Ambla-Kirche

Ambla-Kirche

Järvamaa

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Die Ambla-Kirche, offiziell bekannt als Ambla Püha Neitsi Maarja Kirik, ist eine bedeutende mittelalterliche Kirche in Ambla, Järvamaa, Estland. Sie wurde um 1270 von den Livländischen Ordensrittern errichtet, nachdem die Region unter ihre Kontrolle gekommen war. Damit gilt sie als die älteste erhaltene Kirche in Järvamaa und zugleich als eine der ältesten in Zentralestland. Architektonisch handelt es sich um eine Hallenkirche mit drei Schiffen und einem burgähnlichen Äußeren: gekennzeichnet durch hohe Fenster und eine schlichte, eher nüchterne Fassade. An der Westwand befindet sich eines der frühesten Rosenfenster Estlands, außerdem gibt es am südlichen Chorwall ein seltenes Rundfenster. Im Inneren findet man einen gewölbten Chor sowie schlanke runde Säulen, die die Gewölbe tragen – mit romanisch wirkenden Kapitellen, die Arbeiten des Gotland-Meisters Lafrans Botvidarson ähneln. Historisch diente die Kirche als Verteidigungsstützpunkt, weil sie strategisch weit weg von der Hauptburg in Paide lag. 1857 erlitt sie einen schweren Brand, der Dach und Turmspitze zerstörte; später wurde alles im neogotischen Stil wiederaufgebaut, inspiriert von der Tallinner Oleviste Church. Die Kirche beherbergt einen Altar und eine Kanzel im Stil der Renaissance aus dem 17. Jahrhundert sowie eine Altarwand, die 1849 im neogotischen Stil bemalt wurde. Die Ambla-Kirche ist bis heute eine aktive Pfarrkirche unter der Estonian Evangelical Lutheran Church und liegt umgeben vom Friedhof von Ambla, der bemerkenswerte Gedenkstätten und Gräber umfasst. Die gelungene Mischung aus mittelalterlicher Architektur, historischer Widerstandskraft und kultureller Bedeutung macht die Ambla-Kirche zu einem einzigartigen Wahrzeichen in Estland.

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Tipp: Die beste Zeit, um die Ambla-Kirche zu besuchen, sind die Sommermonate: Dann ist das Wetter angenehm und das Kirchgelände ist zugänglich. Besucher werden gebeten, die Öffnungszeiten im Voraus zu prüfen, da sie variieren können. Der Eintritt ist in der Regel frei, Spenden sind jedoch willkommen. Es empfiehlt sich, geführte Touren im Voraus zu buchen, um die historischen und architektonischen Details der Kirche in Ruhe genießen zu können. Der Jahrestag der Kirche wird am 2. Juli gefeiert – das kann ein besonders spannender Zeitpunkt für einen Besuch sein.

Interessante Fakten

  • Die Ambla-Kirche ist die älteste erhaltene Kirche in Järvamaa und eine der ältesten in Zentralestland.
  • Wahrscheinlich war sie die erste estnische Kirche mit einem hohen Westturm, der nicht aus der Mauer herausragt, und sie stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts.
  • Das Rosenfenster an der Westwand gehörte zu den ersten in Estland.
  • Die Kirche diente aufgrund ihres abgelegenen und verwundbaren Standorts im Vergleich zur Hauptburg in Paide als Festung.
  • Ein einzigartiges Grabplattenstück in trapezförmiger Form mit einem lateinischen Kreuz aus dem Mittelalter befindet sich im Turmgewölbe und ist in Järvamaa einzigartig.
  • Der Brand von 1857 zerstörte zwar Dach und Turmspitze, ließ aber Altar, Kanzel und Orgel unter den Gewölben unbeschadet.

Geschichte

Der Bau der Ambla-Kirche begann Mitte des 13.

1270

Jahrhunderts, wahrscheinlich um 1270, durch den Livländischen Orden nach deren Eroberung von Järvamaa im Jahr 1238.

Ursprünglich als Wehrkirche errichtet, besaß sie damals einen der ersten hohen Westtürme in Estland sowie frühe Beispiele von Rosenfenstern.

1516

1516 wurde das Kirchenherrengut durch den Ordensmeister Wolter von Plettenberg eingerichtet.

Die mittelalterlichen Einbauten gingen vermutlich während des Livländischen Krieges verloren.

1857

1857 zerstörte ein großer Brand Dach und Turmspitze.

Diese wurden im folgenden Jahr im neogotischen Stil wiederhergestellt.

In den anschließenden Renovierungen in der zweiten Hälfte des 19.

und im 20.

Jahrhundert wurde das architektonische Erbe der Kirche bewahrt und wiederhergestellt.

Ortsführer

1
Westliches Rosenfenster13. Jahrhundert

Eines der frühesten Rosenfenster Estlands an der Westfassade. Besonders bemerkenswert ist sein gotisches Design und seine Seltenheit in mittelalterlichen estnischen Kirchen.

2
Gewölbter Chor und LanghausEnde des 13. bis Anfang des 14. Jahrhunderts
Possibly Lafrans Botvidarson

Im Inneren erwartet Besucher ein geräumiger gotischer Hallenraum mit schlanken runden Säulen, die hohe Gewölbe tragen. Verziert sind die Kapitelle im romanischen Stil; sie könnten vom Gotland-Meister Lafrans Botvidarson gefertigt worden sein.

3
Neugotische Turmspitze1858
Gustav Heinrich Beermann

Nach dem Brand von 1857 wiederaufgebaut: Die 49,5 Meter hohe Turmspitze folgt dem Stil der Tallinner Oleviste Church und zeigt neogotische architektonische Elemente.

4
Renaissance-Altar und Kanzelca. 1620
Berendt Geistmann (Altar), Adam Pampelt (Kanzel), Johann Valentin Rabe (Schallbrett)

Die Anlage stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert. Altar und Kanzel sind feine Beispiele der Renaissance-Handwerkskunst, mit späteren barocken Ergänzungen an der Schalldecke der Kanzel.

Kontakt

Telefon: 383 4033