
St. Johannes-Kirche, Tartu
Tartumaa
Die St. Johannes-Kirche in Tartu (Estland) ist eine lutherische Backsteingotik-Kirche, die Johannes dem Täufer gewidmet ist. Ihre Anfänge reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück; archäologische Hinweise deuten darauf hin, dass bereits im 12. Jahrhundert eine hölzerne Kirche an dieser Stelle gestanden haben könnte. Die Kirche erlebte bedeutende Umbauten, vor allem nach Schäden durch den Großen Nordischen Krieg und den Zweiten Weltkrieg. Architektonisch ist sie besonders wegen ihrer fast zweitausend handgefertigten Terrakottafiguren bekannt, mit denen die Außenfassade geschmückt ist: Jede Figur ist einzigartig modelliert, und heute sind noch etwa zweihundert erhalten. Man vermutet, dass die Figuren Bürger von Tartu darstellen oder möglicherweise andere Gestalten, teils mit Kronen. Mitte des 18. Jahrhunderts wurden barocke Kapellen ergänzt, außerdem besitzt die Kirche zwei Glocken, benannt nach den Schutzheiligen von Tartu. Heute dient sie der Estnischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und wird von der Tartu University-St. Johannes-Gemeinde genutzt. Die Kirche hat nicht nur religiöse Bedeutung, sondern ist auch historisch und kulturell wichtig – als eines der Wahrzeichen von Tartu.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der St. Johannes-Kirche sind die wärmeren Monate – dann lässt sie sich besonders angenehm erkunden, und außerdem finden häufig Ausstellungen oder Konzerte statt, da die Kirche oft kulturelle Veranstaltungen beherbergt. Es lohnt sich, auf der offiziellen Website nachzusehen oder die Kirche nach Veranstaltungsterminen sowie möglichen Führungen zu fragen. In der Regel ist eine Ticketbuchung im Voraus nicht erforderlich, aber Besucher sollten nach speziellen Ausstellungen oder Konzerten erkundigen. Ermäßigungen gibt es möglicherweise für Studierende oder Gruppen. Die Kirche ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar und bietet eine ruhige Atmosphäre zum Innehalten und für Fotos.
Interessante Fakten
- •Ursprünglich war die Außenfassade mit fast 2.000 einzigartigen Terrakottafiguren verziert, von denen heute etwa 200 erhalten sind.
- •Einige Terrakottafiguren tragen Kronen – das könnte darauf hindeuten, dass sie eher Adlige oder symbolische Gestalten darstellen und nicht nur einfache Stadtbewohner.
- •Das Große Feuer von Tartu im Jahr 1775 begann in der Nähe der St. Johannes-Kirche, doch die Kirche selbst blieb von der Zerstörung verschont.
- •Seit 1999 hat die Kirche zwei Glocken namens Peetrus und Paulus – nach den Schutzheiligen der Stadt St. Peter und St. Paul.
Geschichte
Die frühesten urkundlichen Hinweise zur St.
Johannes-Kirche datieren ins 14.
Jahrhundert; archäologische Funde sprechen dafür, dass bereits im 12.
oder frühen 13.
Jahrhundert eine hölzerne Kirche an diesem Ort stand.
Ursprünglich war die Kirche katholisch, wechselte jedoch im späten 16.
Jahrhundert nach dem Livländischen Krieg zur lutherischen Nutzung.
Die Kirche wurde während des Großen Nordischen Krieges beschädigt und danach weitgehend wiederaufgebaut.
Sie überstand das Große Feuer von Tartu im Jahr 1775, das weite Teile des umliegenden Gebiets zerstörte.
Im 18.
Jahrhundert kamen barocke Kapellen und neue Glocken hinzu.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche erneut in Mitleidenschaft gezogen, anschließend erfolgte die Restaurierung zwischen 1944 und 2005.
Im Laufe ihrer Geschichte diente die Kirche in Tartu als religiöse, Bildungs- und Kultureinrichtung.
Ortsführer
Terrakottafiguren14. Jahrhundert ab
Das bemerkenswerteste Merkmal der Kirche ist die umfangreiche Sammlung handgefertigter Terrakottafiguren, die die Außenwände schmücken. Jede Figur ist einzigartig und soll Bürger von Tartu oder auch symbolische Gestalten darstellen – das verleiht der Kirche einen unverwechselbaren künstlerischen und historischen Charakter.
Barocke Kapellen1746 und 1769
Diese im Jahr 1746 und 1769 ergänzten Kapellen zeigen den barocken Architekturstil und geben Einblicke in das sich wandelnde Erscheinungsbild der Kirche sowie ihre religiösen Funktionen im 18. Jahrhundert.
Kirchenglocken Peetrus und Paulus1999
Diese Glocken wurden 1999 installiert und nach St. Peter und St. Paul benannt, den Schutzheiligen von Tartu. Sie stehen sinnbildlich für die Verbindung der Kirche mit dem religiösen Erbe der Stadt.
Kontakt
Telefon: 744 2229