
Parc des Buttes-Chaumont
Île-de-France
Der Parc des Buttes-Chaumont ist ein markanter öffentlicher Park im 19. Arrondissement von Paris. Er erstreckt sich über nahezu 25 Hektar und ist damit der fünftgrößte Park der Stadt. Er wurde 1867 in der Regierungszeit von Napoleon III. eröffnet und von dem Ingenieur Adolphe Alphand gemeinsam mit den Gärtnern Jean-Pierre Barillet-Deschamps und Édouard André entworfen. Der Park ist besonders bekannt für seine dramatische Landschaftsgestaltung, die eine gebirgige Landschaft nachahmt – mit steilen Klippen, einer Grotte, Wasserfällen und einem künstlichen See, der die felsige Île de la Belvédère umschließt. Auf dieser Insel steht der Temple de la Sibylle, ein kleines Tempelbauwerk im römischen Stil, das vom Tempel der Vesta in Tivoli (Italien) inspiriert ist und 50 Meter über dem See einen Panoramablick bietet. Ursprünglich war es ein karger Hügel und ein ehemaliger Steinbruch mit düsterer Vergangenheit: Als Ort für öffentliche Hinrichtungen und zum Abladen von Müll wurde das Gelände später durch umfangreiche Erdarbeiten umgestaltet – unter anderem mit Terrassierungen, dem Aufbringen von Boden und dem Einsatz von Sprengstoffen, um die Landschaft zu formen. Die geschwungenen Wege, Brücken und üppigen Pflanzungen sorgen für eine romantische Atmosphäre im Stil eines englischen Gartens und bieten inmitten eines dichten Stadtgebiets eine grüne Auszeit. Das Konzept spiegelt die Vorstellungen von Baron Haussmann bei der Pariser Stadterneuerung wider: Grünflächen für die wachsende Bevölkerung sollten im Mittelpunkt stehen.
Planen Sie Ihre Reise nach Frankreich mit KI
Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.
Tipp: Der Park ist das ganze Jahr über zugänglich und am schönsten im Frühling und Sommer, wenn die vielfältige Flora in voller Blüte steht. Besucher sollten an Wochenenden früh ankommen, um ruhigere Wege zu genießen und einen leichteren Zugang zum Aussichtspunkt am Temple de la Sibylle zu haben. Einige Bereiche – etwa der Spielplatz nahe der Rue de Crimée – können vorübergehend wegen Renovierungsarbeiten geschlossen sein. Daher lohnt sich ein Blick auf die offizielle Website für aktuelle Hinweise. Der Park ist gut an das nahegelegene Metro-Netz angebunden: Buttes-Chaumont und Botzaris (Linie 7 bis) ermöglichen einen bequemen Zugang. Es sind keine Tickets im Voraus nötig, da der Eintritt frei ist. Familien und Naturfreunde finden viel Platz für Picknicks und entspannte Spaziergänge.
Interessante Fakten
- •Der Temple de la Sibylle auf der zentralen Insel des Parks ist nach dem römischen Tempel der Vesta in Tivoli (Italien) gestaltet.
- •Der Park wurde auf einem ehemaligen Gipssteinbruch- und Deponiegelände erbaut, das durch umfangreiche Landschaftsgestaltung und technische Maßnahmen umgewandelt wurde.
- •Die Felsen des Parks steigen etwa 50 Meter über dem künstlichen See auf und schaffen dadurch besonders eindrucksvolle Ausblicke mitten in der Stadt.
- •Der Ort war historisch als Chauve-mont („kahler Hügel“) bekannt, da der Boden unfruchtbar war.
- •Das Gibbet of Montfaucon, eine mittelalterliche Hinrichtungsstätte, befand sich hier bis 1760.
- •Der Park umfasst 5,5 Kilometer Straßen und 2,2 Kilometer Spazierwege, die sich durch abwechslungsreiches Gelände schlängeln.
Geschichte
Das Gelände des Parc des Buttes-Chaumont war ursprünglich ein trostloser, unfruchtbarer Hügel, der wegen seines gipshaltigen Bodens als Chauve-mont bekannt war, da dort kaum Vegetation wachsen konnte.
Vom 13.
Jahrhundert bis 1760 galt der Ort als berüchtigte Hinrichtungsstätte: Hier stand das Gibbet of Montfaucon, an dem die Körper hingerichteter Verbrecher zur Schau gestellt wurden.
Nach der Französischen Revolution wurde das Areal zu einer Müllhalde und zu einem Ort, an dem Pferdekadaver zerlegt und Abwässer entsorgt wurden.
Außerdem gab es Steinbrüche, in denen Kalkstein und Gips gewonnen wurden, bis diese Nutzung in den 1850er-Jahren endete.
1860 wurde das Gebiet Paris angegliedert, und Baron Haussmann wählte es für einen neuen Park aus, der die wachsenden nordöstlichen Arrondissements versorgen sollte.
Der Bau begann 1864 unter Adolphe Alphand: Die raue Landschaft wurde in einen Park verwandelt – mit künstlichen Felsen, einem See und vielfältigen Pflanzungen.
Der Park wurde offiziell am 1.
April 1867 eröffnet, zeitgleich mit der Pariser Weltausstellung.
Ortsführer
Temple de la Sibylle1867
Ein kleiner römischer Tempel, der oben auf der felsigen Île de la Belvédère thront und vom Tempel der Vesta in Tivoli inspiriert ist. Von 50 Meter über dem See bietet er Panoramablicke auf den Park und auf Paris.
Künstlicher See und Île de la Belvédère1867
Ein 1,5 Hektar großer künstlich angelegter See, der eine felsige Insel mit steilen Klippen umschließt. Der See und die Insel wurden im Zuge der Umgestaltung des Parks aus einem Steinbruchgelände geschaffen – mit Brücken und geschwungenen Wegen für Besucher, die es erkunden können.
Grotte und Wasserfall1867
Eine Grotte im Inneren unter den Klippen mit einem spektakulären Wasserfall, der mithilfe hydraulischer Pumpen entsteht. Das verstärkt die Illusion eines Gebirgslands und bietet zugleich ein ruhiges, natürlich wirkendes Element.
Wege und Straßen im Park
Der Park umfasst 5,5 Kilometer Straßen und 2,2 Kilometer Spazierwege – darunter auch benannte Alleen wie die Avenue Alphand und die Avenue de la Cascade. Sie schlängeln sich durch Rasenflächen, Waldstücke und Felsvorsprünge.