Arnisee

Arnisee

Uri

70/10090 min

Der Arnisee, auch lokal Arniseeli genannt, ist ein Stausee auf 1368 Metern über Meer auf der Arnialp im Kanton Uri in der Schweiz. Er entstand durch das Aufstauen der Wasser der Bäche Leitschach und Intschialp und dient als wöchentliche Wasserspeicheranlage für das Wasserkraftwerk Arniberg. Der See ist verhältnismäßig klein und misst zwischen 200 und 250 Metern im Durchmesser. Er ist ein beliebtes Ziel für Tagesausflügler und Bergsteiger, die in die Urner Alpen unterwegs sind. Die vier Erdschüttdämme mit Betonkernen, die 1910 gebaut wurden, waren eine bedeutende Ingenieursleistung – nicht zuletzt wegen der schwierigen Erreichbarkeit des Hochplateaus. Besucher erreichen den See mit Gondelbahnen ab Amsteg oder Intschi; von den oberen Stationen sind es kurze Wege direkt zum See. In der Umgebung gibt es mehrere Wandermöglichkeiten, darunter Wege nach Gurtnellen, zur Sunniggrathütte und zur Leutschachhütte. Außerdem bieten Aussichtspunkte wie Chänzeli und Vorder-Arni Panoramablicke auf das Urner Oberland, ins Maderanertal, auf Bristen und ins Reusstal. Eine Waldkapelle nahe am See rundet das kulturelle Angebot ab und schafft eine besondere Verbindung von Natur und Tradition.

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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch des Arnisees sind die wärmeren Monate, wenn die Gondelbahnen ab Amsteg und Intschi in Betrieb sind und die Wanderwege zugänglich sind. Besucher werden gebeten, in der Hochsaison Gondeltickets im Voraus zu kaufen, um Warteschlangen zu vermeiden. Rund um den See warten kurze Spaziergänge und Panorompunkte auf euch – geeignet für alle Fitnessniveaus. Wer seinen Aufenthalt verlängern möchte, findet Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe des Sees. Busverbindungen führen zur Gondel-Basisstation in Intschi; dabei beachten: Der Bahnhof Intschi SBB wird nicht mehr genutzt.

Interessante Fakten

  • Zum Zeitpunkt der Eröffnung im Jahr 1910 speiste das mit dem Arnisee betriebene Kraftwerk Arniberg den weltweit höchsten hydraulischen Höhenunterschied – 851 Meter.
  • Der See wird durch Wasser gespeist, das über eine 2,4 km lange Zementleitung aus nahegelegenen Bächen herangeführt wird.
  • Für den Bau der Dämme war eine provisorische Standseilbahn mit einer steilen 1100 ‰ Steigung nötig, um die Materialien bis zur Baustelle hinaufzubringen.
  • Die während und nach dem Bau genutzte Standseilbahn war bis 2007 in Betrieb.
  • Nahe am See befindet sich eine Waldkapelle – das verleiht der Naturlandschaft eine kulturelle Komponente.

Geschichte

1910

Der Arnisee entstand 1910 durch den Bau von vier Erdschüttdämmen mit Betonkernen.

Sie wurden so konzipiert, dass der Arniberg-Strom erzeugende Betrieb als Reservoir nutzen konnte.

851

Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme hatte das Kraftwerk den höchsten hydraulischen Höhenunterschied der Welt: Eine Fallhöhe von 851 Metern trieb Turbinen mit einer Leistung von 13 Megawatt an.

Der Bau des Sees war aufgrund des abgelegenen und schwierigen Geländes eine echte Herausforderung – es musste eine provisorische Standseilbahn mit steiler Steigung gebaut werden, um die Materialien zur Baustelle zu transportieren.

2007

Diese Bahn wurde später durch eine permanente Standseilbahn ersetzt, die bis 2007 in Betrieb war.

Der Stausee spielt weiterhin eine wichtige Rolle bei der regionalen Stromerzeugung aus Wasserkraft.

Ortsführer

1
Aussichtspunkt Chänzeli

Ein felsiges Aussichtsvorland, das innerhalb eines fünfminütigen Spaziergangs von der oberen Station der Gondel Intschi–Arnisee erreichbar ist. Von hier aus genießt man beeindruckende Panoramablicke aufs Urner Oberland, ins Maderanertal und auf Bristen.

2
Aussichtspunkt Vorder-Arni

Etwa zwanzig Minuten zu Fuß von der oberen Gondelstation entfernt: Dieser Aussichtspunkt überblickt das Reusstal und den Urnersee und bietet Besuchern weite alpine Landschaften.

3
Waldkapelle

Eine kleine Open-Air-Kapelle, eingebettet in den Wald neben dem See. Sie ist ein ruhiger Ort mit kulturellem Charakter – mitten in der natürlichen Umgebung.