
Ittingen-Kloster
Thurgau
Das Ittingen-Kloster, unweit von Warth im Kanton Thurgau (Schweiz), ist ein historisches, ehemaliges Kartäuserkloster, das zu einem vielseitigen Kultur- und Bildungszentrum umgestaltet wurde. Ursprünglich 1150 als Kloster für Chorherren gegründet, wurde es 1461 an die Kartäuser verkauft. Die Anlage überstand die Zerstörungen während der Reformation nicht unbeschadet – der Ittingersturm von 1524 fügte schwere Schäden zu – und wurde in der Zeit der Gegenreformation wieder aufgebaut. 1848 wurde das Kloster aufgelöst, blieb jedoch weitgehend erhalten. Heute beherbergen die Räumlichkeiten das Thurgauer Kunstmuseum und das Ittinger Museum, außerdem ein evangelisches Bildungszentrum sowie Wohn- und Betreuungseinrichtungen für Menschen mit psychischen oder kognitiven Beeinträchtigungen. Zum Areal gehören zudem zwei Hotels und ein Restaurant. Außerdem gibt es einen großen landwirtschaftlichen Betrieb, der aus den eigenen Weinbergen, Hopfengärten und Milchkühen Wein, Bier und Käse produziert. Die Architektur spiegelt über 900 Jahre an Umbauten und Anpassungen wider und ist damit eine einzigartige Mischung aus mittelalterlichen und späteren Stilen. Das Gelände bietet Besuchern ein abwechslungsreiches kulturelles Erlebnis, bei dem Kunst, Geschichte und ländliche Traditionen in einer malerischen Schweizer Umgebung zusammenkommen.
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Tipp: Besucher werden gebeten, vor dem Besuch die offizielle Website für aktuelle Ausstellungen und Veranstaltungen zu prüfen. Am besten lässt sich das Areal von Frühling bis Herbst genießen, wenn die landwirtschaftlichen Aktivitäten und die Außenbereiche besonders lebendig sind. Es wird empfohlen, Unterkünfte oder Seminarplätze im Voraus zu buchen – vor allem während besonderer Ausstellungen oder Veranstaltungen. Für Gruppen oder Bildungsbesuche sind möglicherweise Ermäßigungen verfügbar. Das Restaurant bietet regionale Küche und rundet das kulturelle Erlebnis ab.
Interessante Fakten
- •Das Kloster überstand die zerstörerische Phase der Reformation und wurde in der Gegenreformation wieder aufgebaut.
- •Es beherbergt einen der größten landwirtschaftlichen Betriebe im Kanton Thurgau – mit Weinbergen und Hopfen für die Bierproduktion.
- •Das aus den Hopfen gebraute Bier wird von Calanda Bräu in Chur hergestellt.
- •Das Wohnheim auf dem Gelände unterstützt rund 30 Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Lernschwierigkeiten, die in den Betrieben des Guts mitarbeiten.
- •Das Klosterensemble ist kein einheitlich geplanter architektonischer Gesamtkomplex, sondern eine Ansammlung von Veränderungen über 900 Jahre.
Geschichte
Der Ort begann als Schloss einer Adelsfamilie um 800 n.
Chr.
und wurde 1150 erstmals als religiöse Einrichtung gegründet.
1461 wechselte er in den Besitz der Kartäuser und wurde während des 1524er Ittingersturms zerstört, anschließend wieder aufgebaut.
Im 18.
Jahrhundert blühte das Kloster wirtschaftlich auf, insbesondere durch die Weinproduktion.
Die Politik der Helvetischen Republik im späten 18.
Jahrhundert führte zur Beschlagnahmung von Vermögenswerten und schließlich zur Auflösung 1848.
Der Gutshof wurde bis 1977 privat betrieben und bewirtschaftet; danach wurde er wiederhergestellt und als Kultur- und Bildungszentrum neu genutzt.
Ortsführer
Thurgauer Kunstmuseum
Beherbergt eine vielfältige Sammlung zeitgenössischer und historischer Kunstwerke und zeigt regelmäßig wechselnde Ausstellungen, die regionale und internationale Künstler in den Fokus rücken.
Ittinger Museum
Dem Geschichte des Klosters und der umliegenden Region gewidmet, zeigt es Exponate, Dokumente und Präsentationen, die das Klosterleben und das lokale Erbe veranschaulichen.
Klostergebäude und -gelände1150 onwards
Das Ensemble umfasst die ehemaligen Klostergebäude, Wirtschaftsgebäude, Weinberge und Gärten und zeigt damit Jahrhunderte architektonischer Anpassungen sowie landwirtschaftlicher Traditionen.
Wohnheim und Werkstatt
Eine Einrichtung, die unterstütztes Wohnen und Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit psychischen oder kognitiven Beeinträchtigungen bietet – eingebunden in die Abläufe des Guts.
Restaurant Zur Mühle
Bietet lokale kulinarische Spezialitäten – häufig mit Produkten vom Gut wie Käse und Wein – und bereichert so das Besuchserlebnis mit regionalen Geschmacksnoten.
Kontakt
Telefon: 058 345 10 60