Humberstone und Santa Laura Salpeterwerke

Tarapacá

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Humberstone und Santa Laura Salpeterwerke sind zwei ehemalige Salpeterraffinerien in der Atacama-Wüste im Norden Chiles. Sie zählen seit 2005 zu den UNESCO-Welterbestätten. Die Anlagen stehen für den Höhepunkt des Salpeter-Bergbaubooms im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert und spiegeln das industrielle, soziale und architektonische Erbe der Salpeterindustrie wider. 1872 unter peruanischer Verwaltung gegründet, entwickelten sich Humberstone und Santa Laura rasch zu lebendigen Städten, die vor allem durch Architektur im britischen Stil auffallen. Humberstone wurde zum erfolgreichsten Salpeterwerk – insbesondere nach der Modernisierung mit dem Shanks-Extraktionsverfahren im frühen 20. Jahrhundert. Nach der Entwicklung synthetischer Düngemittel ging die Industrie zurück, sodass die Orte bis 1960 verlassen wurden. Restaurierungsmaßnahmen haben zentrale Gebäude erhalten, darunter in Humberstone das Theater, die Kirche und der Laden des Unternehmens, sowie in Santa Laura den markanten Schornstein und die Aufbereitungsanlage. Die Stätten gewähren einen eindrucksvollen Blick auf das Leben der pampino-Arbeiter und auf das industrielle Erbe der chilenischen Salpeter-Ära – vor der kargen Kulisse der Atacama-Wüste.

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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch sind die Monate des chilenischen Frühlings und Herbstes, wenn die Temperaturen milder sind. Besucher sollten in Erwägung ziehen, Tickets im Voraus zu kaufen – besonders in den Hauptreisezeiten. Geführte Touren werden angeboten, um das Erlebnis mit historischem Kontext zu bereichern. Ermäßigungen können für Studierende, Senioren und Gruppen verfügbar sein. Tragen Sie bequeme Schuhe für das Gehen auf unebenem Gelände und bringen Sie Sonnenschutz mit, da das Wüstenklima sehr sonnig ist.

Interessante Fakten

  • Humberstone und Santa Laura beherbergten einst in der Hochphase rund 4.000 Menschen.
  • Die Stätten zeichnen sich durch Architektur im britischen Stil aus, die größtenteils aus importiertem Oregon-Kiefernholz gefertigt wurde.
  • Santa Laura ist vor allem für seinen riesigen Schornstein sowie eine Verarbeitungsanlage bekannt, die als „la máquina“ (die Maschine) bezeichnet wird.
  • Das Shanks-Extraktionsverfahren, das im frühen 20. Jahrhundert eingeführt wurde, steigerte die Salpeterproduktion deutlich.
  • Humberstone diente 2001 als Drehort für die chilenische Seifenoper „Pampa Ilusión“.

Geschichte

1872

Die 1872 gegründeten Salpeterwerke Santa Laura und La Palma (später Humberstone) entstanden, als das Gebiet noch unter peruanischer Kontrolle stand.

Die Anlagen expandierten schnell und wurden zu industriellen Zentren mit britischem Architektureinfluss.

1918

Das Shanks-Extraktionsverfahren wurde zwischen 1918 und 1920 eingeführt und steigerte die Produktivität.

Die Weltwirtschaftskrise und die Erfindung synthetischer Ammoniak-Düngemittel in den späten 1920er-Jahren ließen die Salpeterindustrie kollabieren.

1934

Beide Werke wurden 1934 von COSATAN übernommen und umbenannt, wobei Humberstone zur führenden Anlage wurde.

1960

Der Niedergang setzte sich fort und führte 1960 zur Aufgabe.

1970

Die Stätten wurden 1970 zu nationalen Monumenten erklärt und später restauriert – mit der UNESCO-Welterbe-Auszeichnung 2005 sowie der Entfernung von der Liste der gefährdeten Welterbestätten im Jahr 2019.

Ortsführer

1
Theater von HumberstoneFrühes 20. Jahrhundert

Ein großes Theater, das hauptsächlich aus Oregon-Kiefernholz errichtet wurde und als kulturelles Zentrum für Arbeiter und ihre Familien diente.

2
Laden des Unternehmens (Pulpería)Spätes 19. bis frühes 20. Jahrhundert

Der zentrale Laden, in dem die Arbeiter Waren kauften – ein Spiegel der wirtschaftlichen und sozialen Struktur der Salpeterstädte.

3
Kirche von HumberstoneFrühes 20. Jahrhundert

Eine Kirche aus Oregon-Kiefernholz, die das spirituelle Leben der Gemeinschaft symbolisiert.

4
Schornstein von Santa LauraSpätes 19. Jahrhundert

Ein mächtiger Schornstein, der aus großer Entfernung sichtbar ist – ein Sinnbild für das industrielle Ausmaß der Salpeterwerke.

5
Aufbereitungsanlage von Santa Laura („La Máquina“)Frühes 20. Jahrhundert
William J. Clayton

Eine weitläufige Aufbereitungsanlage aus Oregon-Kiefernholz und Eisen, in der die Kochgefäße (cachuchos) untergebracht waren, die bei der Salpetergewinnung zum Einsatz kamen.

Kontakt

Telefon: (57) 276 0626