine speziellen Ticketanforderungen, dennoch wird empfohlen, die ruhige Atmosphäre im Lesesaal zu respektieren.

Interessante Fakten

  • Das Bibliotheksgebäude war ursprünglich der Indochina-Pavillon auf der Pariser Weltausstellung 1889, bevor es nach Martinique verlegt wurde.
  • Die ursprüngliche Sammlung umfasste 10.000 Bücher und 250 musikalische Partituren, die von Victor Schœlcher – einem bedeutenden Abolitionisten – gestiftet wurden.
  • Etwa 1.200 Bücher überstanden den schweren Brand von 1890, darunter ein Exemplar von Victor Hugos „Quatrevingt-treize“, das der Autor persönlich gewidmet hat.
  • Der architektonische Stil der Bibliothek verbindet auf einzigartige Weise Elemente des Byzantinischen, Art Nouveau, Ägyptischen und des westlichen Klassizismus.
  • Sie besitzt ein metallisches Skelett – ähnlich dem der nahegelegenen Saint-Louis-Kathedrale, die ebenfalls von demselben Architekten Pierre-Henri Picq entworfen wurde.

Geschichte

000

Die Schoelcher-Bibliothek wurde nach einer Schenkung von Victor Schœlcher gegründet: Er übergab dem Generalrat von Martinique seine persönliche Sammlung mit 10.000 Büchern und 250 musikalischen Partituren – unter der Bedingung, dass sie für alle zugänglich sein muss, insbesondere für ehemals Versklavte.

1889

Das von Pierre-Henri Picq entworfene Gebäude war zunächst 1889 in Paris ausgestellt, bevor es nach Fort-de-France transportiert und dort wieder aufgebaut wurde.

1890

Die Bibliothek hatte mit großen Herausforderungen zu kämpfen: 1890 zerstörte ein schwerer Brand den Großteil der ursprünglichen Sammlung, und 1891 verzögerte ein tropischer Wirbelsturm die Eröffnung.

1893

Trotz dieser Rückschläge wurde die Bibliothek offiziell 1893 eröffnet.

130

Im Laufe der Zeit wuchs der Bestand auf etwa 130.000 Bände an, und 1993 wurde die Bibliothek als historisches Monument klassifiziert.

Ortsführer

1
Reading Room and Glass Dome1889
Pierre-Henri Picq

Dieser zentrale Raum wird von einer großen Glas-Kuppel erleuchtet und zeigt das einzigartige Metallgerüst der Bibliothek – so entsteht eine luftige und inspirierende Umgebung zum Lesen.

2
Library Facade and Mosaic Fronton1889
Pierre-Henri Picq

Die äußere Fassadenfront zeigt farbenfrohe Mosaike und Friesreliefs mit den Namen großer französischer Schriftsteller – ein Ausdruck der Hingabe der Bibliothek an Literatur und Kultur.

3
Historic Collections

Die Bibliothek beherbergt eine bedeutende Sammlung karibischer Literatur und seltener historischer Dokumente, darunter ein lateinisches Navigationslehrbuch aus dem 17. Jahrhundert und den Code Noir, ein Dekret zur Regelung der Sklaverei in französischen Kolonien.

Kontakt

Telefon: 0596 55 68 30