Weiße Kloster

Sūhāj

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Das Weiße Kloster, auch als Kloster des Abba Shenouda bekannt, ist ein bedeutendes koptisch-orthodoxes Kloster nahe Sohag in Oberägypten. Benannt nach seiner auffälligen weißen Fassade aus Kalkstein, weist es architektonelle Ähnlichkeiten mit dem nahegelegenen Roten Kloster auf. Gegründet wurde es Mitte des 5. Jahrhunderts von Saint Pigol. Unter Saint Shenoute gewann es stark an Bedeutung: Er erweiterte die klösterliche Gemeinschaft erheblich auf tausende Mönche und Nonnen und vergrößerte das Klostergelände auf über 12.000 Acres. Das Kloster beherbergte eines der größten koptischen Bibliotheken, mit über 1.000 Codices – heute ist jedoch nur ein kleiner Teil erhalten. Im Verlauf des Mittelalters beherbergte es armenische Mönche und überstand Angriffe sowie Phasen des Niedergangs, vor allem nach der muslimischen Eroberung Ägyptens. Obwohl es 1798 durch die Mamluken zerstört wurde, erfolgte im frühen 19. Jahrhundert unter Muhammad Ali ein teilweiser Wiederaufbau; seitdem gab es verschiedene Restaurierungen. Die Anlage umfasst Reste von Zellen, Küchen und Vorratsräumen und spiegelt damit das Leben der Klostergemeinschaft in früheren Zeiten wider. Heute ist es ein bedeutendes religiöses und architektonisches Denkmal, das das koptisch-christliche Erbe und die Klosterttradition verkörpert.

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Interessante Fakten

  • Das Kloster beherbergte einst eine der größten koptischen Bibliotheken mit über 1.000 Codices; heute ist nur etwa 10% erhalten.
  • Im 8. Jahrhundert verursachte der arabische Gouverneur al-Qasim ibn Ubayd Allah innerhalb der Klosterkirche einen tödlichen Unfall mit seiner Nebenfrau.
  • Im 11. und 12. Jahrhundert beherbergte das Kloster armenische Mönche, darunter den Künstler Theodore of Kaysun.
  • Es wurde 1168 während der Kreuzzugszeit von Shirkuh angegriffen.
  • Die Einfriedungsmauer und der Hauptturm (Keep) wurden vermutlich im Mittelalter errichtet, um Schutz gegen Überfälle von Beduinen zu bieten.

Geschichte

442

Das Weiße Kloster wurde um 442 n.

Chr.

von Saint Pigol gegründet, dem Onkel von Saint Shenoute, der später Abt des Klosters wurde und die Gemeinschaft sowie den Besitz deutlich ausweitete.

Im 5.

641

Jahrhundert erlebte das Kloster seine Blüte, doch nach der muslimischen Eroberung im Jahr 641 n.

Chr.

begann es zu verfallen – unter anderem aufgrund hoher Abgaben.

1168

Im Mittelalter beherbergte es armenische Mönche und wurde angegriffen, unter anderem durch Shirkuh im Jahr 1168.

Im 13.

Jahrhundert lag das Kloster in weiten Teilen in Trümmern; genutzt blieb im Wesentlichen nur noch die Kirche.

1798

1798 wurde es von den Mamluken geplündert und niedergebrannt, anschließend aber in den frühen 1800er-Jahren unter Muhammad Ali teilweise wiederaufgebaut.

Die nachfolgenden Restaurierungen im 20.

Jahrhundert haben weite Teile seiner Bausubstanz erhalten.

Ortsführer

1
Hauptkirche des Weißen Klosters5. Jahrhundert
Zugeschrieben frühen koptischen Architekten und Mönchen

Die zentrale Kirche besitzt charakteristische Mauern aus weißem Kalkstein und Elemente der koptischen Architektur. Sie beherbergt alte Gemälde und Inschriften, darunter auch einige, die auf das 11. und 12. Jahrhundert zurückdatieren, und zeigt damit das reiche religiöse und künstlerische Erbe des Klosters.

2
Ruinen monastischer Zellen und Vorratsgebäude5. Jahrhundert und später

Rund um die Kirche befinden sich die Reste von Zellen, Küchen und Vorratsräumen, die von der klösterlichen Gemeinschaft während der Blütezeit des Klosters genutzt wurden. Diese Ruinen geben Aufschluss über den Alltag und die Organisation einer großen monastischen Bevölkerung.

3
Einfriedungsmauer und KeepMittelalter

Vermutlich im Mittelalter errichtet, schützte die Einfriedungsmauer das Kloster und bot Schutz vor Angriffen durch Beduinen. Der Keep diente als befestigter Zufluchtsort innerhalb der Anlage.