
Stiftskirche von Santillana del Mar
Cantabria
Die Stiftskirche von Santillana del Mar, der Hl. Juliana von Nikomedia geweiht, zählt zu den bedeutendsten romanischen Monumenten in Kantabrien. Ursprünglich als Benediktinerkloster gegründet, entwickelte sie sich im 12. Jahrhundert unter den Augustiner-Chanons zu einer Stiftskirche. Die heutige Anlage weist drei halbrunde Apsiden auf, ein Kirchenschiff mit drei Seitenschiffen, ein Querhaus sowie einen markanten zylindrischen Turm mit einer Kuppel über der Vierung. Die reich gestaltete Bildhauerdekoration – darunter die sorgfältig geschnitzten Kapitelle und Arkadengänge – zeigt mittelalterliche religiöse Themen wie den Kampf zwischen Gut und Böse, umgesetzt mit Tier- und Pflanzensymbolik. In der Kirche befindet sich das Grab der Hl. Juliana; ihre Reliquien werden im Inneren aufbewahrt. Außerdem gibt es einen großartigen Retabel aus dem späten 15. Jahrhundert in hispano-flämischer Art, der ihre Märtyrung darstellt. Der angrenzende Kreuzgang, der vom späten 12. bis zum frühen 13. Jahrhundert datiert, umfasst 43 Kapitelle mit einer Vielzahl von Motiven und markiert damit die Entwicklung der romanischen Bildhauerkunst. Die Kirche ist seit 2015 als Teil des Camino de Santiago zum UNESCO-Welterbe zählen und bleibt ein bedeutender kultureller und spiritueller Bezugspunkt im Norden Spaniens.
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Tipp: Besuchen Sie die Kirche im Frühling oder im frühen Herbst, wenn das Wetter angenehm ist und weniger Publikum vor Ort ist. In der Hochsaison empfiehlt es sich, Tickets im Voraus zu buchen. Ermäßigungen können für Studierende, Senioren und Gruppen verfügbar sein. Die Anlage ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln von den nahegelegenen Städten gut erreichbar und bietet geführte Touren, um das Besuchserlebnis zu bereichern.
Interessante Fakten
- •Die Kirche gehört seit 2015 zum UNESCO-Welterbe, als wichtiges Bauwerk auf der Nordroute des Camino de Santiago.
- •Das skulpturale Programm vermittelt eindrucksvoll die mittelalterlichen religiösen Themen vom Kampf zwischen Gut und Böse – mithilfe symbolischer Tiere und Pflanzen.
- •Der Kreuzgang hat 43 Kapitelle; einige davon sind mit bemerkenswerten romanischen Schnitzereien historisiert und zeigen biblische sowie allegorische Szenen.
- •Das Hauptretabel ist ein bedeutendes hispano-flämisches Werk aus dem späten 15. Jahrhundert mit Darstellungen sowie Skulpturen der Apostel und Evangelisten.
- •Der Baustil der Kirche folgt dem Stil der Kirche San Martín de Frómista – ein Inbegriff des internationalen Romanikstils.
Geschichte
Die Ursprünge der Kirche reichen bis ins 9.
Jahrhundert zurück, als Reliquien der Hl.
Juliana ins Königreich Asturien gebracht wurden.
Eine erste Kapelle ließ König Alfonso III.
um 870 errichten; später wurde sie im 12.
Jahrhundert durch das romanische Gebäude ersetzt, das heute noch steht.
Im Jahr 1045 gewährte König Fernando I.
von Kastilien wichtige Privilegien und erhob damit den Rang der Kirche sowie ihre Gemeinde der Augustiner-Chanons.
Der Kreuzgang wurde zwischen dem späten 12.
und dem frühen 13.
Jahrhundert errichtet, mit späteren Renaissance-Ergänzungen im 16.
Jahrhundert.
Die Kirche steht seit 1889 unter dem Schutz als spanisches Nationaldenkmal und ist seit 2015 Teil der UNESCO-Welterbe-Ernennung des Camino de Santiago.
Ortsführer
Hauptschiff und Apsiden12. Jahrhundert
Der dreischiffige Grundriss der Kirche mündet in drei halbrunde Apsiden. Das Mittelschiff ist breiter und hat die gleiche Breite wie das Querhaus – so entsteht eine quadratische Vierung unter der Kuppel. Die Apsiden sind mit Tonnengewölben überdeckt, während im Mittelschiff und in den Seitenschiffen Kreuzrippengewölbe vorkommen.
Skulptierte Portale und Kapitelle12. Jahrhundert
Das südliche Hauptportal zeigt Archivolten mit glatten Kämpfersteinen sowie ein Tympanon mit einer Mandorla, die von Engeln gerahmt wird, welche einen sitzenden Christus Pantocrator halten. Die Kapitelle und Konsolen zeigen eine Vielzahl religiöser und symbolischer Motive – darunter Tiere und Pflanzen, die mittelalterliche Allegorien von Gut und Böse darstellen.
KreuzgangSpätes 12. Jahrhundert – frühes 13. Jahrhundert
Der Kreuzgang ist an der Nordmauer der Kirche angegliedert und wurde in Bauabschnitten vom späten 12. bis zum frühen 13. Jahrhundert errichtet; der Ostflügel kam im 16. Jahrhundert hinzu. Er beherbergt 43 Kapitelle mit einer großen Bandbreite an Motiven – von biblischen Szenen bis hin zu vegetabilen Schmuckformen. Damit zeigt er die Entwicklung der romanischen Bildhauerkunst.
Grab der Hl. JulianaMittelalter
Das Grab befindet sich im Zentrum der Vierung und birgt die Reliquien der Hl. Juliana, der Schutzpatronin der Kirche. Der Reliquienschrein ist in das Retabel eingebettet und mit den Wappen der Familie House of la Vega geschmückt.
HauptretabelSpätes 15. Jahrhundert
Ein erlesenes hispano-flämisches Retabel aus dem späten 15. Jahrhundert mit gemalten Tafeln, die die Märtyrung der Hl. Juliana zeigen, sowie Skulpturen der Apostel und Evangelisten. Die Altarvorderseite ist ein herausragendes Werk aus mexikanischer Silberkunst.
Barocke Orgel und TaufkapelleBarockzeit (Orgel), ca. 1200 (Pantocrator)
Der Chor beherbergt eine bemerkenswerte barocke Orgel. Die Taufkapelle bewahrt dagegen einen romanischen Taufstein sowie eine seltene Skulptur des Pantocrator, die auf ungefähr 1200 datiert wird.
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