Kaiyuan-Tempel (Quanzhou)

Kaiyuan-Tempel (Quanzhou)

Fujian Sheng

80/10090 min

Der Kaiyuan-Tempel in Quanzhou (Provinz Fujian) gehört zu den größten und historisch bedeutendsten buddhistischen Tempeln Südchinas. Ursprünglich wurde er 686 in der Tang-Dynastie gegründet und zunächst „Lotus-Tempel“ genannt, bevor es zu mehreren Umbenennungen und Wiederaufbauten kam. Besonders in den Dynastien Song, Yuan und Ming wurde der Tempel mehrfach umgestaltet. Die Tempelanlage umfasst rund 78.000 Quadratmeter und verfügt über eine zentrale Achse mit wichtigen Gebäuden wie dem Bergtor, das mit der Halle der Himmelskönige verbunden ist, der Haupt- Mahavira-Halle (Daxiong Baodian), der Ganlu-Präzept-Plattform und der Sutrenbibliothek. Architektonisch ist die Mahavira-Halle berühmt für ihr „hundertsäuliges“ Design: 86 mächtige Stein­säulen tragen ein filigranes Holzgerüst. Außerdem ist der Tempel bekannt für seine zwei steinernen Pagoden, die Zhen Guo Pagoda und die Ren Shou Pagoda. Sie stehen beispielhaft für die Steinpagodenarchitektur der Song-Dynastie und haben schwere Jahrhunderte überstanden, in denen sie Naturkatastrophen standhielten. Im Tempel werden zahlreiche Reliquien und Statuen aufbewahrt, darunter eine bedeutende hölzerne Buddha-Statue aus der Ming-Dynastie. Der Kaiyuan-Tempel ist bis heute ein wichtiger Mittelpunkt des Han-Chinesischen Buddhismus und zugleich ein Symbol für das reiche kulturelle Erbe von Quanzhou – und spiegelt damit die historische Bedeutung der Stadt als kosmopolitisches maritimes Zentrum in den Epochen der Song- und Yuan-Dynastie wider.

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Tipp: Besucher sollten den Kaiyuan-Tempel vorzugsweise unter der Woche besuchen, um Menschenmengen zu vermeiden – besonders am Morgen, wenn die Atmosphäre ruhig und gelassen ist. In der Hauptsaison wird empfohlen, Tickets oder Eintrittspässe im Voraus zu kaufen. Der Tempel ist über mehrere lokale Buslinien erreichbar, die nahe am Westtor halten. Geringe Eintrittsgebühren können Ermäßigungen für Schüler und Senioren beinhalten. Bequeme Wanderschuhe sind ratsam, da das weitläufige Gelände verschiedene Hallen und Pagoden zum Erkunden umfasst.

Interessante Fakten

  • Die Mahavira-Halle des Kaiyuan-Tempels wird wegen ihrer 86 großen steinernen Säulen, die das Dach tragen, auch „Halle der hundert Säulen“ genannt.
  • Die beiden steinernen Pagoden des Tempels, Zhen Guo und Ren Shou, gehören zu den höchsten und ältesten gepaarten Steinpagoden in China und haben Naturkatastrophen seit über 800 Jahren überstanden.
  • Die hölzerne Buddha-Statue, die in der Ganlu-Präzept-Plattform aufbewahrt wird, stammt aus der Ming-Dynastie und ist ein seltenes erhaltenes Beispiel antiker buddhistischer Bildhauerkunst.
  • Der alte Maulbeerbaum auf dem Tempelgelände gehört zu den ältesten kultivierten Maulbeerbäumen der Welt und soll bis in die Tang-Dynastie zurückreichen.
  • Der Tempel vereint architektonische und künstlerische Elemente, die von buddhistischen, taoistischen und sogar christlichen Motiven beeinflusst sind – ein Spiegel von Quanzhous historischer Weltoffenheit.

Geschichte

686

Der Kaiyuan-Tempel wurde 686 n.

Chr.

in der Tang-Dynastie gegründet; ursprünglich hieß er „Lotus-Tempel“, bevor es zu mehreren Umbenennungen und Wiederaufbauten kam.

738

Seinen heutigen Namen erhielt er 738 n.

Chr.

per kaiserlichem Dekret, um die Kaiyuan-Ära zu würdigen.

Nach Schäden wurden der Tempel und die Anlage mehrfach wiederaufgebaut – unter anderem nach Zerstörungen in der Zeit der südlichen Song- und Yuan-Dynastien.

1637

Besonders im Ming-Zeitalter gab es große Erweiterungen, darunter der Bau der Haupt- Mahavira-Halle im Jahr 1637.

Die beiden steinernen Pagoden wurden in der späten Tang- und Song-Zeit errichtet und haben zahlreiche Erdbeben und Taifune überstanden.

In seiner gesamten Geschichte war der Kaiyuan-Tempel ein bedeutender Ort für buddhistische Lehre und kulturellen Austausch in Quanzhou.

Ortsführer

1
Bergtor und Halle der Himmelskönige1925

Das kombinierte Bergtor und die Halle der Himmelskönige bilden den Haupteingang des Tempels. Es gibt steinerne Säulen, die mit Versen (Couplets) des berühmten Gelehrten Zhu Xi beschriftet sind, sowie mit Kalligrafie des Meisters Hong Yi. Diese Halle dient als schützendes Tor und beherbergt Statuen der Vier Himmelskönige.

2
Mahavira-Halle (Daxiong Baodian)1637

Die Haupt­halle des Tempels, die 1637 während der Ming-Dynastie erbaut wurde, ist vor allem wegen ihrer großen Ausdehnung, des zweistöckigen Satteldachs mit doppelter Dachtraufe sowie der 86 Stein­säulen bekannt, die ein komplexes Holz-Balkensystem tragen. In der Halle befinden sich zudem aufwendige Holzschnitzereien mit fliegenden himmlischen Musikern, die buddhistische und christliche Kunstmotive miteinander verbinden.

3
Ganlu-Präzept-PlattformSong dynasty origin, Ming reconstruction

Ursprünglich in der Song-Dynastie erbaut und im späten Ming-Zeitalter wiederaufgebaut, ist diese achteckige, zweistöckige Anlage eine Plattform für buddhistische Weihezeremonien. Sie beherbergt eine hölzerne Buddha-Statue des Buddha des Lichts (Lushena Buddha) aus der Ming-Zeit.

4
Zhen Guo PagodaOriginal Tang dynasty (865), rebuilt 1238-1250

Auf der Ostseite des Tempels steht diese Steinpagode. Sie wurde ursprünglich in der Tang-Dynastie errichtet und in der Zeit der südlichen Song wiederaufgebaut. Es handelt sich um einen siebenstöckigen achteckigen Turm mit einer Höhe von 48,24 Metern. Die Pagode ist mit besonders feinen Stein­schnitzereien verziert und so gestaltet, dass sie an eine Holzarchitektur erinnert.

5
Ren Shou PagodaOriginal 916 AD, rebuilt 1228-1237

Auf der Westseite des Tempels erhebt sich die Ren Shou Pagoda. Ursprünglich war es ein siebenstöckiger hölzerner Turm aus der Zeit der Fünf Dynastien, der in der südlichen Song-Dynastie als Backstein- und Steinpagode wiederaufgebaut wurde. Sie ist 44,06 Meter hoch und weist detaillierte Steinreliefs auf.

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