Krummturm

Solothurn

65/10060 min

Der Krummturm ist ein mittelalterlicher Verteidigungsturm am Ufer der Aare in Solothurn, Schweiz. Obwohl der Name auf eine schiefe, krumme Bauweise hindeutet, ist der Turm selbst nicht verbogen: Vielmehr wirkt sein ungewöhnliches Dach schräg, weil der fünfeckige Grundriss unregelmäßig ist. Der Turm wurde etwa zwischen 1454 und 1463 errichtet und ist bis heute das älteste Gebäude in der Stadt, das unverändert erhalten blieb. Er wurde als Festung gebaut, um auf Bedrohungen durch Armagnac-Angriffe nahe den territorialen Grenzen von Solothurn zu reagieren. Der Grundriss umfasst etwa 80 Quadratmeter; die Mauern sind je nach Abschnitt zwischen ein und zwei Metern dick und verfügen über Schießscharten zur Verteidigung. Im untersten Geschoss befindet sich ein 10 Meter tiefer Kerker; darüber liegen drei weitere Stockwerke, die über hölzerne Treppen miteinander verbunden sind. 1947 wurde der Turm dem Solothurner Artillerieverein anvertraut, damit er als Clubhaus und Artilleriemuseum dient. Ab 1948 sind öffentliche Besichtigungen möglich. Das markante, steile pyramidenförmige Dach des Krummturms besteht aus vier ungleichen Dreiecksflächen und verleiht dem Turm sein ikonisches, „krummes“ Aussehen – ein einzigartiges architektonisches Wahrzeichen in Solothurn.

Planen Sie Ihre Reise nach Schweiz mit KI

Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.

Tipp: Besucher sollten den Krummturm idealerweise in den Frühlings- und Sommermonaten einplanen, wenn die Wetterbedingungen gut sind, um entlang der Aare zu spazieren und die historische Altstadt der Stadt zu genießen. Der Turm ist für Besichtigungen zugänglich, dennoch empfiehlt es sich, Öffnungszeiten und Verfügbarkeit im Voraus zu prüfen – vor allem während besonderer Veranstaltungen, die der Artillerieverein ausrichtet. Je nach Angebot können Gruppenrabatte oder spezielle Eintrittsregelungen verfügbar sein. Eine Kontaktaufnahme mit dem örtlichen Tourismusbüro oder dem Artillerieverein kann daher hilfreiche Informationen für die Planung Ihres Besuchs liefern.

Interessante Fakten

  • Der Name „Krummturm“ lässt sich mit „krummer Turm“ übersetzen, doch der Turm selbst ist nicht krumm; nur sein Dach wirkt schräg, weil der fünfeckige Grundriss unregelmäßig ist.
  • Der Grundriss des Turms ist ein unregelmäßiges Fünfeck – eine seltene Form für mittelalterliche Befestigungen.
  • Im untersten Geschoss befindet sich ein 10 Meter tiefer Kerker, der viereckig ist, da eine Ecke zugemauert wurde.
  • Zeitgenossen nannten den Turm „Kumuff“, was die langsame Bauentwicklung widerspiegelt.
  • Seit 1947 dient er dem Solothurner Artillerieverein als Clubhaus und Artilleriemuseum.

Geschichte

1454

Der Krummturm wurde vermutlich ab etwa 1454 errichtet und bis 1462 oder 1463 fertiggestellt.

Damit gilt er als das älteste erhaltene Gebäude in Solothurn.

Ausschlaggebend waren die Verteidigungsbedürfnisse angesichts der Bedrohung durch die Armagnac-Kräfte nahe der Stadtgrenze.

Finanzielle Engpässe und Schwierigkeiten bei der Bauausführung führten zu Verzögerungen – deshalb erhielt er den Spitznamen „Kumuff“, was so viel wie „kaum begonnen“ bedeutet.

1947

1947 wurde der Turm dem Artillerieverein als Museum und Clubhaus zugewiesen, und nach Renovierungsarbeiten öffnete er 1948 für Besucher – im Rahmen des 75-jährigen Jubiläums des Vereins.

Ortsführer

1
Kerker (unterstes Geschoss)15. Jahrhundert

Ein 10 Meter tiefer viereckiger Kerker am Fuß des Turms, der ursprünglich zur Inhaftierung oder zu Verteidigungszwecken genutzt wurde.

2
Obergeschosse15. Jahrhundert

Drei Obergeschosse, die über hölzerne Treppen miteinander verbunden sind. Jedes Geschoss hat dabei unterschiedliche Höhen; das zweite Geschoss ist mit 4,6 Metern das höchste. Diese Stockwerke dienten verschiedenen defensiven und betrieblichen Aufgaben.

3
Markantes Dach15. Jahrhundert

Ein steiles Pyramidendach mit vier ungleichen Dreiecksseiten, das dem Turm sein charakteristisches „krummes“ Aussehen verleiht.

Kontakt

Telefon: 032 621 56 10