Grutas de las Güixas
Aragón
Grutas de las Güixas, gelegen in Villanúa, Aragón, Spanien, ist ein bemerkenswertes Karsthöhlensystem, das im Quartär vor etwa 25.000 bis 30.000 Jahren entstanden ist. Diese Kalksteinhöhlen gehören zum geologischen System des Collarada-Gipfels und verfügen über einen Hohlrauminnenfluss, der bei starken Niederschlägen überflutet. Die beleuchtete, geführte Tour durch die Höhle erstreckt sich über 800 Meter und macht spektakuläre Formationen wie die Cathedral Hall sichtbar, die 16 Meter hoch ist, sowie den Chimney oder Dolina: ein eingestürzter Bereich des Höhlendachs, der natürliches Licht und Luft im Inneren ermöglicht. Archäologische Hinweise belegen menschliche Präsenz seit der Äneolithikum-Zeit (um 3000 v. Chr.), mit Funden wie Keramik und einer römischen Münze aus dem 4. Jahrhundert n. Chr., die in der Höhle entdeckt wurden. Historisch dienten die Höhlen in verschiedenen Epochen als Zufluchtsort, unter anderem in den Carlistenkriegen und während des Spanischen Bürgerkriegs. Lokale Überlieferungen bringen das Gelände mit Hexentreffen namens „Aquelarres“ in Verbindung, die im Zeitraum zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert stattgefunden haben sollen. Die moderne Erkundung umfasst auch anspruchsvolle Höhlentauchgänge, mit bemerkenswerten Rettungseinsätzen in den 1970er-Jahren. Die Höhlen sind seit 1929 für die Öffentlichkeit geöffnet und bleiben in Villanúa eine bedeutende Touristenattraktion – eine gelungene Mischung aus wissenschaftlichem Interesse, kulturellem Erbe und natürlicher Schönheit.
Planen Sie Ihre Reise nach Spanien mit KI
Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.
Tipp: Besucher werden ermutigt, geführte Touren im Voraus online zu buchen, um die Verfügbarkeit zu sichern. Die beste Zeit für einen Besuch ist von Frühling bis in den frühen Herbst, wenn das Wetter den Zugang begünstigt. Die Höhle ist mit Beleuchtung und Wegen ausgestattet, dennoch werden festes Schuhwerk und warme Kleidung empfohlen, da die Höhle ein natürliches Umfeld hat. Je nach Angebot können Ermäßigungen für Gruppen, Kinder und Senioren verfügbar sein. Besucher können außerdem das nahegelegene Interpretation Center besuchen, um die Geologie und Geschichte der Höhle besser zu verstehen.
Interessante Fakten
- •Der Name „Güixas“ steht mit lokalen Legenden über Hexen („brujas“) in Verbindung und möglicherweise auch mit dem Anbau von Saubohnen („guixa“ oder „guija“).
- •In den Höhlen gibt es einen Innenfluss, der bei Perioden mit starkem Regen überflutet und damit auf eine fortlaufende geologische Aktivität hinweist.
- •Im Jahr 1972 ereignete sich bei einem Tauchgang ein tragischer höhlenspezifischer Unfall, der zu einer langwierigen Rettungsaktion führte und den Verlust eines Tauchers bedeutete.
- •Bei archäologischen Ausgrabungen wurde in den Höhlen eine römische Münze aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. entdeckt, die den Kaiser Arcadius zeigt.
- •Die Höhlen dienten während der Carlistenkriege und des Spanischen Bürgerkriegs als Zufluchtsort, unter anderem als Unterbringung für Strafbataillone in den 1940er-Jahren.
Geschichte
Die Höhlen entstanden während der quartären Vergletscherung (Würm-Vergletscherung) vor etwa 25.000 bis 30.000 Jahren.
Archäologische Ausgrabungen haben Hinweise auf menschliches Leben seit dem Äneolithikum gefunden, das sich als Zufluchtsort über die römische Zeit bis ins 4.
Jahrhundert n.
Chr.
fortsetzte.
Zwischen dem 15.
und 19.
Jahrhundert erzählt die lokale Tradition, dass die Höhlen für Zeremonien der Hexerei genutzt wurden, die Aquelarres genannt werden.
Zuerst wurden die Höhlen 1929 für die Öffentlichkeit geöffnet, später während des Spanischen Bürgerkriegs geschlossen und danach zeitweise wieder zugänglich gemacht.
Moderne Beleuchtung und touristische Infrastruktur wurden in den 1990er-Jahren installiert und verbessern das Besuchererlebnis, während gleichzeitig die natürliche und historische Substanz des Ortes bewahrt bleibt.
Ortsführer
Cathedral HallQuartär (vor 25.000-30.000 Jahren)
Die Cathedral Hall ist eine großartige Kammer in den Höhlen mit einer Höhe von bis zu 16 Metern. Sie zeigt beeindruckende natürliche Kalksteinformationen, die sich über Jahrtausende durch Wassererosion geformt haben.
Chimney oder DolinaIm Quartär entstanden
Ein Bereich, in dem das Höhlendach eingestürzt ist und eine Öffnung geschaffen wurde, durch die natürliches Licht und Luft in das Höhlensystem gelangen – das verstärkt die einzigartige Atmosphäre.
Interpretation Center von Villanúa2009
Das 2009 eröffnete Center bietet anschauliche Ausstellung über die Geologie, Archäologie und die lokale Geschichte der Höhle und verbessert das Verständnis der Besucher durch interaktive Präsentationen.
Kontakt
Telefon: 974 37 84 65