Tourbillon-Schloss

Tourbillon-Schloss

Wallis

75/10090 min

Das Tourbillon-Schloss liegt in Sion im Kanton Wallis, Schweiz, und ist eine markante mittelalterliche Festung, die Ende des 13. Jahrhunderts unter Bischof Boniface de Challant errichtet wurde. Auf einem steilen, felsigen Hügel gelegen, diente es als Residenz der Bischöfe von Sion und war Teil eines strategischen Verteidigungsnetzwerks zusammen mit der nahegelegenen Basilique de Valère. Das Schloss besitzt einen von Mauern umgebenen Innenhof, einen zentralen Bergfried auf einem Felsvorsprung, eine eigene Kapelle sowie ein Wirtschafts- bzw. Kasernengebäude. In den Konflikten des 14. und 15. Jahrhunderts erlitt es schwere Schäden: 1417 wurde es im Zuge der Affäre von Raron niedergebrannt und später 1788 durch einen Brand zerstört. Die Ruinen wurden im 19. und 20. Jahrhundert gesichert und sind heute als Schweizer Kulturerbe von nationaler Bedeutung anerkannt. Auch der Hügel selbst weist archäologische Hinweise auf Besiedlung seit dem Neolithikum auf – ein klarer Beleg für die lange Bedeutung dieses Ortes. Besucher können die Schlossruinen heute von März bis November frei erkunden und dabei den Panoramablick über Sion sowie in das umliegende Rhônetal genießen.

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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch des Tourbillon-Schlosses ist die Zeit von Mitte März bis Mitte November, wenn die Ruinen zugänglich sind. In der Hauptsaison sollten Besucher Tickets oder geführte Touren am besten im Voraus buchen. Aufgrund des steilen Geländes ist das Schloss nur von Osten oder Westen erreichbar, daher werden bequeme Schuhe empfohlen. Ermäßigungen gibt es möglicherweise für Senioren, Studierende oder Gruppen. Einrichtungen wie Toiletten sind im Bereich der Kapelle für Besucher vorhanden.

Interessante Fakten

  • Das Schloss liegt 182 Meter über der Stadt Sion und bietet einen beeindruckenden Blick über das Rhônetal.
  • Archäologische Ausgrabungen legten neolithische Siedlungen frei, die bis ins 5. Jahrtausend v. Chr. auf dem Hügel zurückreichen.
  • Das Schloss war Teil eines Verteidigerpaares mit der Basilique de Valère, die sich auf dem gegenüberliegenden Hügel befindet.
  • Der Name „Tourbillon“ könnte sich von lateinischen Wörtern herleiten, die „Kreisel“ bedeuten, oder aus einer Kombination von Wörtern zu Türmen und einem Eigennamen „Billion“ bzw. „Billon“.
  • Das Schloss wurde Mitte des 15. Jahrhunderts nach der Zerstörung im Rahmen der Affäre von Raron wieder aufgebaut und später 1788 bei einem großen Stadtbrand erneut durch Feuer zerstört.

Geschichte

1268

Die erste Erwähnung des Namens „Tourbillon“ geht auf 1268 zurück; mit dem Bau des Schlosses wurde um 1297–1298 unter Bischof Boniface de Challant begonnen.

Das Schloss wurde im Rahmen der Bemühungen errichtet, Sions Befestigungen gegen aufständische Adlige zu stärken.

In den 14.

und 15.

1417

Jahrhunderten wurde es mehrfach besetzt und beschädigt, darunter die Zerstörung im Zuge der Affäre von Raron im Jahr 1417.

1440

Bischof William III von Raron ließ es zwischen 1440 und 1450 wieder aufbauen.

1788

1788 zerstörte erneut ein großer Stadtbrand das Schloss; obwohl eine Wiederherstellung geplant war, wurde sie aufgrund der politischen Umwälzungen nie abgeschlossen.

Die Ruinen wurden später ab dem 19.

Jahrhundert als historisches Denkmal gesichert und erhalten, wobei die fortlaufende Restaurierung von einer eigens gegründeten Stiftung betreut wird.

Ortsführer

1
Bergfried des Schlosses13. Jahrhundert
Bischof Boniface de Challant

Der zentrale Festungsturm des Tourbillon-Schlosses steht auf einem kleinen, felsigen Hügel in der Mitte des Plateaus. Er diente als wichtigste defensive Zentrale und als Residenz der Bischöfe.

2
Schlosskapelle15. Jahrhundert (Renovierung)
Bischof William III von Raron

Eine Kapelle innerhalb des Schlosskomplexes, ursprünglich im Mittelalter erbaut und im Zuge des Wiederaufbaus im 15. Jahrhundert renoviert. Sie weist mittelalterliche Fresken sowie religiöse Fundstücke auf.

3
Innenhof und Mauern des SchlossesSpätes 13. bis 15. Jahrhundert

Der Innenhof wird durch umlaufende Verteidigungsmauern geschützt. Er umfasst den Bergfried, die Kapelle und die Gebäude der Garnison und zeigt damit die mittelalterliche Militärarchitektur, die an das steile Gelände angepasst wurde.

Kontakt

Telefon: 027 322 52 00