Pingyao: Altstadt
Shanxi Sheng
Pingyao: Die Altstadt liegt im Zentrum der Provinz Shanxi in China und ist eine der am besten erhaltenen antiken, von Mauern umgebenen Städte des Landes. Ursprünglich im 9. Jahrhundert v. Chr. während der Zhou-Dynastie gegründet, erreichte die Stadt zur Zeit der Ming- und Qing-Dynastien ihren architektonischen und wirtschaftlichen Höhepunkt. Berühmt ist sie für ihre vollständig erhaltenen Stadtmauern, die traditionellen Gassen und nahezu 4.000 Geschäfte und Wohnhäuser, die die Stadtplanung und die architektonischen Stile dieser Epochen widerspiegeln. Pingyao war im späten Kaiserreich ein entscheidendes Finanzzentrum und beherbergte über zwanzig Finanzinstitute, darunter das berühmte Rishengchang, das als erste Entwurfsbank (Draft Bank) in China gilt. Der Grundriss der Stadt folgt dem traditionellen ba gua-Muster: mit sechs Stadttoren sowie einem Netz aus Straßen und Gassen, das sein historisches Erscheinungsbild weitgehend bewahrt hat. Jenseits der Stadtmauern tragen bedeutende Stätten des kulturellen Erbes wie der Shuanglin-Tempel und der Zhenguo-Tempel zur besonderen kulturellen Vielfalt bei. Heute ist Pingyao eine lebendige Stadt mit über 20.000 Einwohnern und bietet Besuchern einen einzigartigen Einblick in Chinas Wirtschafts- und Architekturgeschichte. 1997 wurde die Stadt zum UNESCO-Welterbe erklärt, und sie ist in China als nationales AAAAA-Touristenziel klassifiziert.
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Tipp: Besucher sollten planen, Pingyao in der Frühling- oder Herbstzeit zu erkunden, wenn das Wetter angenehm und der Himmel klarer ist. Während die Straßen in der Altstadt ohne Eintrittsgebühr zugänglich sind, empfiehlt sich der Kauf eines Kombitickets, um wichtige Attraktionen wie die Stadtmauern, die Rishengchang-Bank und lokale Tempel zu besuchen. Wer Tickets im Voraus bucht, kann helfen, Wartezeiten in der Hochsaison zu vermeiden. Die Stadt bietet verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten in traditionellen Innenhofpensionen, und lokale Spezialitäten wie Pingyao-Rindfleisch sowie Lackwaren lohnen sich als Mitbringsel und Souvenirs.
Interessante Fakten
- •Pingyao: Die Altstadt gehört zu den wenigen chinesischen Städten, die ihre vollständigen Stadtmauern und den städtischen Grundriss aus der Ming- und Qing-Dynastie noch erhalten haben.
- •Im späten 19. Jahrhundert galt die Stadt als Finanzzentrum des Qing-Reichs und beherbergte über 20 Entwurfsbanken – darunter die erste Chinas, Rishengchang.
- •Der nahegelegene Shuanglin-Tempel bei Pingyao beherbergt über 2.000 bemalte Skulpturen aus den Zeiten der Ming- und Qing-Dynastien; er wird oft als „chinesische Kunstgalerie für bemalte Skulpturen“ bezeichnet.
- •Die Stadtmauern von Pingyao haben sechs Tore: Das Süd- und das Nordtor symbolisieren den Kopf und den Schwanz der Schildkröte, wodurch die Stadt den Spitznamen „Schildkrötenstadt“ trägt.
- •Die Stadt ist weiterhin von über 20.000 Menschen bewohnt, was sie zu einem seltenen Beispiel einer „lebenden Altstadt“ macht.
Geschichte
Die Anfänge von Pingyao reichen bis zur Zhou-Dynastie um 827–782 v.
Chr.
zurück, als erstmals Erdwallanlagen errichtet wurden.
In der Zeit der Frühlings- und Herbstannalen sowie der Zeit der Streitenden Reiche entwickelte sich die Siedlung unter verschiedenen Königreichen weiter, bevor sie während der Han-Dynastie zu einem wichtigen Verwaltungszentrum wurde.
Die heute noch erhaltenen Stadtmauern und der städtische Grundriss stammen vor allem aus der Hongwu-Zeit der Ming-Dynastie (um 1370).
Im 16.
Jahrhundert war Pingyao zu einem regionalen Finanzzentrum geworden und erreichte in der späten Qing-Dynastie mit zahlreichen Entwurfsbanken, die innerhalb der Stadtmauern operierten, landesweite Bedeutung.
Seit dem 15.
Jahrhundert hat die Stadt immer wieder Restaurierungen erfahren, wobei die großen Erhaltungsmaßnahmen in der zweiten Hälfte des 20.
Jahrhunderts begannen.
1986 wurde Pingyao als „Chinesische historische und kulturelle Stadt“ ausgewiesen, und 1997 als UNESCO-Welterbe eingetragen.
Ortsführer
Stadtmauern und Tore1370
Die antiken Stadtmauern, die größtenteils während der Ming-Dynastie errichtet wurden, gehören zu den am besten erhaltenen in China. Sie haben sechs Tore, vier Ecktürme und zahlreiche Wachtürme. Ein Spaziergang oben auf der Mauer bietet Panoramablicke über die Stadt und die umliegende Landschaft.
Entwurfsbank Rishengchang1823
Rishengchang wurde im frühen 19. Jahrhundert gegründet und war die erste und größte Entwurfsbank in China. In der späten Qing-Zeit kontrollierte das Institut fast die Hälfte des Silberhandels des Landes. Das Museum zeigt die Geschichte des chinesischen Bank- und Handelswesens.
Shuanglin-Tempel11. Jahrhundert (im Rahmen von Wiederaufbauten in Ming- und Qing-Zeit)
Der Shuanglin-Tempel liegt 6 Kilometer südwestlich der Stadt. Er ist vor allem wegen seiner mehr als 2.000 eindrucksvoll bemalten Skulpturen aus den Ming- und Qing-Dynastien bekannt und gilt als Meisterwerk der chinesischen religiösen Kunst.
Zhenguo-TempelZeit der Fünf Dynastien (10. Jahrhundert)
Der Zhenguo-Tempel befindet sich 12 Kilometer nordöstlich von Pingyao. Er beherbergt eine der frühesten und wertvollsten Holzbauten Chinas – darunter die Wanfo-Halle aus der Zeit der Fünf Dynastien.
Antike Gassen und Wohnhäuser14.–19. Jahrhundert
Die Stadt verfügt über über 300 Straßen und Gassen, gesäumt von beinahe 4.000 traditionellen Geschäften und Wohnhäusern. Dabei sind die ursprünglichen Architekturmerkmale aus der Ming- und Qing-Zeit erhalten geblieben – und sorgen so für ein lebendiges Erlebnis städtischen Lebens aus vergangenen Zeiten.