
Kloster von Rot
Sūhāj
Das Kloster von Rot, auch bekannt als Kloster des Apa Psoi, ist ein bedeutendes koptisch-orthodoxes Kloster in der Nähe der Stadt Sohag in Oberägypten. Benannt nach dem Heiligen Psoi, zeichnet sich das Kloster durch seine auffälligen roten (gebrannten) Ziegelmauern aus, die am Sockel besonders dick sind und oben von Hohlkehlen (Cavetto-Gesimsen) gekrönt werden – eine Anmutung an antike ägyptische Tempel. Architektonisch ist es dem nahegelegenen Weißen Kloster ähnlich. Es stammt aus dem 4. oder 5. Jahrhundert n. Chr. und wurde vom Heiligen Bishoy gegründet, einem Zeitgenossen des Gründers des Weißen Klosters. Die Hauptkirche im Inneren des Klosters ist eine Basilika mit einem langen, rechteckigen Mittelschiff, seitlichen Seitenschiffen, oberen Emporen, trikonchigen Apsiden und einem großen rechteckigen Raum. Zu den besonderen architektonischen Merkmalen zählen zwei Säulen, die vor dem Chor errichtet wurden, um die Breite des Mittelschiffs an den schmalen Eingang zum Heiligtum anzupassen – eine Lösung, die später in der Kirchenarchitektur vielfach übernommen wurde. Zum Klosterkomplex gehören außerdem befestigte Mauern sowie Reste eines Industriegebiets nördlich der Kirche. Obwohl es in der Römerzeit Bränden ausgesetzt war und unter Berberangriffen litt, ist das Kloster bis heute ein bedeutender religiöser Ort für die lokalen koptischen Gemeinden und Pilger – besonders während der großen liturgischen Festtage. Seine Mauern und Kirchenmalereien zeigen biblische Szenen sehr anschaulich, darunter Gestalten wie Jesus Christus und die Jungfrau Maria, und unterstreichen so die kulturelle und religiöse Bedeutung.
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Tipp: Besuchen Sie das Kloster von Rot an Werktagen zwischen 9:00 und 17:00 Uhr, um das beste Erlebnis zu haben. Es empfiehlt sich, den Besuch außerhalb der großen religiösen Festtage zu planen, um Menschenmengen zu vermeiden. Wo möglich, ist der frühzeitige Kauf von Tickets anzuraten. Besucher sollten sich bescheiden kleiden – respektvoll gegenüber dem religiösen Ort. Geführte Touren können helfen, die reiche Geschichte und die architektonischen Besonderheiten des Ortes besser zu verstehen. Das Kloster ist von Sohag aus erreichbar, etwa 21 Kilometer westlich gelegen.
Interessante Fakten
- •Der Name des Klosters von Rot leitet sich von seinen charakteristischen roten, gebrannten Ziegelmauern ab – im Unterschied zum nahegelegenen Weißen Kloster aus Stein.
- •Die architektonische Lösung, zwei Säulen vor dem Chor zu ergänzen, um die Breite des Mittelschiffs auszugleichen, wurde hier erstmals verwendet und später in der Kirchenarchitektur breit übernommen.
- •Die Befestigungsmauern des Klosters dürften bis in die Regierungszeit von Kaiserin Helena zurückreichen und umfassen Wohnbereiche, eine Kirche, Lagerräume und eine Wasserquelle – so konnten Mönche über lange Zeiträume dort leben.
- •Die Kirchenmalereien im Inneren des Klosters zeigen biblische Szenen mit Darstellungen von Jesus Christus, der Jungfrau Maria, den Vier Evangelien und den Aposteln, gemalt in Tempera.
- •Das Kloster wurde kurz vor der Französischen Invasion in Ägypten 1798–99 von den Mamluken geplündert und in Brand gesetzt.
Geschichte
Das Kloster von Rot wurde im frühen 4.
Jahrhundert n.
Chr.
vom Heiligen Bishoy gegründet, einem bedeutenden ägyptischen Heiligen und Zeitgenossen des Gründers des Weißen Klosters.
Der Bau dürfte in das 5.
Jahrhundert fallen: Errichtet wurde es hauptsächlich aus roten, gebrannten Ziegeln – im Gegensatz zur steinernen Bauweise des Weißen Klosters.
Das Kloster erlitt in der Römerzeit erhebliche Schäden durch Brände sowie durch Angriffe der Berber.
Kurz vor der Französischen Invasion in Ägypten 1798–99 wurde es zudem geplündert und verbrannt.
Über die Jahrhunderte blieb das Kloster ein wichtiger religiöser und kultureller Ort für die koptischen Christen in Oberägypten; Teile seiner Befestigungen und der Kirchenbau sind bis heute erhalten.
Ortsführer
Kirche des Heiligen Pshoi5th century
Die Hauptkirche des Klosters wurde in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts als Basilika errichtet. Sie besitzt ein langes rechteckiges Mittelschiff mit Seitengängen sowie obere Emporen und trikonchige Apsiden. Der Bau besteht überwiegend aus rotem Ziegelmauerwerk und zeigt besondere architektonische Elemente wie zwei Säulen vor dem Chor, um die Breite des Mittelschiffs mit dem Eingang zum Heiligtum in Einklang zu bringen. Die Kirche ist mit biblischen Wandmalereien ausgeschmückt, die Jesus Christus, die Jungfrau Maria und weitere religiöse Gestalten darstellen.
Befestigungsmauern und klösterliche Wohnbereiche4th century
Südlich der Kirche liegen die ungefähr quadratischen Befestigungsmauern. Sie umfassen vier Etagen, wobei die unteren beiden aus gebrannten Ziegeln bestehen und die oberen beiden aus luftgetrockneten Lehmziegeln. Die Festung enthält Zellen für die Mönche, eine Kirche, Lagerräume und eine Wasserquelle – das ermöglicht ein langes Wohnen und die Verteidigung. Die Festung dürfte in die Regierungszeit von Kaiserin Helena datieren.
Reste des Industriegebiets
Nördlich der Kirche befinden sich Reste, die vermutlich zu einem Industriegebiet gehören, das mit dem Kloster verbunden war. Diese Ruinen geben Aufschluss über die autarke Ausrichtung der monastischen Gemeinschaft und deuten auf Produktions- oder Lageraktivitäten hin.