
Filitosa
Corse
Filitosa ist eine bedeutende prähistorische Fundstätte im Süden Korsikas (Frankreich). Berühmt ist sie für ihre umfangreiche Sammlung megalithischer Statuen und Bauwerke, die vom späten Neolithikum bis zur Bronzezeit und darüber hinaus datieren. Die Anlage wurde 1946 entdeckt. Dort finden sich bearbeitete Menhire—aufrecht stehende Steine mit Darstellungen menschlicher Gesichter, Rüstung und Waffen—die vermutlich um 1500 v. Chr. errichtet wurden. Später wurden diese Statuen umgeworfen und von den Torreanern weiterverwendet: Sie errichteten kreisrunde Steintürme, die „torri“, möglicherweise als Tempel genutzt. Das Gelände erstreckt sich auf einem Hügel mit Blick auf das Tal von Taravo; gut erhaltene Reste sind unter anderem ein zentrales castellum mit Häusern und Türmen. Besucher können Hüttenfundament-Plattformen, Ausrichtungen der Statuen sowie einen nahegelegenen Granitsteinbruch erkunden. Filitosa gilt als eine der rätselhaftesten und zugleich schönsten Sammlungen prähistorischer Kunst im Mittelmeerraum und ist als historisches Denkmal klassifiziert sowie Teil einer Liste mit 100 historisch bedeutenden Mittelmeer-Stätten.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch in Filitosa sind die milderen Monate im Frühling und im Herbst—so genießen Sie angenehmes Wetter und schöne Ausblicke. In der Hauptsaison empfiehlt es sich, Tickets im Voraus zu kaufen, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Da das Gelände uneben ist und es überwiegend Outdoor-Pfade gibt, sollten Besucher bequeme Wanderschuhe tragen. Geführte Touren werden angeboten und sind empfehlenswert, um den historischen Kontext sowie die Details der Statuen und Bauwerke wirklich zu verstehen. Für Schüler, Senioren und Gruppen können Ermäßigungen verfügbar sein. Vor Ort gibt es informative Beschilderung und Einrichtungen, die den Besuch angenehmer machen.
Interessante Fakten
- •Filitosa beherbergt etwa zwanzig Menhire—das entspricht ungefähr der Hälfte der gesamten megalithischen Statuen Korsikas.
- •Die Darstellungen zeigen häufig bewaffnete Figuren mit Schwertern oder Dolchen sowie Helme und veranschaulichen so eine frühe Symbolik des Kriegers.
- •Die Stätte umfasst einen Granitsteinbruch, aus dem die Megalithen gewonnen wurden; er liegt sichtbar hinter einem antiken Olivenbaum, der über 2000 Jahre alt ist.
- •Die torri-Bauwerke sind außergewöhnlich gut erhalten und könnten als Tempel oder als Verteidigungstürme gedient haben.
- •Die heutige Anordnung der Statuen vor Ort ist ein moderner, touristisch ausgerichteter Aufbau—nicht ihre ursprüngliche prähistorische Positionierung.
Geschichte
Filitosa wurde erstmals 1946 vom Landbesitzer Charles-Antoine Cesari erkannt und anschließend von 1954 bis 1972 durch den Archäologen Roger Grosjean ausgegraben.
Die Anlage belegt eine durchgängige menschliche Nutzung von etwa 3300 v.
Chr.
durch die Bronzezeit hindurch bis in die römische Zeit.
Um 1500 v.
Chr.
wurden Menhire mit eingemeißelten menschlichen Zügen errichtet; später wurden sie umgeworfen und von der Kultur der Torreaner wiederverwendet, die kreisrunde Steintürme errichtete—bekannt als torri.
1967 und 1980 wurde die Stätte als historisches Denkmal eingestuft und als eine der 100 historisch bedeutenden Stätten im Mittelmeerraum anerkannt.
Ortsführer
Zentrales castellum (Castellu)Bronze Age
Ein großer, umschlossener Raum, der aus massiven Granitblöcken gebildet wird—mit einem zentralen kreisförmigen Gebäude, umgeben von benachbarten langgestreckten Häusern mit geschwungenen Mauern. Das Ensemble umfasst zwei Türme an jeweils beiden Enden. Der westliche Turm bewahrt Räume im Erdgeschoss und liefert Hinweise auf ein zusätzliches Obergeschoss.
Statuen-MenhireCirca 1500 BC
Massive, geschnitzte aufrechte Steine mit menschlichen Silhouetten, häufig in geometrischem Stil, mit detaillierten Gesichtszügen wie Augen, Mund, Nase und Kinn. Viele Figuren sind mit Schwertern oder Dolchen bewaffnet; einige tragen Darstellungen von Helmen und Schultergurten. Die Statuen spiegeln komplexe künstlerische und symbolische Traditionen der Vorgeschichte wider.
Torri-BauwerkeBronze Age
Kreisrunde Steintürme, die von den Torreanern errichtet wurden, nachdem die Menhire umgeworfen worden waren. Diese Bauwerke sind gut erhalten und könnten als Tempel oder als defensive Gebäude gedient haben. Sie sind entscheidend für das Verständnis der kulturellen Übergänge in der Bronzezeit an der Fundstätte.
Granitsteinbruch
Der Steinbruch liegt hinter einem antiken Olivenbaum. Hier wurden die megalithischen Steine gewonnen, aus denen die Statuen und Monumente in Filitosa geschaffen wurden. Er gibt Einblicke in die prähistorischen Techniken der Steinbearbeitung sowie in die Nutzung der Ressourcen.
Kontakt
Telefon: 04 95 74 00 91