Shuanglin-Tempel
Shanxi Sheng
Der Shuanglin-Tempel liegt im ländlichen Gebiet bei dem Dorf Qiaotou, etwa 6–7 Kilometer südwestlich von Pingyao in der Provinz Shanxi, China. Er ist ein großer buddhistischer Tempel, der vor allem wegen seiner beeindruckenden Sammlung von mehr als 2.000 lebhaft gefärbten Tonstatuen aus dem 12. bis 19. Jahrhundert bekannt ist. Ursprünglich im Jahr 571 n. Chr. während der Nördlichen Qi-Dynastie gegründet, stammen die heutigen Gebäude des Tempels hauptsächlich aus der Ming- und der Qing-Dynastie. Der Tempel gehört zum UNESCO-Welterbe „Altstadt von Pingyao“ – gemeinsam mit dem Zhenguo-Tempel und den Stadtmauern. Das Tempelensemble besteht aus zehn Hallen, die in drei Höfen angeordnet sind und von einer festen, mauerartigen Einfriedung umschlossen werden. In diesen Hallen stehen Skulpturen, die Buddhas, Bodhisattvas, Arhats, himmlische Generäle, Kriegerwachen und das einfache Volk darstellen – ausgeführt als Flachreliefs, Hochreliefs und in runder Form. Die kunstvollen Hintergründe zeigen Landschaften sowie Szenen des Alltags. Besonders hervorzuheben ist die Halle der Devas, in der die Figuren von Vajrapani und den Vier Himmelskönigen zu sehen sind. Die Arhat-Halle enthält achtzehn erhabene Gestalten sowie eine vergoldete Bodhisattva-Statue, die auf einem Lotus sitzt. Der Tempel wird oft als „Museum der farbigen Skulpturen“ bezeichnet und gilt als eines der besten Beispiele der chinesischen Kunst der farbigen Bildhauerei. Trotz seiner großen kulturellen Bedeutung wurden viele Statuen während der Kulturrevolution beschädigt, und Erhaltungsmaßnahmen stoßen aufgrund von Umwelteinflüssen und Problemen bei der Instandhaltung auf Schwierigkeiten. Das künstlerische und religiöse Erbe des Tempels gewährt einen eindrucksvollen Einblick in die chinesische buddhistische Kultur und die Skulpturentraditionen über mehrere Dynastien hinweg.
Planen Sie Ihre Reise nach China mit KI
Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.
Tipp: Besucher sollten den Shuanglin-Tempel am besten tagsüber besuchen, um die detailreichen Skulpturen und die Tempelarchitektur in vollem Umfang zu würdigen. Es empfiehlt sich, Tickets im Voraus zu kaufen – besonders in der Hauptsaison –, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Geringe Rabatte können für Schüler, Senioren oder Gruppen verfügbar sein. Tragen Sie bequeme Schuhe, da das Tempelgelände mehrere Hallen und Höfe umfasst. Fotografieren ist in der Regel erlaubt, prüfen Sie aber mögliche Einschränkungen innerhalb der Hallen. Erwägen Sie, einen sachkundigen Guide zu engagieren, um die reiche Symbolik und die Geschichte der Skulpturen besser zu verstehen.
Interessante Fakten
- •Der Shuanglin-Tempel beherbergt über 2.000 farbige Tonskulpturen, von denen etwa 1.650 noch erhalten sind.
- •Zu den Darstellungen gehören Figuren von Buddha, Bodhisattvas, Arhats, himmlischen Generälen und gewöhnlichen Menschen, die in verschiedenen künstlerischen Stilen von der Song- bis zur Qing-Dynastie ausgeführt sind.
- •Der Tempel ist unter dem Spitznamen „Museum der farbigen Skulpturen“ bekannt und gilt als eines der besten Beispiele der chinesischen farbigen Bildhauerei.
- •Die Augen der Statuen sind aus glasiertem Glas gefertigt, wodurch ein lebensechter Effekt entsteht, der Besucher scheinbar „verfolgt“.
- •Das Tempelgelände wirkt wie eine Festung mit hohen Erd-/Lehmwällen und Schießscharten, die in der Ming-Dynastie errichtet wurden.
- •Die Skulpturen sind hinter vergitterten Kammern ausgestellt, die als Tableaus angeordnet sind – häufig mit landschaftlichen Hintergründen wie fließendem Wasser oder Wolken, was die visuelle Wirkung verstärkt.
Geschichte
Der Shuanglin-Tempel wurde im Jahr 571 n.
Chr.
während der Nördlichen Qi-Dynastie gegründet und hieß ursprünglich Zongdu-Tempel.
In der Nördlichen Song-Dynastie wurde er Shuanglin genannt, inspiriert von buddhistischen Schriften.
In den folgenden Dynastien – Liao, Jin, Yuan, Ming und Qing – erfuhr der Tempel umfangreiche Umbauten, wobei die meisten erhaltenen Bauten aus der Zeit der Ming- und Qing-Dynastie stammen.
Im Laufe seiner Geschichte war der Tempel ein bedeutendes Zentrum buddhistischer Kunst, besonders bekannt für seine farbigen Tonstatuen.
Durch die Kulturrevolution wurden viele Statuen beschädigt und gestohlen, doch Restaurierungsarbeiten haben dazu beigetragen, dieses einzigartige Kulturerbe zu bewahren.
Heute gehört er zum UNESCO-Welterbe der „Altstadt von Pingyao“ und spiegelt damit seine kulturelle und historische Bedeutung wider.
Ortsführer
Halle der Devas
In dieser Halle sind Skulpturen von Vajrapani und den Vier Himmelskönigen zu sehen – als Schutzgottheiten innerhalb der buddhistischen Tradition.
Arhat-Halle (Luohan Ting)Song bis Qing-Zeit
Enthält achtzehn skulptierte Arhats, dargestellt als edle und freundliche Gestalten mit eng geschnitzten Gewändern. Eine besonders bemerkenswerte vergoldete Bodhisattva-Statue sitzt im Schneidersitz auf einem Lotus, mit einem Sumeru-Thron darunter.
Halle der Tausend BuddhasMing-Dynastie
Bietet Aufstellung für eine Statue des Dharmapala Weituo, ein Meisterwerk der buddhistischen Bildhauerkunst aus der Ming-Dynastie, sowie für weibliche Figurinen in sitzender Haltung und ein Haupt-Gottheit, die über einem eingerollten Drachen posiert.
Bodhisattva-Halle
Hier stehen die wichtigsten Bodhisattva-Statuen sowie zahlreiche farbenfrohe Skulpturen, die buddhistische Figuren und Begleiter zeigen – mit Fokus auf die künstlerische Vielfalt und die religiöse Bedeutung.
Kontakt
Telefon: 0354 577 9023