
Schloss Hagenwil
Thurgau
Schloss Hagenwil in der Gemeinde Amriswil im Kanton Thurgau ist ein einzigartiges und gut erhaltenes Wasserschloss. Als Schweizer Kulturerbe von nationaler Bedeutung gilt es als Kulturdenkmal. Das Schloss stammt aus dem frühen 13. Jahrhundert und wurde erstmals 1264 erwähnt, als Rudolf von Hagenwil es an das St. Galler Stift schenkte. Es besitzt einen Hauptturm aus dem 13. Jahrhundert mit massiven Mauern sowie einen Graben aus dem 18. Jahrhundert, der das gesamte Areal umschließt. Über Jahrhunderte hinweg erlebte das Schloss bedeutende historische Ereignisse – darunter Schäden während der Appenzeller Kriege und die Besetzung durch schwedische Truppen im Dreißigjährigen Krieg. Zum Schlossensemble gehören eine Ringmauer, ein im 15. Jahrhundert errichtetes Palas, ein Torhaus von 1741 sowie ein im späten 18. Jahrhundert angebauter Ostflügel, der als Sommerresidenz für den Abt von St. Gallen diente. Heute wird Schloss Hagenwil als kultureller Veranstaltungsort betrieben: geführte Touren sind nach Anmeldung möglich, außerdem gibt es ein Restaurant sowie Räume für Sitzungen und Events – alles wird von der Familie Angehrn betreut, die das Schloss seit 1805 besitzt.
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Tipp: Besucher sollten Führungen im Voraus buchen, da sie nach Anmeldung stattfinden. Das Restaurant des Schlosses ist an den meisten Tagen geöffnet und bietet ein besonderes kulinarisches Erlebnis in historischer Umgebung. Die beste Zeit für einen Besuch sind Frühling und Sommer, wenn das Schloss und die Umgebung am besten zugänglich und besonders malerisch sind. Für Gruppen oder besondere Anlässe können Ermäßigungen verfügbar sein – für Veranstaltungsdaten und Buchungsinformationen empfiehlt sich ein Blick auf die offizielle Website.
Interessante Fakten
- •Schloss Hagenwil ist das einzige noch erhaltene Wasserschloss im Osten der Schweiz.
- •Das Schloss hat einen 3,2 Meter tiefen, mit Wasser gefüllten Graben, der das gesamte Areal als Verteidigungselement umschließt.
- •Die Mauern des Hauptturms sind bis zu 1,7 Meter dick – ein eindrucksvolles Beispiel mittelalterlicher Wehrarchitektur.
- •Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde das Schloss von einer schwedischen Armee erobert, erlitt dabei jedoch nur geringe Schäden.
- •Das Schloss befindet sich seit 1805 im Besitz der Familie Angehrn – über sieben Generationen hinweg.
- •1985 wurde eine archäologische Untersuchung durchgeführt, um mehr über die Geschichte des Schlosses zu erfahren.
Geschichte
Schloss Hagenwil wurde erstmals 1264 urkundlich erwähnt, als Rudolf von Hagenwil es dem St.
Galler Stift schenkte.
Danach wechselte es durch verschiedene Adelsfamilien – darunter die von Breitenlandenbergs sowie die Familie Bernhausen, die das Schloss fast 180 Jahre lang besaß.
Vermutlich wurde das Schloss während der Appenzeller Kriege um 1405 in Mitleidenschaft gezogen und im Jahr 1633 im Dreißigjährigen Krieg von schwedischen Truppen erobert.
1683 kehrte es ins St.
Galler Stift zurück und diente den Äbten als Sommerresidenz.
Nach der Auflösung der Stiftsgüter im Jahr 1805 wurde das Schloss an Benedikt Angehrn verkauft, dessen Familie es bis heute besitzt.
In großen Teilen wurden im 20.
Jahrhundert umfangreiche Restaurierungen durchgeführt, darunter archäologische Arbeiten und strukturelle Erneuerungen.
Ortsführer
Hauptturm13. Jahrhundert
Der Hauptturm aus dem 13. Jahrhundert ist der Mittelpunkt des Schlosses. Die runden Steinmauern wirken noch unfertig und sind bis zu 1,7 Meter dick. Ursprünglich gab es auf der Nordseite einen hohen Eingang; später wurde er zu Eingängen auf Bodenniveau umgeändert.
Ringmauer und Torhaus13.–14. Jahrhundert (Ringmauer), 1741 (Torhaus)
Die Ringmauer aus dem 13. oder 14. Jahrhundert umschließt das Schlossareal. Die Südwand und das Tor gehören zu den ursprünglichen Befestigungen. Das heutige Torhaus trägt die Jahreszahl 1741 und ersetzt eine frühere Anlage aus dem späten 15. Jahrhundert.
Palas und Wohngebäude15. Jahrhundert
Im 15. Jahrhundert wurde entlang der Nordmauer ein Palas errichtet, der den alten Turm integriert. Ein zweigeschossiges Wohngebäude in Fachwerkbauweise ersetzte die nordwestliche Ecke der Ringmauer und zeigt damit die Weiterentwicklung der Architektur.
Ostflügel und Kapelle1786–1787
Die im Jahr 1786/87 ergänzten Ostbauten umfassen einen Eingangssaal, eine Kapelle sowie einen großen Festsaal mit komfortablen Räumen. Errichtet wurde alles als Sommerresidenz für den Abt von St. Gallen.
Hof und Restaurant1830
1830 wurde von Benedikt Angehrn, dem seit 1805 amtierenden Besitzer des Schlosses, ein Restaurant im Hof ergänzt. Heute ist das Restaurant nach wie vor ein beliebtes Highlight und bietet Besuchern die Möglichkeit, in der historischen Atmosphäre des Schlosses zu speisen.
Kontakt
Telefon: 071 411 19 13