Kirche St. Oswald

Kirche St. Oswald

Zug

70/10090 min

Die Kirche St. Oswald liegt im äußeren Altstadtbereich von Zug und ist die größte und bedeutendste Sakralstätte im historischen Zentrum. Der Bau begann 1478 und wurde 1545 abgeschlossen. Aus einer Hallenkirche entwickelte sich die Kirche zu einer dreischiffigen spätgotischen Basilika – eine der großartigsten mittelalterlichen Stadtpfarrkirchen der Schweiz. Die Außenansicht zeigt eine eher schlichte Hauptfassade, die aber durch ein prunkvolles Doppelportal mit Skulpturen von Heiligen und kunstvollen Fialen besonders hervorsticht. Der hohe Kirchturm, bekrönt von einer spitzen Turmspitze, prägt zusammen mit weiteren historischen Türmen die Skyline von Zug. Im Inneren bildet das breite Mittelschiff einen spannenden Kontrast zu den schmalen Seitenschiffen, die durch filigrane Maßwerkfenster beleuchtet werden. Darüber spannt sich ein Netz aus Rippengewölben. Die Ausstattung im Innenraum stammt überwiegend aus dem 19. und dem frühen 20. Jahrhundert – darunter bedeutende Werke wie das „Jüngste Gericht“ (1866) von Melchior Paul Deschwanden sowie Jugendstil-Altarteile von August Weckbecker. Der Chor bewahrt eine reich geschnitzte spätgotische Chorstallsanlage aus dem Jahr 1484 und beherbergt Reliquien des Kirchenpatrons, Oswald von Northumbria, eines Königs aus dem 7. Jahrhundert, der für sein christliches Wirken verehrt wird. Außerdem besitzt die Kirche wertvolle Glasfenster, historische Statuen und eine Orgelempore im Rokoko-Stil. So wird sie zu einem kulturellen und architektonischen Schmuckstück in Zug.

Planen Sie Ihre Reise nach Schweiz mit KI

Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.

Tipp: Besucher sollten in Erwägung ziehen, unter der Woche zu kommen, um Menschenmengen am Wochenende zu vermeiden und eine ruhige Atmosphäre zu genießen. Der Namenstag des Schutzpatrons am 5. August wird mit besonderen Gottesdiensten und Veranstaltungen gefeiert und bietet so ein einzigartiges kulturelles Erlebnis. Für fundierte Einblicke in die Geschichte empfiehlt sich eine vorherige Buchung von Führungen über die Website der Pfarrei. Der Eintritt ist in der Regel frei, Spenden sind jedoch willkommen. Während der Gottesdienste kann das Fotografieren im Kircheninneren eingeschränkt sein – daher vor Ort die Hinweise beachten.

Interessante Fakten

  • Die Kirche beherbergt Reliquien von Oswald von Northumbria, einem König und christlichen Heiligen aus dem 7. Jahrhundert.
  • Die Hauptfassade zeigt ein seltenes Relief, das den Kampf des heiligen Georg mit dem Drachen darstellt – bekannt als Jörgenpforte.
  • Zum Glockengeläut gehören vier Glocken, die 1897 von der Giesserei Rüetschi in Aarau gegossen wurden.
  • Das ursprüngliche Altarbild von 1492, das den Stifter der Kirche und den heiligen Oswald zeigt, ist im Museum Burg Zug erhalten.
  • Die Orgelempore ist in einem eleganten Rokoko-Stil gestaltet und enthält ein Rückpositiv, das in das Geländer der Empore eingelassen ist.

Geschichte

Der Bau der Kirche St.

1478

Oswald begann 1478 während der Stadterweiterung von Zug und wurde bis 1545 vollendet.

Dabei wurde aus einer schlichten Hallenkirche eine imposante dreischiffige Basilika.

1558

Die Turmspitze wurde 1558 ergänzt und trug damit zur Skyline der Stadt bei.

1719

1719 wurde neben dem Chor eine barocke Sakristei angebaut.

Im Laufe der Jahrhunderte war die Kirche zunächst die Hauptpfarrkirche von Zug, bevor sie zur Filialkirche von St.

Michael wurde.

Sie bewahrt Reliquien des Kirchenpatrons Oswald von Northumbria und verknüpft den Ort mit mittelalterlichen christlichen Verehrungstraditionen.

Im 19.

und 20.

Jahrhundert erhielt die Kirche künstlerische Erneuerungen, die den Wandel der Stile von Neorenaissance bis Jugendstil widerspiegeln.

Ortsführer

1
Hauptfassade und Doppelportal15.-16. Jahrhundert

Die Hauptfassade der Kirche ist zwar eher schlicht, wird jedoch durch ein reich verziertes Doppelportal hervorgehoben. Es zeigt fünf Heiligenstatuen unter fialenreichen Baldachinen sowie zwei elegante Wimperge. Über dem südlichen Seitenportal (Jörgenpforte) befindet sich ein wertvolles Relief, das den Kampf des heiligen Georg gegen den Drachen zeigt – als Symbol für den Triumph über das Böse.

2
Kirchturm mit Turmspitze1558
Hans Felder (Architekt)

Der hohe Turm mit der spitzen Turmspitze, der 1558 fertiggestellt wurde, ist ein zentrales Element der Zuger Skyline. Er steht zusammen mit dem Zytturm und dem Turm von St. Michael und ist damit ein prägendes architektonisches Merkmal der Stadt.

3
Innenraum: Mittelschiff und Gewölbe1478-1545
Hans Felder (Bauherr/Meisterbauer)

Das ungewöhnlich breite Mittelschiff bildet einen Kontrast zu den schmalen Seitenschiffen. Das Mittelschiff ist mit einem einfachen Netzrippengewölbe ausgestattet, während das nördliche Seitenschiff ein deutlich aufwendigeres Gewölbe besitzt, das etwa 20 Jahre später entstanden ist. Die Wände sind mit kunstvollen Konsolen und verdrehten Stützen geschmückt. Kleine Maßwerkfenster sorgen für Licht im Bereich des Chors und in den Seitenschiffen.

4
Kunstwerke und Altäre19.-20. Jahrhundert
Melchior Paul Deschwanden, August Weckbecker, Ludwig Baumhauer, Edi Renggli

Zu den bemerkenswerten Kunstwerken im Inneren zählen das 1866 entstandene Gemälde „Das Jüngste Gericht“ von Melchior Paul Deschwanden an der Wand des Chorbogens, die Jugendstil-Altarteile von August Weckbecker aus den 1930er-Jahren sowie die Glasfenster von Ludwig Baumhauer und Edi Renggli. Außerdem beherbergt die Kirche wertvolle Heiligenstatuen aus dem 15. Jahrhundert und eine neu-gotische hölzerne Kanzel aus dem Jahr 1870.

5
Chor und Reliquien1484-1492

Der Chor bewahrt eine reich geschnitzte spätgotische Chorstallsanlage aus dem Jahr 1484 und enthält Reliquien des Kirchenpatrons St. Oswald. Über der Tür zum Turm befindet sich eine Kopie eines Tafelbilds von 1492, das den Kirchenstifter Johannes Eberhart zusammen mit Saint Oswald und Saint Anna zeigt; das Original ist im Museum Burg Zug ausgestellt.

Kontakt

Telefon: 041 727 20 10