Abtei Saint-Philibert, Tournus

Abtei Saint-Philibert, Tournus

Auvergne-Rhône-Alpes

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Die Abtei Saint-Philibert in Tournus, in der Region Auvergne-Rhône-Alpes in Frankreich gelegen, ist eine mittelalterliche Benediktinerabtei, die für ihren romanischen Baustil berühmt ist. Gegründet im 9. Jahrhundert, als Mönche, die vor den Wikingerüberfällen flohen, die Reliquien des Saint-Philibert an den Ort brachten, entwickelte sich die Abtei zu einem wichtigen spirituellen und kulturellen Zentrum. Ihre Kirche, die vor allem im 11. Jahrhundert errichtet wurde, zeigt frühe Elemente des ersten Romaniktyps, darunter eine befestigte Umfriedung und eine markante Westfassade mit massivem Mauerwerk und nur wenigen Fenstern. Das Langhaus fällt durch seine ungewöhnliche querverlaufende Tonnengewölbe auf, die von hohen, zylindrischen Säulen gestützt werden – eine seltene konstruktive Lösung, die sonst kaum wiederholt wurde. Die Abtei erlitt im 10. Jahrhundert Schäden durch ungarische Invasionen und wurde im Zuge der Französischen Revolution verweltlicht, bevor im 19. Jahrhundert der römisch-katholische Gottesdienst wieder aufgenommen wurde. Heute zählt sie zu den größten romanischen Monumenten Frankreichs. Zu sehen sind wichtige Ausstattungselemente wie eine Krypta, eine Schwarze-Marien-Statue aus dem 12. Jahrhundert, Fresken und eine Orgel. Seit dem 19. Jahrhundert laufen kontinuierliche Restaurierungsarbeiten, und die Abtei ist bis heute eine aktive Pfarrkirche – ein Magnet für Besucher, die sich für mittelalterliche Architektur und Religionsgeschichte interessieren.

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Tipp: Besucher sollten in Erwägung ziehen, am Vormittag oder frühen Nachmittag anzureisen, um die Architektur und Kunstwerke der Abtei in ihrer ganzen Wirkung zu erleben. Es empfiehlt sich, die Öffnungszeiten im Voraus zu prüfen, vor allem außerhalb der Hochsaison. In stark frequentierten Zeiten können vorab gebuchte Tickets oder geführte Touren sinnvoll sein. Ermäßigungen gibt es möglicherweise für Studierende, Seniorinnen und Senioren sowie Gruppen. Die Abtei ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und bietet über ihre offizielle Website der Pfarrei Kontaktinformationen für Anfragen von Besuchern.

Interessante Fakten

  • Die Abteikirche besitzt im Langhaus ein seltenes querverlaufendes Tonnengewölbe-System – eine architektonische Innovation, die sonst nicht wiederholt wurde.
  • Die Reliquien des Saint-Philibert wurden von Noirmoutier nach Tournus gebracht, um sie vor Wikingerüberfällen zu schützen.
  • Die Abtei wurde 1840 in Frankreichs erste Liste historischer Denkmäler aufgenommen – das hebt ihre nationale Bedeutung hervor.
  • Zum Ensemble gehört eine Schwarze-Marien-Statue aus dem 12. Jahrhundert, ein bedeutendes religiöses Zeugnis.
  • Während der Französischen Revolution wurde die Abtei als Tempel der Vernunft säkularisiert, bevor im 19. Jahrhundert der katholische Gottesdienst wieder aufgenommen wurde.

Geschichte

875

Die Abtei Saint-Philibert wurde 875 gegründet, als König Karl der Kahle Tournus an Benediktinermönche vergab, die vor den Wikingerüberfällen flohen und die Reliquien des Saint-Philibert mitbrachten.

799

Die ursprüngliche monastische Gemeinschaft war zuvor von Noirmoutier aus umgezogen, nachdem dort der früheste Wikingerangriff auf dem europäischen Festland im Jahr 799 stattgefunden hatte.

936

Die Abtei wurde um 936–937 durch ungarische Invasionen beschädigt, blieb jedoch ein bedeutendes religiöses Zentrum.

Im 17.

Jahrhundert wurde sie geschlossen und in eine Stiftskirche umgewandelt; später wurde sie im Zuge der Französischen Revolution verweltlicht.

1801

Der Gottesdienst wurde nach dem Konkordat von 1801 wiederhergestellt.

Die Architektur der Kirche stammt hauptsächlich aus dem 11.

Jahrhundert und spiegelt den frühen romanischen Stil Burgunds wider.

Bedeutende Restaurierungsarbeiten wurden im 19.

und im frühen 20.

Jahrhundert durchgeführt.

Ortsführer

1
Das Langhaus und das Tonnengewölbe11. Jahrhundert

Das Langhaus wird von einem ungewöhnlichen querverlaufenden Tonnengewölbe überdeckt, das sich in mehreren kleineren Tonnen über das Langhaus erstreckt – statt in einem einzigen langen Tonnengewölbe. Es wird von hohen, zylindrischen Säulen getragen. Dieses architektonische Merkmal wurde entwickelt, um den seitlichen Schub zu reduzieren, wurde jedoch aus ästhetischen Gründen nie anderswo wiederholt.

2
Krypta und KapitellMittelalter

Die Krypta beherbergt wichtige Reliquien und verfügt über Kapitelle mit kunstvollen romanischen Schnitzereien – ein Spiegel der spirituellen Bedeutung der Abtei und ihres reichen künstlerischen Erbes.

3
Westfassade und befestigter Umfriedungsbereich11. Jahrhundert

Die Westfassade der Kirche ist geprägt von massiven Mauern aus schwerem Mauerwerk mit nur wenigen Fenstern – ein Hinweis auf ihre doppelte Funktion als Ort des Gottesdienstes und der Verteidigung. Die Abtei liegt innerhalb eines befestigten Umfriedungsbereichs, ein typisches Merkmal für Klosteranlagen, die bei Invasionen gefährdet waren.

4
Schwarze-Marien-Statue12. Jahrhundert

Eine Schwarze-Marien-Statue aus dem 12. Jahrhundert ist innerhalb der Abtei untergebracht – ein wichtiges religiöses und kulturelles Artefakt, das gleichermaßen Pilger und Besucher anzieht.

5
Fresken und Orgel

Die Abtei beherbergt Fresken und eine Orgel, die zu ihrem reichen künstlerischen und liturgischen Erbe beitragen und das Besuchererlebnis durch visuelle sowie musikalische Elemente bereichern.

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