
St. Olafs Kirche
Harjumaa
St. Olafs Kirche, die vor Ort Oleviste kirik genannt wird, ist eine bedeutende Kirche im gotischen Stil im Altstadtbereich von Tallinn. Ursprünglich im 12. Jahrhundert von skandinavischen Händlern erbaut, ist sie König Olaf II. von Norwegen geweiht – einem hochverehrten Heiligen. In den Jahrhunderten des 14. und 15. Jahrhunderts erfuhr die Kirche umfangreiche Umbauten. Der weithin in Erinnerung gebliebene, weithin sichtbare Turm galt historisch als einer der höchsten Bauwerke weltweit und erreicht heute ungefähr 124 Meter. Mehrere Brände, die durch Blitzeinschläge ausgelöst wurden, hat sie überstanden. Außerdem diente sie unterschiedlichen religiösen Gemeinschaften – von römisch-katholisch über lutherisch und heute als Baptistenkirche. Besonders hervorzuheben ist das reich verzierte Kircheninnere: darunter eine große pneumatische Orgel aus dem 19. Jahrhundert sowie eine Aussichtsebene mit Panoramablick. Der Turm wurde einst vom sowjetischen KGB zur Überwachung genutzt. St. Olaf ist weiterhin ein aktiver Ort des Gottesdienstes und ein zentrales kulturelles sowie architektonisches Symbol von Tallinn.
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Tipp: Besucher sollten nach Möglichkeit unter der Woche kommen, um Menschenmassen zu vermeiden, und den Panoramablick von der Aussichtsplattform genießen, die ab dem 1. April geöffnet ist. Tickets für den Zugang zum Turm sollten, wenn möglich, im Voraus gekauft werden. Die Kirche bietet regelmäßige Gottesdienste und Live-Übertragungen sonntags und donnerstags – so ergeben sich gute Möglichkeiten für kulturelles und spirituelles Erleben. Geringe Rabatte können für Gruppen oder besondere Anlässe verfügbar sein. Die beste Reisezeit ist der Frühling bis in den frühen Herbst, wenn das Wetter am angenehmsten ist und der Turm gut zugänglich ist.
Interessante Fakten
- •Der Turm von St. Olafs Kirche galt im 16. Jahrhundert zeitweise als das höchste Gebäude der Welt, in manchen Quellen mit Schätzungen von bis zu 159 Metern.
- •Der Kirchturm wurde etwa zehn Mal vom Blitz getroffen und verursachte Brände, die zu umfangreichen Wiederaufbauten führten.
- •Von 1944 bis 1991 nutzte das sowjetische KGB den Turmaufbau der Kirche als Funkturm und als Überwachungsstation.
- •Die Orgel in der Kirche, erbaut zwischen 1840 und 1842 von Friedrich Hermann Lütkemüller, verfügt über 76 Register und pneumatische Trakturen.
- •Eine Legende erzählt von einem Fremden, der den Turm der Kirche gebaut haben soll, aber in den Tod stürzte, als sein Name entdeckt wurde – als Symbol für einen Fluch, der mit der Höhe der Kirche verbunden ist.
Geschichte
St.
Olafs Kirche reicht bis ins 12.
Jahrhundert zurück, mit den ersten schriftlichen Aufzeichnungen aus dem Jahr 1267.
In den Jahrhunderten des 14.
und 15.
Jahrhunderts wurde sie umfangreich wiederaufgebaut, erhielt ihre gotische Form und den weithin in den Himmel ragenden Turm.
Ursprünglich römisch-katholisch, wurde sie während der Reformation im 16.
Jahrhundert lutherisch und später nach der sowjetischen Besetzung 1950 eine baptistische Kirche.
Der Turm gehörte historisch zu den höchsten der Welt und wurde von der KGB von 1944 bis 1991 als Funkturm und Überwachungspunkt genutzt.
Über die Jahrhunderte erlitt die Kirche mehrere Brände – besonders 1625 und 1820 – und musste sich danach mehrfachen Wiederaufbauten unterziehen.
Ortsführer
Aussichtsplattform
Die Aussichtsplattform liegt 60 Meter über dem Boden und bietet Panoramablicke über die Altstadt von Tallinn und darüber hinaus. Sie ist für Besucher in den wärmeren Monaten zugänglich.
Hauptschiff und gotische Architektur15. Jahrhundert
Das Hauptschiff der Kirche ist eine dreischiffige Basilika mit einer Höhe von 31 Metern. Es zeigt gotische Gestaltungselemente aus dem 15. Jahrhundert, darunter Kreuzrippengewölbe und spitz zulaufende Bögen.
Die Orgel1840-1842
Diese große pneumatische Orgel wurde von Friedrich Hermann Lütkemüller zwischen 1840 und 1842 gebaut. Sie hat 76 Register, drei Manuale und ein Pedal. Bekannt ist sie für ihren kräftigen Klang und ihre historische Bedeutung.
St.-Marien-(Bremer)-Kapelle1521
Die 1521 datierende Kapelle an der Südseite des Chors ist ein prachtvolles Beispiel für die spätgotische Architektur. Sie beherbergt das Kenotaph des Händlers Hans Pawel.
Kontakt
Telefon: 641 2241