Cueva de los Cien Pilares
La Rioja
Die Cueva de los Cien Pilares ist ein verwinkeltes Ensemble aus in den Fels gehauenen Gängen und Kammern unterhalb des Cerro de San Miguel in Arnedo, La Rioja. Die Anlage geht auf das Mittelalter zurück: Als sich die Menschen vor Unsicherheit fürchteten, schufen sie sich Schutz, indem sie Höhlen in die weichen Sandstein- und Tonhügel gruben. Die Höhlen sind mit Pfeilern ausgestattet, die die Decken tragen, außerdem gibt es miteinander verbundene Räume sowie Öffnungen wie Türen und Fenster, die direkt in die Felswand gemeißelt wurden – das sorgt für einen besonders eindrucksvollen visuellen Effekt. Historisch dürfte die Anlage das Monasterio de San Miguel beherbergt haben, das in Dokumenten aus dem 11. Jahrhundert erwähnt wird; außer der Einsiedelei auf dem Hügel sind jedoch keine mittelalterlichen Baureste erhalten geblieben. Der Ort steht beispielhaft für die sogenannte „rupestrische“ Architektur und gehört zu den Caminos del Arte Rupestre Prehistórico (CARP). Zum Besuch gehört eine geführte Tour durch die Höhlen sowie ein Interpretation Center, das traditionelle Höhlenhäuser und Höhlen für landwirtschaftliche Nutzungen nachstellt – und damit den Alltag von hunderten Familien widerspiegelt, die bis Mitte des 20. Jahrhunderts in Höhlenwohnungen lebten. Diese Häuser hielten das ganze Jahr über eine nahezu konstante Temperatur und verfügten über einen zentralen Korridor, der die Räume erschloss – darunter Küchen mit natürlicher Lüftung, Schlafräume und Ställe. Die Höhlen dienten zudem wirtschaftlichen Zwecken im Zusammenhang mit Landwirtschaft und Viehzucht, etwa als Keller, Viehgehege, Bereiche für die Imkerei, Holzlager, Heubühnen und Taubenschläge. Seit 2014 wurde die Anlage für den Tourismus angepasst: Geführte Besuche sind nach Reservierung über das Arnedo Tourist Office möglich. Der Ort bietet einen seltenen Einblick in die mittelalterliche Zufluchtsarchitektur und in den traditionellen, höhlenbasierten Lebensstil der Region – und ist damit ein kulturell wie historisch bedeutendes Reiseziel in La Rioja.
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Tipp: Besuche der Cueva de los Cien Pilares sind nur im Rahmen geführter Touren möglich, die man unbedingt im Voraus beim Arnedo Tourist Office reservieren muss. Die beste Zeit für einen Besuch sind die wärmeren Monate, wenn das Interpretation Center vollständig in Betrieb ist. Die Tour dauert ungefähr zwei Stunden und bietet ein interaktives Erlebnis rund um die historischen Nutzungen der Höhlen. Wegen unebener Stellen sollten Besucher bequeme Schuhe tragen. Gegebenenfalls gibt es Ermäßigungen für Gruppen, Senioren oder Schüler und Studierende – bitte bei der Buchung nachfragen.
Interessante Fakten
- •Die Höhlen werden von zahlreichen Felsensäulen getragen, was der Anlage ihren Namen „Hundert Pfeiler“ („Cien Pilares“) verleiht.
- •Die Höhlenwohnungen hielten das ganze Jahr über eine konstante Temperatur von etwa 15 °C und boten so einen natürlichen Wärmeschutz.
- •Bis Mitte des 20. Jahrhunderts gab es in Arnedo rund 200 Höhlenhäuser – ganze Nachbarschaften entstanden so im Untergrund.
- •Die Höhlen dienten mehreren wirtschaftlichen Zwecken, darunter Imkerei, Heulager und Taubenschläge – das spiegelt einen vielseitigen, landwirtschaftlich geprägten Alltag wider.
- •Der Ort gehört zu den Caminos del Arte Rupestre Prehistórico (CARP) und unterstreicht damit seine kulturelle Bedeutung für prähistorische und historische Felskunst sowie die Architektur im Fels.
Geschichte
Die Ursprünge der Cueva de los Cien Pilares reichen ins Mittelalter zurück – eine Zeit, die von Unsicherheit geprägt war und die Bewohner des Cidacos-Tals dazu veranlasste, Schutz in Felsenkammern zu suchen.
Im 11.
Jahrhundert dienten die Höhlen vermutlich als Monasterio de San Miguel, wie durch ein Testament von 1063 von Sancho Fortunionis, dem Herrn von Arnedo, belegt wird.
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Anlage von einer religiösen Zuflucht zu Wohn- und wirtschaftlichen Zwecken: Bis Mitte des 20.
Jahrhunderts lebten dort Hunderte Familien in Höhlenhäusern.
Die Entwicklung der Schuhindustrie in Arnedo und der damit verbundene sozioökonomische Fortschritt führten dazu, dass Höhlenwohnungen nach und nach aufgegeben wurden.
Seit 2014 wurde die Anlage restauriert und für den Tourismus umgebaut; schließlich entstand bis 2016 ein umfassendes Besucherzentrum mit geführter Tour, und die interaktiven Erlebnisse wurden bis 2020 weiter ausgebaut.
Ortsführer
Hauptgänge der HöhleMittelalter
Ein Netzwerk aus miteinander verbundenen Kammern und Passagen, das in den Sandstein gehauen wurde. Es umfasst Felsensäulen, die die Decken tragen, sowie Öffnungen wie Türen und Fenster, die in die Felswand eingemeißelt sind – ein eindrucksvolles Beispiel für mittelalterliche Zufluchtsarchitektur.
Interpretationszentrum zum HöhlenlebenModerne Adaption seit 2014
Eine Ausstellungsfläche, die traditionelle Höhlenwohnungen und Höhlen für wirtschaftliche Zwecke nachbildet. Sie zeigt den Lebensstil von Familien, die bis Mitte des 20. Jahrhunderts in Höhlenhäusern lebten – inklusive Küchen mit natürlicher Lüftung, Schlafräumen, Ställen und landwirtschaftlichen Einrichtungen.