
GR20 Trail
Corse
Der GR20 Trail, der auch lokal als Sentier de Grande Randonnée 20 bekannt ist, ist ein anspruchsvoller Fernwanderweg, der die gebirgige Mittelachse Korsikas durchquert. Er erstreckt sich über rund 180 Kilometer von Calenzana im Norden bis Conca im Süden. Berühmt ist er für den erheblichen Höhenunterschied von etwa 12.000 Metern sowie für das raue Gelände – und zählt damit zu den schwierigsten GR-Routen in Frankreich. Weltweit gilt er zudem als einer der Top-Wanderwege. Der Trail ist in zwei Hauptabschnitte unterteilt: den nördlichen Teil, der von steilen und felsigen Passagen geprägt ist, sowie den südlichen Teil, der zwar etwas einfacher ist, im Sommer jedoch oft heißer werden kann. Entlang der Strecke treffen Wanderer auf Bergunterkünfte, die Refuges, bieten Schutz und unterschiedlich ausgestattete Möglichkeiten für Übernachtung sowie Verpflegung. Campen ist nur in der Nähe dieser Refuges erlaubt – nicht direkt entlang des Trails. Der GR20 zieht jährlich zwischen 10.000 und 20.000 Wanderer an. Viele schaffen die komplette Strecke in etwa 15 Tagen, einige erfahrene Wanderer schaffen sie aber auch in weniger Tagen. Der Weg ist gut markiert und führt durch den Parc naturel régional de Corse, sodass man immer wieder atemberaubende Ausblicke auf die Natur Korsikas genießt. Vizzavona dient als praktischer Mittelpunkt: Dank des Bahnhofs können Wanderer jede der beiden Hälften beginnen oder beenden und in nahegelegene Orte gelangen. Entwickelt wurde der Trail in den 1960er-Jahren und offiziell genehmigt wurde er 1971. Seitdem gibt es fortlaufende Verbesserungen und umweltfreundliche, ökologisch verantwortungsvolle Maßnahmen, um mit der wachsenden Beliebtheit umzugehen. Die Kombination aus anspruchsvollem Gelände, beeindruckender Landschaft und kultureller Bedeutung macht den GR20 zu einem echten Bucket-List-Abenteuer für erfahrene Wanderer.
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Tipp: Die beste Zeit für die Wanderung auf dem GR20 ist der Zeitraum zwischen Mitte Juni und Anfang November, wenn die Wetterbedingungen in der Regel günstig sind. Wanderer sollten sich auf eine fordernde Bergtour mit der richtigen Ausrüstung und körperlicher Fitness vorbereiten. Es empfiehlt sich, Unterkünfte in den Refuges im Voraus zu buchen – besonders in der Hauptsaison, da die Plätze begrenzt sind. Campen ist nur in der Nähe von Refuges erlaubt, also entsprechend planen. Der Trail lässt sich in zwei Teile aufteilen – nach Norden und nach Süden – wobei Vizzavona als bequemer Zugangspunkt dient. Man sollte bedenken, dass sich das Wetter rasch ändern kann und in einzelnen Abschnitten bei anhaltendem Schnee zu Saisonbeginn technisches Material wie Steigeisen oder Eispickel erforderlich sein kann. Nehmen Sie ausreichend Essen und Wasser mit und berücksichtigen Sie bei der Planung der Tagesetappen die Schwierigkeit des Trails.
Interessante Fakten
- •Der GR20 gilt als einer der schwierigsten Fernwanderwege Europas, vor allem wegen der steilen Anstiege und des felsigen Geländes.
- •Etwa 10.000 bis 20.000 Wanderer absolvieren den Trail jährlich; einige schaffen ihn in nur 5 bis 10 Tagen.
- •Der Trail ist in nördliche und südliche Abschnitte unterteilt, wobei Vizzavona als wichtiger Mittelpunkt gilt – dank der Anbindung per Zug.
- •Campen ist streng geregelt und nur in der Nähe von Bergunterkünften erlaubt, die Refuges genannt werden.
- •Der Männer-Speedrekord für die gesamte Strecke liegt bei 30 Stunden und 25 Minuten und wurde 2021 von Lambert Santelli aufgestellt.
- •Der Speedrekord der Frauen liegt bei 35 Stunden und 50 Minuten und wird von Anne-Lise Rousset seit 2022 gehalten.
- •Der Trail wurde 1971 offiziell homologiert und 1975 vollständig eröffnet.
Geschichte
Die Anfänge des GR20 Trails reichen bis in die frühen 1950er-Jahre zurück, als in Korsika begannen, Wanderwege dokumentiert zu werden.
1965 schlugen Guy Degos und Marcel Schlück eine anspruchsvolle Bergroute vor, die den zentralen Höhenkamm der Insel durchquert.
Michel Fabrikant erfasste und kartierte den Trail, was zu den ersten Markierungen im Jahr 1970 führte und 1971 zur offiziellen Freigabe durch das nationale Wanderkomitee.
Die anfängliche Infrastruktur umfasste hölzerne Refuges, die Wanderer unterstützen sollten.
Offiziell eröffnet wurde der Trail 1975; seitdem wird er kontinuierlich weiterentwickelt, unter anderem durch die Ergänzung neuer Refuges und umweltfreundliche Initiativen, um steigende Besucherzahlen zu bewältigen.
So ist er zu dem am häufigsten frequentierten und zugleich schwierigsten GR-Weg in Frankreich geworden – mit einer reichen Geschichte der Bergwanderkultur auf Korsika.
Ortsführer
Nordabschnitt
Der Nordabschnitt verläuft von Calenzana nach Vizzavona und ist bekannt für sein steiles, felsiges Terrain sowie fordernde Anstiege. Dazu gehören wichtige Stationen wie die Refuges Ortu di Piobbu, Carozzu und Manganu. Hier warten dramatische Bergblicke und technischere Abschnitte des Wanderns.
Südabschnitt
Der Südabschnitt führt von Vizzavona nach Conca. Er ist zwar etwas weniger anspruchsvoll, kann aber im Sommer deutlich heißer werden. Zu den Refuges zählen unter anderem E Capenelle, I Paliri und das erst kürzlich ergänzte Matalza – für abwechslungsreiche Landschaften und atemberaubende Aussichtspunkte.
Bergrefuges (Refuges)
Diese entlang des Trails verteilten Bergunterkünfte sind wichtige Anlaufstellen: Sie bieten Schutz, Mahlzeiten und teils nur eingeschränkte Serviceleistungen. Die Standards bei der Unterkunft können zwischen den Refuges variieren. Campen ist nur in der Nähe dieser Hütten erlaubt – nicht direkt entlang des Trails.
Vizzavona
Ein entscheidender Mittelpunkt mit Bahnhof, der es Wanderern ermöglicht, entweder eine der beiden Trail-Hälften zu starten oder zu beenden. Die Verbindung reicht zu größeren korsischen Orten wie Bastia, Ajaccio und Corte – das erleichtert Planung, Logistik und Transport.