Xi'an-Stadtmauer
Shaanxi Sheng
Die Xi'an-Stadtmauer ist ein beeindruckendes Beispiel für die antike chinesische Militärarchitektur. Sie wurde ursprünglich im 14. Jahrhundert unter dem Ming-Kaiser Hongwu errichtet. Die Anlage sollte die Stadt vor Einfällen aus dem Norden und vor Unruhen schützen und ältere Befestigungen aus den Sui- und Tang-Dynastien mit einbeziehen. Die Mauer bildet eine gewaltige rechteckige Umfriedung und umfasst rund 14 Quadratkilometer um das historische Stadtzentrum von Xi'an – eine Stadt, die über mehrere Dynastien als kaiserliche Hauptstadt diente und zugleich das östliche Ende der antiken Seidenstraße markierte. Im Laufe der Jahrhunderte erhielt die Mauer mehrere große Renovierungen, besonders Ende der 1500er Jahre, Ende der 1700er Jahre und 1983. Dabei wurden unter anderem Mauerverstärkungen mit blauen Ziegeln vorgenommen, die Entwässerung verbessert und wichtige Türme und Tore restauriert. Die breite Basis, die mehr als 15 Meter stark ist, diente zudem im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzbunker. Heute zählt die Xi'an-Stadtmauer zu den am besten erhaltenen Stadtmauern Chinas. Besucher genießen Panoramablicke von den Zinnen aus – und erleben einen greifbaren Bezug zur reichen kaiserlichen Vergangenheit der Stadt. Die Anlage ist als National Historical and Cultural Unit anerkannt und steht auf der vorläufigen UNESCO-Liste, als Teil der „Stadtmauern der Ming- und Qing-Dynastien“.
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Tipp: Für das beste Erlebnis besuchen Sie die Mauer im Frühling oder Herbst, wenn das Wetter mild ist und die Aussicht besonders angenehm. Tickets gibt es vor Ort, doch wer im Voraus bucht, kann sich Warteschlangen oft ersparen. Die Mauer ist täglich von 8:00 bis 22:00 Uhr geöffnet und ermöglicht so auch Abendbesuche für die beleuchteten Ausblicke. Ermäßigungen können für Studierende und Seniorinnen bzw. Senioren verfügbar sein. Aufgrund der Länge der Mauer und der Höhenunterschiede werden bequeme Wanderschuhe empfohlen.
Interessante Fakten
- •Die Xi'an-Stadtmauer zählt zu den ältesten und am besten erhaltenen Stadtmauern Chinas und umschließt etwa 14 Quadratkilometer.
- •Die Basis ist über 15 Meter dick und breit genug, um während Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg rund 1.000 Menschen Schutz zu bieten.
- •Die Mauer integriert alte Wallanlagen aus den Sui- und Tang-Dynastien und ist damit ein Verbund aus mehreren historischen Epochen.
- •Sie ist seit 1961 als National Historical and Cultural Unit gelistet und steht auf der vorläufigen UNESCO-Welterbeliste.
- •Die Stadtmauer wurde mehrfach aufgefrischt, mit großen Renovierungen Ende der 1500er Jahre, Ende der 1700er Jahre und 1983.
Geschichte
Mit dem Bau der Xi'an-Stadtmauer wurde 1370 unter dem Ming-Gründungskaiser Zhu Yuanzhang begonnen.
Dabei wurden ältere Befestigungen aus der Tang-Dynastie mit einbezogen.
Zunächst aus gestampfter Erde errichtet, wurde sie später mit blauen Ziegeln verstärkt und während der Qing-Dynastie unter Kaiser Qianlong im Jahr 1781 erweitert.
In der Zeit der Ming- und Qing-Dynastie erfüllte die Mauer strategische Verteidigungsaufgaben und wurde in der Republikzeit unterschiedlich stark instand gehalten.
In den 1920er- und 1930er-Jahren erlitt sie Schäden durch Bombardierungen, wurde jedoch mehrfach repariert und restauriert – unter anderem 1983.
2008 wurde sie als UNESCO-Welterbestätte vorgeschlagen, was ihre kulturelle und historische Bedeutung unterstreicht.
Ortsführer
Südtor (Yongning-Tor)14. Jahrhundert
Das bedeutendste und bekannteste Tor der Xi'an-Stadtmauer, das ursprünglich als Hauptzugang zur antiken Stadt diente. Es ist eine eindrucksvolle Anlage mit traditionell chinesischer Architektur – mit mehreren Türmen und charakteristischen Verteidigungselementen.
Zinnen und Wehrgänge14. Jahrhundert mit späteren Renovierungen
Oben auf der Mauer befinden sich breite Wehrgänge, auf denen Besucher entlang des gesamten Verlaufs zu Fuß gehen oder auch mit dem Fahrrad fahren können. So bieten sich Panoramablicke über Xi'ans Altstadt und die moderne Skyline.
Ecktürme14. Jahrhundert
An jeder Ecke der Stadtmauer befinden sich diese Türme. Sie wurden zur Überwachung und Verteidigung eingesetzt und zeigen traditionelle architektonische Stile der Ming-Dynastie.
Graben und Entwässerungssystem1983 restauriert
Rings um die Mauer verläuft ein Graben, der im Rahmen moderner Renovierungen wiederhergestellt wurde. Historisch sollte er die Verteidigung der Stadt verbessern, indem direkte Angriffe deutlich schwieriger gemacht werden.