
Stadtmauern und Befestigungsanlagen von Pamplona
Navarra, Comunidad Foral de
Die Zitadelle von Pamplona, auch als „Neues Schloss“ bekannt, ist ein militärischer Festungsbau aus der Zeit der Renaissance. Die Befestigungsanlage wurde zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert in Pamplona, der Hauptstadt von Navarra in Spanien, errichtet. Entworfen vom Militäringenieur Giacomo Palearo auf Anordnung von Philipp II., besitzt sie die markante Form eines fünfzackigen Sterns, der eine umfassende Verteidigung von allen Seiten ermöglicht. Die Festung wurde nicht nur gebaut, um die Stadt vor äußeren Bedrohungen zu schützen, sondern auch, um die innere Kontrolle nach der spanischen Eroberung des Königreichs Navarra zu sichern. Die Bastionen heißen San Antón, El Real, Santa María, Santiago und Victoria. Im Laufe der Zeit wurden die Befestigungsanlagen im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert mit äußeren Ravelins, auch „Halbmonde“ genannt, verstärkt und damit die Verteidigungsfähigkeit nach den Prinzipien von Vauban weiter verbessert. Obwohl die Zitadelle nur selten belagert wurde, gelang französischen Truppen während der Napoleonischen Kriege 1808 eine bemerkenswerte Einnahme: mit einer cleveren List, bei der verkleidete Soldaten in einem Schneesturm eingesetzt wurden. Heute ist ein großer Teil der Zitadelle erhalten und wird als öffentlicher Park genutzt, in dem kulturelle Aktivitäten stattfinden. So erhalten Besucher einen Einblick in die militärische Architektur der Renaissance und in die bewegte Geschichte der Befestigungen von Pamplona.
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Tipp: Besucher sollten in Erwägung ziehen, die Zitadelle im Frühling und im Herbst zu erkunden – das Wetter ist angenehm und es gibt meist weniger Andrang. Tickets lassen sich oft vor Ort kaufen, dennoch empfiehlt es sich, die Verfügbarkeit für kulturelle Veranstaltungen, die in den Gebäuden der Zitadelle stattfinden, im Voraus zu prüfen. Der Ort ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar, und geführte Touren können das Verständnis für seine historische Bedeutung vertiefen. Ermäßigungen können für Studierende, Seniorinnen und Senioren sowie Gruppen verfügbar sein.
Interessante Fakten
- •Das sternförmige Design der Zitadelle wurde von der italienischen Militärtheorie der Renaissance inspiriert und ermöglicht eine umfassende Abdeckung gegen Angriffe aus allen Richtungen.
- •Die Bastionen heißen San Antón, El Real, Santa María, Santiago und Victoria und spiegeln damit historische sowie religiöse Einflüsse wider.
- •Die Zitadelle wurde 1808 während der Napoleonischen Kriege durch französische Truppen mithilfe einer täuschenden Taktik eingenommen, bei der verkleidete Soldaten in einem Schneesturm spielten.
- •Sie gehört zu den von der UNESCO anerkannten Bestandteilen, die mit den Pilgerwegen des Camino de Santiago in Spanien verbunden sind.
- •Die Befestigungsanlagen wurden im 17. und 18. Jahrhundert mit Ravelins ergänzt, die nach den Prinzipien des berühmten Militäringenieurs Vauban gestaltet wurden.
Geschichte
Der Bau der Zitadelle von Pamplona begann 1571 unter Philipp II.
im Rahmen eines umfassenden Programms zur Renovierung der Stadtverteidigung.
Entworfen von Giacomo Palearo mit Beiträgen von Vespasiano Gonzaga y Colonna, ist sie ein Beispiel für die italienische Militärarchitektur der Renaissance – mit ihrer fünfzackigen Sternform.
Die Befestigungen wurden 1645 fertiggestellt und 1685 sowie im frühen 18.
Jahrhundert weiter mit Ravelins verstärkt, entsprechend den Befestigungsprinzipien von Vauban.
Die Zitadelle spielte während der Napoleonischen Kriege eine strategische Rolle und fiel insbesondere 1808 den französischen Truppen zum Opfer – bei einem Überraschungsangriff, der als Schneeballschlacht getarnt war.
Seitdem hat sie sich von einer militärischen Festung zu einem öffentlichen, kulturellen Ort gewandelt.
Ortsführer
Bastion San Antón16. Jahrhundert
Eine der fünf Bastionen, die die sternförmige Zitadelle bilden. Sie ist nach dem Heiligen Antonius benannt und Teil des Verteidigungssystems, das die wichtigen Zugänge zur Stadt kontrollierte.
Bastion El Real16. Jahrhundert
Eine weitere zentrale Bastion in der Zitadelle, strategisch so platziert, dass sie die Stadt sowie Punkte der inneren Kontrolle verteidigen kann.
Bastion Santa María16. Jahrhundert
Eine Bastion, die nach der Jungfrau Maria benannt ist und als entscheidender Punkt im Verteidigungsnetzwerk der Festung dient.
Bastion Santiago16. Jahrhundert
Diese Bastion liegt zur Taconera-Gaststätte hin und wurde im späten 17. Jahrhundert mit äußeren Ravelins verstärkt, um die Verteidigung zu verbessern.
Bastion Victoria16. Jahrhundert
Diese Bastion trägt den Namen, um den Sieg zu symbolisieren. Auch sie erhielt Befestigungen mit Ravelins und spielte eine wichtige Rolle für die Verteidigung der Zitadelle.