
Dallol
Āfar
Dallol ist ein bemerkenswertes terrestrisches hydrothermales System in der Danakil-Senke im nordöstlichen Äthiopien. Hier ragt ein Aschenkegel-Vulkan etwa 60 Meter über die Salzebenen hinaus, mit einem eingestürzten Krater nahe seinem Zentrum und von Wasser erodierten Salzschluchten an seinen Hängen. Die Anlage ist besonders für ihre intensiven, unwirklich wirkenden Farben bekannt – von Weiß über Grün, Gelb, Gold, Rot bis hin zu Lila. Diese Farbpalette entsteht durch die Oxidation reichlich vorhandener Eisenminerale. Hydrothermale Quellen speisen hyper-säurehaltige, hyper-saline Sole ab, bei Temperaturen von über 108 °C – damit zählt Dallol zu den extremsten Umgebungen der Erde. Die Landschaft ist übersät mit Salzsäulen, Miniatur-Geysiren und ungewöhnlichen Mineralmustern wie blütenartigen Kristallen und perlenähnlichen Kugeln. Diese extremen physikochemischen Bedingungen machen Dallol zu einem Schlüsselort für astrobiologische Forschung zu den Grenzen des Lebens. Trotz seiner Härte wurden hier zahlreiche ultrasmall Archaeen (ultrakleine Archaeen) gefunden. Das Gebiet gehört außerdem zu den heißesten und trockensten Orten des Planeten und liegt etwa 125 Meter unter dem Meeresspiegel – damit ist es einer der niedrigsten terrestrischen Punkte der Erde. Die dynamische hydrothermale Aktivität sorgt dafür, dass sich die Quellaktivität und die Mineralfärbung ständig verändern: eine surreale, fortwährend im Wandel begriffene Landschaft.
Planen Sie Ihre Reise nach Äthiopien mit KI
Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.
Tipp: Die beste Zeit, um Dallol zu besuchen, sind die kühleren Monate, um die extreme Hitze zu vermeiden. Aufgrund der abgelegenen Lage und der rauen Bedingungen sollten Besucher geführte Touren mit erfahrenen Anbietern planen, die mit der Danakil-Senke vertraut sind. Eine frühzeitige Buchung wird empfohlen. Besucher sollten sich auf schwierige Verhältnisse einstellen – dazu gehören hohe Temperaturen und ätzende Gase. Schutzausrüstung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr sind unerlässlich. Es gibt keine offiziellen Eintrittsgebühren, jedoch sind Genehmigungen und lokale Guides erforderlich. Besucher sollten die fragile Umgebung respektieren und Mineralformationen nicht berühren.
Interessante Fakten
- •Die hydrothermalen Quellen von Dallol haben pH-Werte unter Null und gehören damit zu den sauersten natürlichen Gewässern der Erde.
- •Die Anlage weist die niedrigsten bekannten subaerischen vulkanischen Ausströmungsöffnungen auf; sie liegen etwa 45 Meter unter dem Meeresspiegel.
- •Die leuchtenden Farben entstehen durch die anorganische Oxidation von Eisenmineralen – anders als bei anderen farbenfrohen Quellen, bei denen Biologie eine große Rolle spielt.
- •Dallol gilt als „Poly-Extreme“-Umgebung, weil hier extreme Säure, Salzigkeit, Temperatur und eine Sauerstoffverknappung zusammenkommen.
- •Die Region beherbergt ungewöhnliche Mineralformationen wie Salzsäulen, Miniatur-Geysire und perlenähnliche Kugeln.
Geschichte
Das hydrothermale System von Dallol entstand durch das Eindringen basaltischen Magmas in miozäne Salzeinlagerungen, was zu einer Salzkuppeln-Struktur führte.
Phreatische Eruptionen im Jahr 1926 formten den Vulkan Dallol und seinen Krater.
Seitdem ist das Gebiet von anhaltender hydrothermaler Aktivität geprägt, unterbrochen von periodischen Magma-Eindringen – darunter ein Deflationsereignis im Jahr 2004 und Entgasung im Jahr 2011.
Die Danakil-Senke wird schon lange als eine der extremsten Umgebungen der Erde erkannt, wobei Dallol den aktivsten und farbenprächtigsten hydrothermalen Bereich darstellt.
Seine einzigartigen geologischen und chemischen Eigenschaften haben das wissenschaftliche Interesse geweckt, insbesondere in der Astrobiologie.
Ortsführer
Dallol-Vulkan und Krater1926
Ein Aschenkegel-Vulkan, der etwa 60 Meter über die umliegenden Salzebenen ragt. Zu sehen ist ein eingestürzter Krater mit ungefähr 30 Metern Durchmesser, der während der phreatischen Eruption von 1926 entstanden ist.
Hydrothermale Quellen und Salzsäulen
Zahlreiche heiße Quellen geben hyper-säurehaltige, hyper-saline Sole ab. Dadurch bilden sich Salzkonen, -säulen und andere mineralische Muster wie blütenartige Kristalle und perlenähnliche Kugeln.
Salzschluchten und erodierte Hänge
Die südwestlichen Hänge von Dallol zeigen von Wasser erodierte Salzschluchten, Säulen und Blöcke. Diese Formen werden durch die anhaltende hydrothermale Aktivität sowie die Auflösung von Salz fortlaufend umgestaltet.