
Photo by Athina Vrikki on Unsplash (@athina_vr)
Kirche des Hl. Lazarus
Larnaka
Die Kirche des Hl. Lazarus in Larnaka auf Zypern ist eine bedeutende orthodoxe byzantinische Kirche aus dem späten 9. Jahrhundert, die wegen ihrer Verbindung zu Lazarus von Betanien verehrt wird. Laut Überlieferung soll Lazarus aus Judäa nach Zypern geflohen sein und der erste Bischof von Kition geworden sein. Die Kirche wurde über seinem angeblichen zweiten Grab errichtet und ist als längliche Basilika mit drei Seitenschiffen gestaltet: Massive Kalksteinpfeiler tragen mehrere Kuppeln, von denen manche zerstört und später in unterschiedlichen Stilen wiederaufgebaut wurden. Innen besonders hervorzuheben ist die einzigartige barocke Ikonostase: fein aus Holz geschnitzt und Ende des 18. Jahrhunderts vergoldet. Sie beherbergt Ikonen von Malern wie Michael Proskynetes und Hatzimichael. Im Laufe ihrer Geschichte geriet die Kirche während der Herrschaft der Franken und Venezianer unter römisch-katholischen Einfluss, wurde in der Zeit der Osmanen zu einer Moschee umgewandelt und schließlich wieder für den orthodoxen Gebrauch restauriert. Ein Brand im Jahr 1970 verursachte große Schäden im Inneren, doch die Ikonostase wurde inzwischen teilweise wiederhergestellt. Die Kirche ist bis heute ein lebendiger religiöser Ort – besonders am Lazarus-Samstag, wenn die Ikone des Hl. Lazarus durch die Straßen von Larnaka getragen wird und die tiefe lokale Verbundenheit sowie das kulturelle Erbe symbolisiert.
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Tipp: Besucher sollten in Erwägung ziehen, an der Prozession zum Lazarus-Samstag teilzunehmen, die acht Tage vor Ostern stattfindet – ein Höhepunkt der lokalen religiösen Tradition. Es empfiehlt sich, die offizielle Website der Kirche für monatliche Termine und besondere Gottesdienste zu prüfen. Tickets werden in der Regel nicht benötigt, dennoch sind angemessene, respektvolle Kleidung und ein entsprechendes Verhalten gefragt. Ein früher Besuch am Morgen kann eine ruhigere Erfahrung bieten, bevor die Menschenmengen ankommen. Ermäßigungen gibt es üblicherweise für Gruppen und religiöse Pilger.
Interessante Fakten
- •Die Kirche ist über dem angeblichen zweiten Grab des Lazarus gebaut, der – so heißt es – nach seiner Auferstehung noch 30 Jahre in Zypern gelebt haben soll.
- •Im Jahr 890 wurde ein Grab gefunden, dessen Inschrift Lazarus als „vier Tage tot, Freund Christi“ bezeichnet.
- •Die barocke Ikonostase der Kirche wurde zwischen 1773 und 1782 gefertigt und bis 1797 vergoldet.
- •Während der osmanischen Herrschaft wurde die Kirche in eine Moschee umgewandelt, später jedoch wieder dem christlichen Gebrauch zurückgegeben – wegen des benachbarten christlichen Friedhofs.
- •Die 1972 unter dem Altar entdeckten menschlichen Überreste wurden als Teil der Reliquien des Hl. Lazarus identifiziert – ein Hinweis darauf, dass nicht alle nach Konstantinopel verlegt wurden.
Geschichte
Die Kirche des Hl.
Lazarus wurde in der Zeit vom späten 9.
bis zum frühen 10.
Jahrhundert auf Anordnung des byzantinischen Kaisers Leo VI.
errichtet, nachdem 890 in Larnaka das Grab des Lazarus entdeckt worden war.
Die Reliquien des Heiligen wurden 898 nach Konstantinopel gebracht, später jedoch im Zuge des Vierten Kreuzzugs verloren.
Unter der Herrschaft der Franken und Venezianer wurde die Kirche römisch-katholisch und erhielt ein Vorzeichen im gotischen Stil.
Die osmanische Eroberung im Jahr 1571 führte zur Zerstörung der Kuppeln und zur Umwandlung in eine Moschee, doch 1589 wurde sie an die orthodoxe Gemeinschaft zurückverkauft.
Der Glockenturm wurde 1857 nach osmanischer Erlaubnis neu errichtet.
Im Jahr 1970 beschädigte ein Brand das Kircheninnere; bei den Restaurierungsarbeiten wurden 1972 Reliquien des Heiligen unter dem Altar entdeckt.
Ortsführer
Hauptbasilika und Seitenschiffe9th-10th century
Eine längliche Basilika mit etwa 31,5 × 14,5 Metern, unterteilt in drei Seitenschiffe. Massive Kalksteinpfeiler tragen die Kuppeln sowie halb zylindrische Dächer und machen den byzantinischen Baustil besonders anschaulich.
Barocke Ikonostase1773-1797
Eine einzigartige, reich verzierte Ikonostase aus Holz mit feiner Schnitzarbeit und Vergoldung, geschaffen zwischen 1773 und 1782 von Chatzisavvas Taliadorou. Dargestellt sind Ikonen, die von Michael Proskynetes und Hatzimichael gemalt wurden – sie bildet damit ein bedeutendes künstlerisches und religiöses Zentrum.
Gotisches Portal (Stoa)13th-16th centuries
Hinzugefügt während der Herrschaft der Franken und Venezianer (13.–16. Jahrhundert): Diese steinüberdeckte Vorhalle zeigt gotische Gestaltungselemente und trägt Inschriften auf Griechisch, Latein und Französisch – ein Spiegel der unterschiedlichen historischen Einflüsse auf die Kirche.
Glockenturm1857
Der Glockenturm wurde ursprünglich in der frühen osmanischen Zeit zerstört und 1857 im lateinischen Stil wiederaufgebaut – nachdem die osmanischen Behörden die Errichtung von Glockentürmen wieder erlaubt hatten. Damit steht er sinnbildlich für die Widerstandskraft und die Kontinuität der Kirche.
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