
St.-Ursus-Kathedrale
Solothurn
Die St.-Ursus-Kathedrale in Solothurn (Schweiz) ist die Kathedrale des Römisch-katholischen Bistums Basel und ein Schweizer Kulturgut von nationaler Bedeutung. Sie ist den Märtyrern Ursus und Victor aus dem 3. Jahrhundert gewidmet und steht auf einem Areal mit religiöser Tradition, die bis ins Frühmittelalter zurückreicht. Der heutige spätbarocke Bau wurde zwischen 1762 und 1773 von den Architekten Gaetano Matteo Pisoni und seinem Neffen Paolo Antonio Pisoni errichtet und ersetzte eine gotische Kirche, die baufällig geworden war. Das Innere ist reich mit Stuckarbeiten von Francesco Pozzi geschmückt und zeugt von erlesener Handwerkskunst. Die Kathedrale besitzt einen markanten Turm mit 66 Meter hohem Zwiebelkuppel – historisch bewohnt vom Türmer. Außerdem beherbergt sie ein umfangreiches Kathedralen-Schatzkammer-Archiv mit Kostbarkeiten wie dem Hornbacher Sakramentar, einer illuminierten Handschrift aus etwa 983. Über die Jahrhunderte hinweg erlebte die Kathedrale bedeutende historische Ereignisse, darunter die Solothurner Mordnacht von 1382, die die politischen Spannungen vor Ort eskalieren ließ. 1828 wurde die Kathedrale zum Bischofssitz erhoben und damit ihrer kirchlichen Bedeutung weiter Rechnung getragen. Die gelungene Mischung aus barocker Eleganz und historischer Tradition macht die St.-Ursus-Kathedrale zu einem einzigartigen Kulturdenkmal in der Schweiz.
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Tipp: Besucherinnen und Besucher sollten die Kathedrale vorzugsweise unter der Woche erkunden, wenn es weniger voll ist. Wenn Sie geführte Touren im Voraus buchen, können Sie das Erlebnis durch einen fundierten historischen Kontext deutlich bereichern. Die beste Zeit für einen Besuch ist von Frühjahr bis in die frühe Herbstzeit, wenn Solothurn mit angenehmem Wetter lockt. Für Gruppen, Seniorinnen und Senioren sowie Studierende können Ermäßigungen verfügbar sein. Prüfen Sie die offizielle Website oder kontaktieren Sie das Pfarr-/Katedralamt für die aktuellsten Öffnungszeiten und Informationen zu besonderen Veranstaltungen.
Interessante Fakten
- •Der Turm mit Zwiebelkuppel der Kathedrale ist 66 Meter hoch und war historisch von einem Türmer bewohnt.
- •Das Hornbacher Sakramentar in der Schatzkammer stammt aus etwa 983 und geht auf das Kloster Reichenau zurück.
- •Die Kathedrale wurde auf dem Areal früherer Kirchen errichtet; Kryptastrukturen könnten bis in das 11. Jahrhundert zurückreichen.
- •Die Solothurner Mordnacht von 1382, ein bedeutendes Ereignis der Lokalgeschichte, beinhaltete einen Mord innerhalb der früheren Kirchengebäude während einer Messe.
- •Die Stuckarbeiten im Innern der Kathedrale wurden von Francesco Pozzi geschaffen, einem bedeutenden Künstler der Barockzeit.
Geschichte
Der Standort der St.-Ursus-Kathedrale beherbergt seit mindestens dem Frühmittelalter religiöse Bauten; die Verehrung des Heiligen Ursus ist bereits ab dem 5.
Jahrhundert belegt.
Eine gotische Kirche gab es spätestens bis zum Ende des 13.
Jahrhunderts.
Sie wurde mehrfach umgebaut, unter anderem auch nach dem Basler Erdbeben von 1356.
1762 begann man nach dem Einsturz des Vorgänger-Turms mit dem Bau der heutigen Barockkathedrale, die von Gaetano Matteo Pisoni entworfen wurde und 1773 von seinem Neffen Paolo Antonio Pisoni fertiggestellt wurde.
Die Kirche wurde 1828 zur Kathedrale des Bistums Basel.
Es gab Reparaturen und Renovierungen, insbesondere nach dem Erdbeben von 1853 sowie in der ersten Hälfte des 20.
Jahrhunderts, wodurch das architektonische und kulturelle Erbe erhalten blieb.
Ortsführer
Hauptschiff und Stuckarbeiten im Innenraum1762-1773
Im Inneren der Kathedrale kommen die filigranen Stuckarbeiten von Francesco Pozzi besonders zur Geltung. Zu sehen sind aufwendige barocke Schmuckelemente, die den künstlerischen Stil des 18. Jahrhunderts hervorheben.
Turm mit Zwiebelkuppel (Wendelstein)1360 (original tower), rebuilt 1760s
Der 66 Meter hohe Turm mit Zwiebelkuppel ist ein markantes Merkmal der Silhouette der Kathedrale. Historisch wurde er von einem Türmer bewohnt, der die Stadt und die Umgebung überwachte.
Schatzkammer der KathedraleVarious, manuscript circa 983
In der Schatzkammer werden wertvolle religiöse Kostbarkeiten aufbewahrt – darunter das Hornbacher Sakramentar, eine mittelalterliche illuminierten Handschrift aus etwa 983, sowie eine verehrte Statue der Jungfrau Maria.
Kontakt
Telefon: 032 626 46 46