Schleswig-Dom

Schleswig-Dom

Schleswig-Holstein

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Der Schleswig-Dom, offiziell der Dom St. Peter zu Schleswig, ist ein bedeutendes religiöses und architektonisches Bauwerk in Schleswig-Holstein, Deutschland. Ursprünglich nach der Gründung des Bistums Schleswig im Jahr 947 entstanden, begann der Bau des heutigen Doms im Jahr 1134 als romanische Basilika und entwickelte sich über Jahrhunderte hinweg zu einer spätgotischen Hallenkirche. Er besteht aus einer Mischung aus Granit, Tuff, Sandstein und Backstein. Berühmt ist der Dom vor allem wegen seines eindrucksvollen gotischen Westturms, der 1894 vollendet wurde: Er ragt 112 Meter in die Höhe und bietet Panoramablicke von einer 65 Meter hohen Aussichtsplattform. Im Inneren können Besucher unter anderem bedeutende Kunstwerke bewundern, darunter der gotische Altar der Heiligen Drei Könige, eine bronzene Tauffünge von Ghert Klinghe aus dem Jahr 1480 sowie den berühmten Bordesholm-Altar. Darüber hinaus besitzt der Dom eine historische Bedeutung als Begräbnisstätte von König Friedrich I. von Dänemark und als ehemaliger Sitz des Bischofs von Schleswig. Zu den architektonischen Besonderheiten zählen das romanische Petri-Portal mit detailreichen Tympanon-Skulpturen, die Sakristei, die zu einem herzoglichen Grab umgestaltet wurde, sowie die Schwahl-Klausur mit mittelalterlichen Fresken. Heute dient der Dom als Sitz des lutherischen Bischofs von Schleswig und Holstein und ist bis heute ein wichtiger Mittelpunkt für religiöses und kulturelles Leben in der Region.

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Tipp: Besucher sollten unbedingt die Aussichtsplattform im gotischen Westturm erklimmen – die Aussicht auf Schleswig, die Schlei und das Dorf Holm ist spektakulär. Der Dom ist täglich geöffnet, und geführte Touren, einschließlich besonderer Turmbesteigungen mit Glocken, werden angeboten. Um Wartezeiten zu vermeiden, wird empfohlen, Tickets oder Touren im Voraus zu kaufen bzw. zu buchen. Ein Besuch in der Adventszeit bietet ein besonderes Erlebnis: In den Schwahl-Klausur findet ein kleiner Kunstmarkt statt. Für Gruppen, Senioren und Studierende können Ermäßigungen verfügbar sein.

Interessante Fakten

  • Der kopflose Körper von König Niels von Dänemark wurde 1134 im Dom aufgebahrt, und eine lokale Sage besagt, dass sein Geist den Dom heimsucht und mit seinen Jagdhunden die umliegenden Moore durchstreift.
  • Der 1894 vollendete gotische Westturm ist 112 Meter hoch – eine Höhe, die im Vergleich zu den Gesamtproportionen des Doms als unverhältnismäßig hoch gilt.
  • Das Petri-Portal, das auf etwa 1180 datiert wird, zeigt im Tympanon Christus unter Evangelisten und Heiligen. Für den Bau kamen verschiedene Materialien zum Einsatz, darunter Granit, roter Sandstein, Kalkstein und Tuff.
  • Die Schwahl-Klausur, die zwischen 1310 und 1320 erbaut wurde, wurde früher für Prozessionen genutzt und ist mit restaurierten mittelalterlichen Fresken geschmückt, die das Leben Christi und legendäre Geschöpfe darstellen.
  • Der Dom beherbergt den Bordesholm-Altar, ein Meisterwerk der Holzbildhauerkunst, sowie eine vier Meter hohe Holzskulptur des Christophorus von Hans Brüggemann.

Geschichte

850

Die Ursprünge des Schleswig-Doms reichen zurück bis zu einer Missionskirche, die um 850 in Haithabu gegründet wurde, sowie zur Einrichtung des Bistums Schleswig im Jahr 947.

Der genaue Standort und die Größe des ersten Doms sind jedoch unbekannt.

1134

Der Bau der heutigen romanischen Basilika begann 1134 und wurde etwa um 1200 fertiggestellt; später wurde sie zwischen 1200 und 1408 zu einer gotischen Hallenkirche erweitert.

1275

Nachdem zwei Türme 1275 eingestürzt waren, wurde der hochgotische Hallenchor errichtet und etwa um 1300 vollendet.

Sein endgültiges Erscheinungsbild erhielt der Dom im späten 19.

1894

Jahrhundert, als der gotische Turm im Stil der Gotik (Westturm) gebaut wurde und 1894 fertiggestellt war.

Über seine Geschichte hinweg diente er als religiöses Zentrum, als herzogliche Grabstätte und als kulturelles Wahrzeichen.

Ortsführer

1
Petri-Portalca. 1180

Das Haupteingangstor zum Dom: Dieses romanische Portal stammt aus der Zeit um 1180 und zeigt ein reich plastisch gestaltetes Tympanon mit Christus, umgeben von Evangelisten und Heiligen. Das Portal ist aus verschiedenen Steinen gebaut, darunter Granit, roter Sandstein aus Skåne, Kalkstein aus Gotland und Tuff aus dem Rheinland. An beiden Seiten flankieren verwitterte Löwen-Skulpturen den Eingang.

2
Hochgotischer Hallenchorca. 1300
Magister rusticus (unbekannt)

Dieser Chor wurde nach dem Einsturz älterer Türme errichtet und um 1300 fertiggestellt. Er zeigt Fresken mit biblischen Szenen wie der Verkündigung und der Krönung Mariens. Die Chorbänke wurden von einem unbekannten Künstler geschaffen, der Anfang des 16. Jahrhunderts als Magister rusticus bekannt war.

3
Schwahl-Klausur1310-1320

Die dreiflügelige Klausur wurde zwischen 1310 und 1320 erbaut und liegt am nördlichen Ende des Langhauses. Sie diente für kirchliche Prozessionen. Dort finden sich restaurierte mittelalterliche Fresken mit Szenen aus dem Leben Christi und verschiedenen legendären Geschöpfen. In der Adventszeit beherbergen die Klausur einen kleinen Kunstmarkt.

4
Gotischer Westturm1888-1894
Friedrich Adler (Architekt)

Der Turm wurde von 1888 bis 1894 auf Wunsch von König Wilhelm II. von Preußen errichtet. Mit seinen 112 Metern ist er ein markantes Element der Dom-Skyline. Er umfasst eine Aussichtsplattform in 65 Metern Höhe, von der aus man einen Panoramablick auf Schleswig, die Schlei und das Fischerdorf Holm hat. Geführte Touren zu den Glocken oberhalb der Plattform sind verfügbar.

5
Bordesholm-AltarAnfang des 16. Jahrhunderts

Dieser berühmte Altar ist ein Meisterwerk der spätgotischen Holzbildhauerkunst und ein Höhepunkt der innenliegenden Kunstsammlung des Doms. Er ist wegen seiner feinen Detailarbeit und seiner religiösen Bedeutung besonders bekannt.

Kontakt

Telefon: 04621 989857