San Saturnino-Kirche

San Saturnino-Kirche

Navarra, Comunidad Foral de

75/10090 min

Die San Saturnino-Kirche, meist San Cernin genannt, ist eine bedeutende katholische Kirche im gotischen Stil in der Altstadt von Pamplona, Navarra. Ursprung ist eine romanische Kirche, die zwischen 1180 und 1200 erbaut wurde. Im 13. Jahrhundert wurde sie nach regionalen Auseinandersetzungen, insbesondere nach dem Krieg von 1276 in Navarrería, wiederaufgebaut. Die Kirche besitzt ein einziges, breites Kirchenschiff mit einem sechsteiligen Gewölbe (sexpartite) und einer polygonalen Apsis. Dazu kommen Kapellen zwischen fliegenden Strebebögen sowie ein erhöhter Chor. Außen prägen zwei mittelalterliche Türme das Bild; sie erfüllten historisch sowohl Verteidigungs- als auch bürgerliche Aufgaben, darunter das Ankündigen von Ausgangssperren (curfews) und das Signalisieren wichtiger Ereignisse in der Stadt. Der südliche Turm beherbergt eine historische Uhr aus dem 16. Jahrhundert, während der nördliche Glockenturm eine Rolle während der Karlistenbelagerung spielte. Im Inneren finden sich mehrere sehenswerte Kapellen, darunter die Barockkapelle der Virgen del Camino, der Schutzpatronin der Stadt, sowie Kapellen, die dem Heiligen Dreifaltigen, den Seelen und dem Heiligen Georg gewidmet sind. Jede davon ist mit bedeutenden Kunstwerken und Glasfenstern geschmückt, die vom 16. bis ins 20. Jahrhundert reichen. Die Kirche ist bis heute eine aktive Pfarrei mit live übertragenen Messen und ein prägendes Element der religiösen und kulturellen Identität von Pamplona.

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Tipp: Besucherinnen und Besucher sollten die Kirche unter der Woche erkunden, um dem Trubel am Wochenende zu entgehen, und eine der live übertragenen Messen besuchen, um ein authentisches Erlebnis zu haben. Frühmorgendliche Besuche während des Sanfermines-Festivals ermöglichen es, die Signale vom historischen Glockenturm zu hören. Obwohl die Kirche für die Öffentlichkeit zugänglich ist, wird empfohlen, die offizielle Website zu prüfen oder das Pfarrbüro zu kontaktieren, um die aktuellen Öffnungszeiten und mögliche Sonderveranstaltungen zu erfahren. Für Gruppen oder religiöse Pilger können Ermäßigungen verfügbar sein. Für geführte Touren oder besondere Gottesdienste sind Reservierungen sinnvoll.

Interessante Fakten

  • Die beiden Türme der Kirche reichen bis zu 55 Meter Höhe und waren bis ins 18. Jahrhundert mit Wehrzinnen befestigt.
  • Der nördliche Glockenturm wurde während der karlistischen Belagerung von Pamplona 1874–75 als Beobachtungs- und Signalposten genutzt.
  • Der südliche Uhrturm besitzt eine Uhr, die erstmals 1499 installiert wurde; eine bedeutende Aktualisierung erfolgte 1795 mit dem ikonischen „gallico“-Wetterhahn.
  • Das gotische Portal der Kirche zeigt Skulpturen des Pilgerheiligen Jakobus und des Heiligen Saturnino, datiert vom späten 13. bis zum frühen 14. Jahrhundert.
  • Die barocke Kapelle der Virgen del Camino wurde im 18. Jahrhundert an der Stelle des ehemaligen gotischen Kreuzgangs errichtet.

Geschichte

1107

Der früheste Nachweis einer Kirche an diesem Standort geht auf das Jahr 1107 zurück.

1180

Das ursprüngliche romanische Gebäude, das zwischen 1180 und 1200 entstand, wurde in den Konflikten mit benachbarten Stadtteilen beschädigt, darunter bei einem bemerkenswerten Angriff im Jahr 1222 sowie im Krieg von 1276 in Navarrería.

1276

Mit dem Bau der heutigen gotischen Anlage wurde kurz nach 1276 begonnen; die wichtigsten Bauetappen sind etwa um 1297 datiert.

Ein gotischer Kreuzgang war einst an der Südwand angeschlossen, wurde jedoch im 18.

Jahrhundert durch eine barocke Kapelle ersetzt, die der Virgen del Camino gewidmet ist.

Die beiden mittelalterlichen Türme verfügten ursprünglich über Wehrzinnen, die im 18.

Jahrhundert im Zuge barocker Umbauten entfernt wurden.

1874

Der nördliche Glockenturm diente als Signalposten während der karlistischen Belagerung von 1874–75 und markiert auch heute noch wichtige Ereignisse in der Stadt.

Ortsführer

1
Gotisches Kirchenschiff und Gewölbe13. Jahrhundert

Die Kirche besitzt ein breites, einziges Kirchenschiff mit einem sechsteiligen Gewölbe (sexpartite) und einer polygonalen Apsis – typisch für die gotische Architektur. So entsteht ein weitläufiger, heller Innenraum.

2
Nördlicher GlockenturmMittelalter

Dieser mittelalterliche Turm diente als Glockenturm, um Ausgangssperren (curfews) und wichtige Ereignisse in der Stadt anzukündigen – auch während des Sanfermines-Festivals. Außerdem wurde er während der karlistischen Belagerung 1874–75 als Beobachtungsposten genutzt.

3
Südlicher Uhrturm16. Jahrhundert

Der Turm stammt aus dem 16. Jahrhundert und beherbergt die historische Uhr von Pamplona. Sie wurde erstmals 1499 installiert und 1795 aktualisiert – mit einer neuen Uhr sowie dem „gallico“-Wetterhahn als Symbol für San Cernin.

4
Barockkapelle der Virgen del Camino18. Jahrhundert

Diese im 18. Jahrhundert errichtete Kapelle steht an der Stelle des ehemaligen gotischen Kreuzgangs und ist der Virgen del Camino gewidmet, der Schutzpatronin von Pamplona. Sie weist barocke Gestaltungselemente in der Architektur auf.

5
Kapelle der Heiligen Dreifaltigkeit16. Jahrhundert (Kunstwerke), 20. Jahrhundert (Glasfenster)

Auf der Nordseite gelegen, nahe dem Hauptaltar, zeigt diese Kapelle eine Darstellung der Dreifaltigkeit aus der Mitte des 16. Jahrhunderts sowie Glasfenster, die die Evangelisten Sankt Markus und Sankt Lukas darstellen – aus dem frühen 20. Jahrhundert.

6
Kapelle der SeelenFrühes 20. Jahrhundert
Florentino Istúriz

Diese Kapelle beherbergt ein Retabel, das 1902 von Florentino Istúriz geschaffen wurde. Zu sehen sind Darstellungen der Dolorosa, der Virgen del Carmen und des Erzengels Sankt Michael, umgeben von Engeln sowie Szenen anderer Heiliger.

7
Kapelle des Heiligen Georg (Heiliges Herz)16. Jahrhundert (Kunstwerk), 19. Jahrhundert (Versetzung der Taufsteine)

Mit einem neogotischen Altarbild mit dem Heiligsten Herzen und einer Darstellung des Heiligen Georg und des Drachen aus dem 16. Jahrhundert besticht diese Kapelle. Ursprünglich beherbergte sie die Taufsteine, die später – 1881 – der Pfarrei San Agustín geschenkt wurden.

Kontakt

Telefon: 948 22 11 94