Ruinen der St.-Pauls-Kirche
Macao
Die Ruinen der St.-Pauls-Kirche in Macau sind das, was von einem groß angelegten katholischen Komplex aus dem 17. Jahrhundert geblieben ist: Dazu gehörten die St.-Pauls-College und die Church of St. Paul, auch bekannt als Mater Dei. Erbaut von Jesuiten zwischen 1602 und 1640, war er einst eine der größten katholischen Kirchen Asiens. Das Bauwerk wurde im Zuge eines Taifuns im Jahr 1835 durch ein Feuer zerstört; übrig blieb nur die kunstvoll verzierte steinerne Fassade, die sich auf einem Hügel befindet – erreichbar über 68 steinerne Stufen. Die Fassade ist besonders wegen ihres barocken Stils mit asiatischen Elementen sehenswert: etwa chinesische Wächterlöwen sowie Reliefs, die von japanischen christlichen Handwerkern beeinflusst sind, die im späten 16. Jahrhundert aus Japan vertrieben wurden. Der Ort dient außerdem als Begräbnisstätte für koreanische und japanische Sklaven aus der Zeit des portugiesischen Sklavenhandels. Heute stehen die Ruinen für die einzigartige Ost-West-Mischung Macaus und gehören zum UNESCO-geschützten „Historic Centre of Macau“. Konservierungsmaßnahmen in den 1990er-Jahren legten die Krypta und die Fundamente frei und brachten historische Fundstücke sowie Reliquien von christlichen Märtyrern ans Licht. Die Ruinen werden mit modernen Stützstrukturen gesichert, um ihre ästhetische Wirkung zu bewahren – und sind so eines der meistbesuchten Wahrzeichen Macaus sowie ein Zeugnis seines kolonialen und religiösen Erbes.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der Ruinen der St.-Pauls-Kirche sind die kühleren Monate von Oktober bis Dezember, um der heißen und schwül-warmen Sommerzeit in Macau zu entgehen. Kommen Sie früh am Tag, um Menschenmengen zu vermeiden und die ruhige Atmosphäre des Ortes zu genießen. Tickets sind in der Regel nicht erforderlich, um die Fassade zu sehen. In der Nähe gibt es jedoch Museen, die mit Eintrittspreisen verbunden sein können – mitunter gibt es Rabatte für Studierende und Seniorinnen bzw. Senioren. Planen Sie im Voraus, besonders in den großen Festzeiten, wenn das Gelände besonders stark frequentiert ist. Beachten Sie, dass das Klettern auf die Fassade heute nicht mehr erlaubt ist, um die Bausubstanz zu schützen. Kombinieren Sie Ihren Besuch mit Fortaleza do Monte und weiteren Sehenswürdigkeiten im Historic Centre für ein umfassendes kulturelles Erlebnis.
Interessante Fakten
- •In der Fassade finden sich Reliefs mit asiatischen Motiven wie chinesischen Wächterlöwen sowie eine Darstellung von Maria, die eine siebenköpfige Hydra niedertritt – eine Mischung aus östlicher und westlicher Bildsprache.
- •Japanische christliche Handwerker, die 1587 aus Japan vertrieben wurden, haben zum Bau und zur Gestaltung der Fassade beigetragen.
- •Die Ruinen gehören zum Historic Centre of Macau, das seit 2005 UNESCO-Welterbe ist.
- •2010 ernannte die portugiesische Regierung die Ruinen zu einem der „Seven Wonders of Portuguese Origin in the World“.
- •Unter den Ruinen sind Reliquien christlicher Märtyrer sowie rund 250 koreanische und japanische Sklaven begraben.
Geschichte
Die Ruinen der St.-Pauls-Kirche gehörten ursprünglich zu einem Jesuitenkomplex, der zwischen 1602 und 1640 errichtet wurde – mit dem St.-Pauls-College und der Church of St.
Paul.
Damals zählte die Kirche zu den größten katholischen Kirchen in ganz Asien.
1762 wurden die Jesuiten aus Macau vertrieben, was zur Schließung des Colleges führte.
Am 26.
Januar 1835 zerstörte ein verheerendes Feuer während eines Taifuns den Großteil der Kirche und des Colleges; übrig blieben nur die steinerne Fassade und einige Fundamente.
Später wurden die Ruinen bis Mitte des 19.
Jahrhunderts als Friedhof genutzt.
Im 20.
Jahrhundert begannen Erhaltungsmaßnahmen, die schließlich zur Aufnahme des Ortes in die UNESCO-Welterbeliste führten: 2005 als Teil des „Historic Centre“ von Macau.
Restaurierungsarbeiten und archäologische Ausgrabungen in den 1990er-Jahren brachten wichtige Relikte zutage und halfen dabei, die Struktur für künftige Generationen zu stabilisieren.
Ortsführer
Steinerne Fassade1637-1644
Die erhaltene Frontfassade der Church of St. Paul ist ein barockes Meisterwerk, das europäische und asiatische Gestaltungselemente vereint. Zu sehen sind kunstvolle Steinreliefs mit biblischen Szenen, chinesische Wächterlöwen an der Basis sowie Inschriften in chinesischen Schriftzeichen.
Steinstufen17. Jahrhundert
Eine Treppe aus 68 steinernen Stufen führt Besucher zur Fassade hinauf. Sie liegt auf einem kleinen Hügel und bietet einen eindrucksvollen Zugang sowie Panoramablicke auf die Umgebung.
Krypta und Fundamente1990-1995 excavation
Ausgrabungen in den 1990er-Jahren legten die Krypta und die Fundamente unterhalb der Fassade frei und zeigten den Grundriss der ursprünglichen Kirche sowie verschiedene religiöse Artefakte – darunter Reliquien von jesuitischen Missionaren und christlichen Märtyrern.