Wukro Chirkos-Kirche

Wukro Chirkos-Kirche

Tigray

65/10060 min

Die Wukro Chirkos-Kirche ist eine monolithische Felsenkirche am nördlichen Stadtrand von Wukro in Tigray, Äthiopien. Sie ist dem Kindesmärtyrer Kyriakus (Cyricus) von Tarsus geweiht und zählt zu den zugänglichsten Beispielen für Äthiopiens alte Felsenkirchen. Architektonisch zeigt sie einen kreuzförmigen beziehungsweise „Cross-in-square“-Grundriss mit einer Tonnengewölbe-Achse, die mit Apsis und Heiligtum ausgerichtet ist, in dem der Tabot aufbewahrt wird. Im Inneren ist der Raum in drei oder fünf Seitenschiffe gegliedert, wobei axumitische Schmuckelemente über den Säulen besonders hervorstechen. Das Eingangs-Vorhaus ist vor allem wegen einer mittleren Säule bemerkenswert, die Besucher dazu bringt, seitlich einzutreten. Historisch geht man davon aus, dass die Kirche zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert n. Chr. errichtet wurde – also noch vor den berühmten Lalibela-Kirchen. An der Kirche sind Brandspuren zu erkennen, die die lokale Überlieferung auf einen Angriff im 16. Jahrhundert zurückführt; der Kirchenbezirk umfasst außerdem Gräber von Italienern aus dem Zweiten Italo-Äthiopischen Krieg. Moderne Ergänzungen sind ein Glockenturm, ein erhöhtes Dach über dem Vorhaus sowie ein Zementboden – eine gelungene Mischung aus altem Erbe und zeitgenössischen Elementen.

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Tipp: Wer Wukro Chirkos besucht, sollte idealerweise während der Tagesstunden unterwegs sein, um die architektonischen Details am besten sehen zu können. Da die Kirche gut erreichbar ist und nahe an der Hauptstraße liegt, empfiehlt sich eine Anreise am Morgen, um Menschenmengen zu vermeiden. Der Zugang ist grundsätzlich unkompliziert, dennoch lohnt es sich, nach lokaler Anleitung oder nach einer Erlaubnis zu fragen. Tickets im Voraus zu kaufen oder geführte Touren zu arrangieren, kann das Erlebnis verbessern – besonders für alle, die sich für den historischen Hintergrund und die Architektur interessieren. Für Studierende oder Gruppen können Ermäßigungen verfügbar sein.

Interessante Fakten

  • Wukro Chirkos war die einzige Felsenkirche, die der Außenwelt von der Britischen Expedition nach Abessinien im Jahr 1868 bis ins frühe 20. Jahrhundert bekannt war.
  • Die Kirche ist dem Kyriakus (Cyricus) geweiht, einem Kindesmärtyrer, der in der Ethiopian Orthodox Tewahedo Church verehrt wird.
  • Der kreuzförmige Grundriss wird durch ein mit Apsis und Heiligtum ausgerichtetes Tonnengewölbe besonders betont, das den Tabot-Bereich einbezieht.
  • Brandschäden an Wänden und Decken werden mit einem Angriff im 16. Jahrhundert durch Ahmad ibn Ibrahim al-Ghazi in Verbindung gebracht.
  • Der Kirchhof enthält Gräber von Italienern aus dem Zweiten Italo-Äthiopischen Krieg.

Geschichte

700

Wukro Chirkos gilt traditionell als in der Regierungszeit der Könige Abreha und Atsbeha erbaut, doch die wissenschaftliche Datierung verortet die Entstehung zwischen 700 und 1000 n.

Chr.

Vom 19.

Jahrhundert bis in das frühe 20.

Jahrhundert war sie die einzige Felsenkirche, die Außenstehenden bekannt war.

Die Kirche erlitt Brandschäden während einer Plünderung im 16.

Jahrhundert, die Ahmad ibn Ibrahim al-Ghazi zugeschrieben wird.

Mitte des 20.

Jahrhunderts kamen dann moderne Verbesserungen wie ein Zementboden, ein erhöhtes Dach über dem Vorhaus, ein Glockenturm und ein Torhaus zum Kirchenbezirk hinzu.

Ortsführer

1
Eingangs-Vorhaus

Das Vorhaus zeichnet sich durch eine mittlere Säule aus, die Priester und Gemeindemitglieder zwingt, seitlich und nicht direkt einzutreten. Diese einzigartige architektonische Besonderheit bereichert das spirituelle Erleben.

2
Kreuzförmiges Innenlayout7th-10th century AD

Das Innere der Kirche ist als „Cross-in-square“-Anlage mit drei bis fünf Seitenschiffen gestaltet. Dabei sind die abgeschrägten Schäfte der Säulen zu sehen, die von Basen und Kapitellen aufsteigen; die Kapitelle besitzen elliptisch abgeschrägte Kanten. Über den Säulen sind axumitische Friesverzierungen angebracht.

3
Kirchhof und Gräber20th century

Der umliegende Kirchhof umfasst die Überreste mehrerer Italiener, die während des Zweiten Italo-Äthiopischen Krieges bestattet wurden. So entsteht eine historische Verbindung, die über die religiöse Bedeutung hinausgeht.

4
Moderne ErgänzungenMid-20th century

Zu den neueren Verbesserungen zählen ein um 1958 hinzugefügter Zementboden, ein erhöhtes Dach über dem Vorhaus, ein moderner Glockenturm sowie ein neues Torhaus. So werden die antike Architektur und die moderne Funktionalität miteinander verbunden.