Jätkänkynttilä-Brücke
Lappi
Die Jätkänkynttilä-Brücke, die 1989 fertiggestellt wurde, ist ein bedeutendes Infrastrukturprojekt in Rovaniemi in Lappland, Finnland. Sie ist die erste seil-/kabelgestützte Brücke des Landes für den Straßenverkehr und erstreckt sich über 320 Meter hinweg über den Kemijoki – direkt flussabwärts der Mündung des Ounasjoki. Die Brücke ist asymmetrisch ausgelegt und ruht auf zwei Betontürmen (Pylonen), deren obere Teile an geneigte traditionelle Holzfällerkerzen erinnern. Diese sind in der Region als „Jätkänkynttilä“ bekannt und verfügen – passend zum Motiv – über elektrische Lichter. So wird das lokale Erbe des Holzfällens symbolisiert. Die Fahrbahn ist an der breitesten Stelle 25,5 Meter breit: Sie bietet Platz für vier Fahrspuren sowie für Geh- und Radwege auf beiden Seiten. In der Mitte liegen die Pylonen und die tragenden Seile. Die Hauptspannweite beträgt 126 Meter; sie wird von acht Seilpaaren getragen, die fächerförmig auseinanderlaufen. Entworfen wurde die Brücke vom in Oulu ansässigen Büro SuunnitteluKortes, mit architektonischer Unterstützung durch Veli Ojanperä und Paavo Karjalainen sowie mit Ingenieursunterstützung durch das deutsche Unternehmen Leonhart, Andrä und Partner GmbH. Damit ist die Brücke nicht nur eine funktionale Verkehrsverbindung, sondern auch ein ästhetischer Blickfang, der das Stadtbild nahe dem Hügel Ounasvaara prägt. Obwohl die Kosten im Vergleich zu herkömmlichen Brückentypen höher waren, wurde die Jätkänkynttilä-Brücke nach einem Designwettbewerb realisiert, den die Stadt und die Finnische Straßenverwaltung 1982 ins Leben riefen. Die Brücke verbindet nicht nur den wichtigen Korridor über die Kajaanintie (Straße 78), sondern steht auch für die Verbindung moderner Ingenieurskunst mit lokalen kulturellen Symbolen – und macht sie so zu einer besonderen Attraktion in Rovaniemi.
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Tipp: Besucherinnen und Besucher sollten die Brücke am besten bei Tageslicht erkunden, um die architektonischen Details und die malerische Umgebung an den Flüssen Kemijoki und Ounasjoki besonders gut zu sehen. Die Gegend rund um die Brücke nahe Ounasvaara bietet schöne Wege zum Spazieren und Radfahren. Da es sich um eine öffentliche Straßenbrücke handelt, fallen keine Eintrittsgebühren an. Es empfiehlt sich, die lokalen Wetterbedingungen zu prüfen – das Klima in Lappland kann vor allem im Winter sehr rau sein.
Interessante Fakten
- •Die Jätkänkynttilä-Brücke ist die erste seil-/kabelgestützte Straßenbrücke Finnlands und wurde 1989 fertiggestellt.
- •Die Pylonen sind so gestaltet, dass sie an geneigte Holzfällerkerzen erinnern – ein traditionelles Symbol der finnischen Forstwirtschaftskultur.
- •Die Brücke hat insgesamt eine Länge von 320 Metern, mit einer Hauptspannweite von 126 Metern.
- •Sie bietet Platz für vier Fahrspuren sowie für Geh- und Radwege auf beiden Seiten.
- •Das Design wurde über einen 1982 veranstalteten eingeladenen Wettbewerb ausgewählt, an dem vier Planungsbüros und zehn Entwürfe beteiligt waren.
Geschichte
Die Jätkänkynttilä-Brücke wurde am 28.
September 1989 eingeweiht, nachdem 1982 ein Designwettbewerb ausgeschrieben worden war, dessen Ziel es war, eine hochwertige Brücke für das Gebiet der Stromschnellen Ounaskoski zu schaffen.
Der Siegerentwurf sah eine asymmetrische seil-/kabelgestützte Konstruktion mit zwei Betontürmen vor, die an traditionelle Holzfällerkerzen erinnern – ein Symbol für das lokale forstwirtschaftliche Erbe.
Gebaut wurde die Brücke von dem schwedischen Unternehmen PBA Bygg Norra AB, mit Ingenieurskooperation des deutschen Unternehmens Leonhart, Andrä und Partner GmbH.
Damit wurde Finnlands erste seil-/kabelgestützte Brücke für den Straßenverkehr Realität – ein bedeutender Fortschritt für die finnische Brückentechnik.
Die Bauweise zeigte eine bewusste Entscheidung zugunsten einer gelungenen, ästhetischen Einbindung in das Stadtbild, statt allein auf Kosten zu setzen, da seil-/kabelgestützte Entwürfe damals teurer waren als herkömmliche Brückentypen.
Ortsführer
Hauptpylonen1989
Zwei Betontürme, die als wichtigste Träger der seil-/kabelgestützten Brückenkonstruktion dienen. Ihre oberen Enden sind künstlerisch geformt, um an geneigte traditionelle Holzfällerkerzen mit elektrischen Lichtern zu erinnern – als Symbol für die lokale Holzfällertradition.
Brückendeck1989
Das breite Brückendeck ist 25,5 Meter quer und trägt vier Fahrspuren für den Straßenverkehr sowie Geh- und Radwege auf beiden Seiten. Das Deck ist eine Verbundkonstruktion aus Stahl und Beton, die für hohe Verkehrslasten ausgelegt ist und zugleich einen ansprechenden optischen Charakter bewahrt.
Seilsystem1989
Acht Seilpaare laufen halb-fächerförmig von den Pylonen aus, um die Hauptspannweite von 126 Metern zu tragen. So entsteht sowohl Stabilität in der Konstruktion als auch ein beeindruckendes, aus der Ferne gut erkennbares Erscheinungsbild.