
Santa María del Naranco
Asturias, Principado de
Santa María del Naranco ist ein außergewöhnliches Bauwerk aus dem 9. Jahrhundert im vorromanischen Stil Asturiens. Es liegt am südlichen Hang des Monte Naranco, nahe Oviedo, im Norden Spaniens. Ursprünglich ließ König Ramiro I. von Asturien das Gebäude als königlichen Palast errichten, der 842 fertiggestellt wurde. Später erhielt es eine religiöse Bedeutung, als es 848 als Kirche geweiht wurde. Architektonisch ist es vor allem wegen seines Tonnengewölbes mit quer verlaufenden Bögen und außenliegenden Strebepfeilern bemerkenswert – ein richtungsweisender Schritt hin zum romanischen Bauen. Das Bauwerk besitzt zwei Ebenen: unten eine Krypta, darüber eine herrschaftliche obere Halle. Diese ist mit sechs blinden, halbrund ausgeführten Arkaden geschmückt, mit Miradors an beiden Enden sowie mit fein geschnitzten Kapitellen, die von byzantinischen und westgotischen Traditionen beeinflusst sind. Die reiche skulpturale Dekoration umfasst Medaillons und Reliefs mit Tieren, Menschen und symbolischen Figuren, die königliche und kirchliche Ordnungen darstellen. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich das Gebäude von einem königlichen Freizeitsitz zu einer geweihten Kirche; dabei kamen im Mittelalter Ergänzungen hinzu, und im 20. Jahrhundert erfolgten Restaurierungen, die den mittelalterlichen Charakter bewahrten. 1885 zum Nationaldenkmal erklärt und 1985 als UNESCO-Welterbestätte ausgezeichnet, steht Santa María del Naranco als Sinnbild der vorromanischen Kunst Asturiens und als Zeugnis früher mittelalterlicher Architekturinnovationen.
Planen Sie Ihre Reise nach Spanien mit KI
Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.
Tipp: Besichtigungen von Santa María del Naranco finden mit Führung statt – außer montags, dann ist der Eintritt frei. Die beste Zeit ist von Frühjahr bis Anfang Herbst (April bis September), da die Öffnungszeiten länger sind. Tickets sind vor Ort erhältlich; für Gruppen gibt es Ermäßigungen, und bei Gruppen ab 20 Personen werden Reservierungen im Voraus empfohlen. Die Anlage ist mit der städtischen Buslinie A von Oviedo erreichbar. Am Fuße des Monte Naranco gibt es ausreichend kostenlose Parkplätze für Autos und Busse. Bitte beachten: Aus Gründen des Erhaltungsschutzes sind Besichtigungen auf Gruppen von 25 Personen begrenzt – in der Hauptsaison kann es daher zu Wartezeiten kommen.
Interessante Fakten
- •Santa María del Naranco wurde ursprünglich als königlicher Palast errichtet, nicht als Kirche, und erst im 12. Jahrhundert als Kirche geweiht.
- •Das Tonnengewölbe mit quer verlaufenden Rippen war eine richtungsweisende architektonische Besonderheit, die romanische Konstruktionsmethoden vorwegnahm.
- •Das Gebäude besitzt 32 skulptierte Medaillons mit Darstellungen von Tieren und Menschen, die byzantinische sowie westgotische Einflüsse widerspiegeln.
- •Im 11. Jahrhundert beschrieben Chronisten den Bau als bewundernswert gewölbte Konstruktion aus Sandstein und Marmor – ohne die Verwendung von Holz.
- •Es diente in einer politisch instabilen Phase als Symbol für die Legitimität von König Ramiro I.
- •Im 20. Jahrhundert fanden umfangreiche Restaurierungen statt, um spätere Ergänzungen zu entfernen und den ursprünglichen vorromanischen Stil zu erhalten.
Geschichte
In den frühen 840er-Jahren ließ König Ramiro I.
von Asturien das Gebäude als Teil einer königlichen Anlage auf dem Monte Naranco errichten.
Ursprünglich diente es als Palast und nicht als Kirche.
Im 12.
Jahrhundert änderte sich die Nutzung: Nachdem nahegelegene religiöse Bauten beschädigt worden waren, wurde das Bauwerk zu einer Kirche umgewandelt, die dem Heiligen Maria gewidmet ist.
Im Verlauf des Mittelalters und der Neuzeit wurden verschiedene Ergänzungen wie ein Pfarrhaus, ein Glockengiebel und eine Sakristei angefügt, doch in den 1930er-Jahren wurden viele davon entfernt, um sein frühmittelalterliches Aussehen wiederherzustellen.
Die architektonischen Innovationen des Gebäudes – darunter die eingewölbten Decken und die dekorativen Motive – wirkten sich stark auf die Entwicklung der romanischen Kunst aus.
1885 zum Nationaldenkmal erklärt und später 1985 als UNESCO-Welterbestätte anerkannt, trägt das dazu bei, das Bauwerk als kulturellen Schatz zu bewahren.
Ortsführer
Obere herrschaftliche Halle842
Die Haupt-Saalfläche im oberen Stockwerk weist sechs blinde, halbrund ausgeführte Arkaden auf, die von Säulen getragen werden, welche in die Wände eingelassen sind. Zur reichen skulpturalen Ausstattung zählen Kapitelle mit kubisch-prismatischer Form, deren Gestaltung byzantinisch beeinflusst ist, sowie Medaillons mit symbolischen Figuren und Tieren.
Miradors (Aussichtsbalkone)842
Diese offenen Balkone liegen an beiden Enden der oberen Halle. Man gelangt über drei Arkaden zu ihnen, die auf Säulen mit helicoidalem Seilmuster (helicoidal rope moulding) ruhen. Sie bieten Ausblicke über die umliegende Landschaft und veranschaulichen zugleich die Vertikalität und Eleganz des Bauwerks.
Untere Krypta842
Die untere Etage besteht aus einer zentralen Kammer, flankiert von zwei seitlichen Kammern. So entsteht ein kryptenartiger Raum, der die obere Halle trägt und die komplexe statische Gestaltung des Bauwerks verdeutlicht.
Kontakt
Telefon: 638 26 01 63