
Reigi-Kirche
Hiiumaa
Die Reigi-Kirche liegt auf der Insel Hiiumaa in Estland und ist eine geräumige, lichtdurchflutete steinerne Kirche im gotischen Stil, die zwischen 1799 und 1802 erbaut wurde. Sie ersetzte eine frühere hölzerne Kirche und wurde von Baron Otto Reinhold Ludwig von Ungern-Sternberg zum Gedenken an seinen Sohn Gustav Dietrich Otto von Ungern-Sternberg in Auftrag gegeben. An der Kirche gibt es einen markanten Wetterhahn in Form einer Lilie (Fleur-de-lis) aus dem Wappen der Familie Ungern-Sternberg. Im Inneren beherbergt die Kirche wertvolle Kunstschätze, darunter zwei Holzgemälde aus dem 17. Jahrhundert, die das Letzte Abendmahl darstellen, sowie hölzerne Schmuck- und Skulpturenelemente aus dem 16. bis 18. Jahrhundert – allesamt als Kulturerbe geschützt. Die Orgel ist besonders bemerkenswert, da man annimmt, dass sie von einem ortsansässigen Handwerker auf Hiiumaa gefertigt wurde. Rund um die Kirche befindet sich ein alter Friedhof mit Gräbern des baltisch-deutschen Adels, von Pastoren und von ortsansässigen Bauern – ein Spiegel der vielfältigen historischen Bevölkerungsstruktur der Region. Die Kirche wurde restauriert, wobei eine bedeutende Renovierung im Jahr 1899 ihr heutiges Aussehen prägte. Die Reigi-Kirche ist bis heute eine aktive Pfarrkirche der Estnischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und gehört zu den geheimnisvollsten sowie historisch bedeutendsten sakralen Orten auf Hiiumaa.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der Reigi-Kirche sind die wärmeren Monate, wenn das Wetter ein komfortables Erkunden der Kirche und des umliegenden Friedhofs ermöglicht. Besucher werden ermutigt, die Öffnungszeiten im Voraus zu prüfen und sich für geführte Touren zu entscheiden, um die Kunst und die Geschichte der Kirche in vollem Umfang zu würdigen. Eintrittskarten oder Spenden unterstützen die Erhaltungsmaßnahmen, und für Gruppen oder Senioren können Ermäßigungen verfügbar sein. In der Hochsaison ist eine frühzeitige Buchung ratsam, um den Zugang zu Einlass und zu besonderen Ausstellungen oder Veranstaltungen zu sichern.
Interessante Fakten
- •Der Wetterhahn der Kirche zeigt eine Fleur-de-lis aus dem Wappen der Familie Ungern-Sternberg – das ist für eine Kirche ungewöhnlich.
- •Die Reigi-Kirche beherbergt zwei Holzgemälde aus dem 17. Jahrhundert mit dem Motiv des Letzten Abendmahls, die als Kulturerbe geschützt sind.
- •Die Orgel im Inneren soll von einem ortsansässigen Handwerker auf Hiiumaa gefertigt worden sein – und ist damit auf der Insel einzigartig.
- •Der umliegende Friedhof umfasst Gräber des baltisch-deutschen Adels sowie bedeutender Pastoren, die zur lokalen Kultur beigetragen haben.
- •Die Kirche wurde als Gedenkstätte durch einen Baron für seinen früh verstorbenen Sohn errichtet.
Geschichte
Die früheste Überlieferung zu einer Kirche in Reigi reicht bis ins Jahr 1627 zurück; bereits im 16.
Jahrhundert gab es dort eine hölzerne Kapelle.
Die heutige steinerne Kirche wurde zwischen 1799 und 1802 errichtet, um eine baufällige hölzerne Kirche zu ersetzen, und wurde am 24.
August 1802 geweiht.
Sie wurde von Baron Otto Reinhold Ludwig von Ungern-Sternberg zum Gedenken an seinen Sohn in Auftrag gegeben.
Ursprünglich diente die Kirche einer schwedischen Mehrheitspfarrei, bis es 1781 zur Deportation der Küstenschweden kam, danach waren die Esten vorherrschend.
Eine größere Renovierung im Jahr 1899 prägte das heutige Erscheinungsbild der Kirche.
Im 20.
Jahrhundert wurden die Kirchenglocken während der Kriegsbesetzungen abgenommen, aber 1923 durch Glocken ersetzt, die in Estlands erster Glockengießerei gegossen wurden.
Ortsführer
Hauptschiff und Altar1802
Das geräumige Hauptschiff wird von großen Fenstern erhellt, zeigt gotische Gestaltungselemente und beherbergt den Altarbereich, in dem regelmäßig Gottesdienste stattfinden.
Holzgemälde des Letzten Abendmahls17. Jahrhundert
Zwei Holzgemälde aus dem 17. Jahrhundert, die das Letzte Abendmahl darstellen, sind als Kunstdenkmäler geschützt und werden innerhalb der Kirche ausgestellt. Sie zeigen eine außergewöhnliche religiöse Kunst aus der Zeit.
Hölzerne Bildhauerarbeiten16.–18. Jahrhundert
Im Inneren der Kirche finden sich hölzerne skulpturale Details aus dem 16. bis 18. Jahrhundert – ein Spiegel der Handwerkskunst und der künstlerischen Stile dieser Zeiträume.
Wetterhahn mit Wappen der Familie Ungern-Sternberg1802
Ganz oben auf dem Kirchturm sitzt ein Wetterhahn in Form einer Fleur-de-lis aus dem Wappen der Familie Ungern-Sternberg. Er symbolisiert die Patronage der Familie und das besondere architektonische Detail.
Kirchhof
Der historische Kirchhof rund um die Kirche umfasst Gräber des baltisch-deutschen Adels, von Pastoren und von ortsansässigen Bauern und gibt damit Einblicke in die Sozialgeschichte der Region.