Tartu Alte Sternwarte
Tartumaa
Die Tartu Alte Sternwarte liegt auf dem Hügel Toomemägi in Tartu, Estland, und ist eine historische Sternwarte, die einst im Mittelpunkt der astronomischen Forschung in der Region stand. Sie wurde im frühen 19. Jahrhundert auf dem Gelände der mittelalterlichen Schlossruinen eines Bischofs gegründet. Dort beherbergte sie zu ihrer Zeit eines der größten Linsen-Teleskope der Welt: den Fraunhofer-Refraktor mit einer 9-Zoll-Linse, der 1824 installiert wurde. Die Sternwarte wurde unter anderem von renommierten Astronomen wie Friedrich Georg Wilhelm Struve geleitet, der hier bahnbrechende Studien zu Doppelsternen und Entfernungen zu Sternen durchführte. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert erweiterte die Sternwarte ihre Instrumente und ihren wissenschaftlichen Fokus – unter anderem um Seismologie und Astrofotografie. Obwohl die astronomische Forschung 1964 aufgrund von Lichtverschmutzung und Platzmangel zur Tõravere-Sternwarte verlegt wurde, ist die Tartu Alte Sternwarte bis heute ein kultureller und bildender Ort. Heute arbeitet sie als Museum mit astronomischen Ausstellungen, veranstaltet öffentliche Vorträge, Beobachtungstermine und Science-Events und bewahrt so ihr Erbe als Leuchtturm der estnischen Astronomie.
Planen Sie Ihre Reise nach Estland mit KI
Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.
Tipp: Besuchen Sie die Sternwarte in den Frühlings- und Sommermonaten für besseres Wetter und öffentliche Beobachtungs-Events. Schauen Sie auf der Website des Tartu University Museum nach, um geführte Touren und Vorträge im Voraus zu buchen. Oft gibt es Ermäßigungen für Studierende und Gruppen. Die Sternwarte nimmt an lokalen Festen wie Tartu Hansapäevad teil und bietet dabei spezielle Wissenschaftsprogramme. Wer am Tag der estnischen Unabhängigkeit (24. Februar) früh ankommt, kann die traditionelle Flaggenhiss-Zeremonie an der Sternwarte miterleben.
Interessante Fakten
- •Der 1824 installierte Fraunhofer-Refraktor war zur damaligen Zeit das größte und beste Linsen-Teleskop der Welt.
- •Friedrich Georg Wilhelm Struve war der Erste, der Entfernungen zu Sternen von dieser Sternwarte aus maß.
- •Der Kuppelbau wurde 1825 erweitert, um das große Fraunhofer-Teleskop unterzubringen.
- •1969 wurde ein Denkmal für Struve vor der Sternwarte enthüllt.
- •Die letzte wissenschaftliche Beobachtung der Sternwarte fand 1985 statt – dabei wurde die Position des Kometen Halley bestimmt.
- •Seit 1988 weht die estnische Flagge ununterbrochen an der Sternwarte: Sie wird weder bei Sonnenuntergang eingeholt noch bei Sonnenaufgang gehisst.
Geschichte
Die ersten provisorischen Sternwarten in Tartu wurden zwischen 1805 und 1809 eingerichtet, bevor 1810 auf dem Hügel Toomemägi die dauerhafte Sternwarte gebaut wurde.
Friedrich Georg Wilhelm Struve wurde 1813 zum Direktor, und brachte internationale Anerkennung mit seinen Studien sowie der Installation des Fraunhofer-Refraktors im Jahr 1824.
Es folgten aufeinander andere Direktionen, die den wissenschaftlichen Wirkungskreis weiter ausbauten – darunter Johann Heinrich Mädler und Thomas Clausen.
1897 wurde ein Pavillon für das Repsold-Transitfernrohr hinzugefügt.
Die Forschung lief bis 1964, als die Aktivitäten zur neueren Tõravere-Sternwarte verlagert wurden.
Die alte Sternwarte wurde 1971 zum Museum und 2011 renoviert sowie als Teil des Museums der Universität Tartu wiedereröffnet.
Ortsführer
Hauptkuppel und Fraunhofer-Refraktor1824
Die zentrale Kuppel beherbergt das historische Fraunhofer-Refraktor-Teleskop, das vor allem wegen seiner 9-Zoll-Linse bekannt ist – bei seiner Installation das weltweit größte Teleskop dieser Art. Es wurde von Struve in großem Umfang für Beobachtungen von Doppelsternen genutzt.
Repsold-Transit-Pavillon1897
Dieser 1897 am Hang des Toomemägi-Hügels errichtete Pavillon beherbergte das Repsold-Transitfernrohr, das für präzise Messungen in der Astrometrie und für Astrofotografie genutzt wurde – besonders für Kometen und Asteroiden.
Astronomie-Museumsausstellung
Die Ausstellung befindet sich im ersten Stock und zeigt die Geschichte der Sternwarte sowie astronomische Instrumente – einschließlich Modelle und anschauliche Bildungsstationen rund um die Astronomie.
Kontakt
Telefon: 737 6932