
Abtei Einsiedeln
Schwyz
Die Abtei Einsiedeln ist ein bedeutendes katholisches Benediktinerkloster in Einsiedeln, Schweiz. Als größter barocker Klosterort des Landes gilt sie als wichtiger Wallfahrtsmittelpunkt: Jährlich pilgern rund 800.000 Menschen, um die Schwarze Madonna zu verehren, die in der Gnadenkapelle aufbewahrt wird. Die Abtei ist als territoriale Abtei unabhängig und steht nicht unter der Kontrolle des Bistums, wirtschaftet sich aber über verschiedene Unternehmungen, darunter eine private Hochschule/Schule und eine Winzerei, selbst. Architektonisch beeindruckt die Abtei mit einer prächtigen Barockkirche, die zwischen 1704 und 1719 neu errichtet wurde; die reich verzierten Ausstattungen wurden bis 1734 fertiggestellt. Die klösterliche Gemeinschaft besteht aus etwa 40 Mönchen und pflegt ein lebendiges religiöses und kulturelles Leben – mit Traditionen, die bis ins 9. Jahrhundert zurückreichen, als Saint Meinrad an dieser Stelle eine Einsiedelei gründete. Die Abtei hat außerdem historische Verbindungen zu mehreren amerikanischen Klöstern, die von Mönchen gegründet wurden, welche im 19. Jahrhundert auswanderten. Ihre Rolle als Wallfahrtsstätte gründet tief in der klösterlichen Tradition und nicht in Marienerscheinungen – und macht sie damit einzigartig unter den europäischen Wallfahrtszielen. Die Abtei ist bis heute ein lebendiger Mittelpunkt von Glaube, Kultur und Bildung – mit umfangreichen öffentlichen Gottesdiensten und kulturellen Veranstaltungen.
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Tipp: Besucher sollten nach Möglichkeit an den regelmäßig stattfindenden öffentlichen Gottesdiensten in der Abtei teilnehmen, die eine stimmige Erfahrung der lebendigen klösterlichen Tradition vermitteln. Die beste Zeit für einen Besuch sind die Ereignisse im Wallfahrtsjahr, etwa die 500-Jahr-Feierlichkeiten im Jahr 2026, bei denen es besondere Programme gibt. In der Regel ist eine Ticketvorbestellung nicht erforderlich, doch für große Wallfahrtsgruppen oder spezielle Veranstaltungen kann es sinnvoll sein, im Voraus zu planen. Ermäßigungen sind unter Umständen für Schüler und Gruppen verfügbar. Die Website der Abtei bietet stets aktuelle Informationen zu Programmen und Terminen; außerdem sind Online-Angebote auch für alle zugänglich, die nicht vor Ort sein können.
Interessante Fakten
- •Die Schwarze Madonna von Einsiedeln zieht jährlich rund 800.000 Pilger und Touristen an.
- •Die Abtei Einsiedeln ist eine territoriale Abtei und untersteht keiner diözesanen Gerichtsbarkeit.
- •Die Abtei betreibt eine private Hochschule/Schule, eine Winzerei und weitere Betriebe, um sich selbst zu finanzieren.
- •Saint Meinrad, der Gründer-Eremit, wurde 861 ermordet, und sein Vermächtnis inspirierte die Gründung der Abtei.
- •Die Abtei hat historische Verbindungen zu fünf Klöstern in den Vereinigten Staaten, darunter der Saint Meinrad Archabbey in Indiana.
- •Die Abteikirche wurde zwischen 1704 und 1719 im Barockstil neu aufgebaut und bis 1734 reich ausgeschmückt.
- •Papst Johannes Paul II. besuchte die Abtei und weihte 1984 den Hochaltar.
Geschichte
Die Anfänge der Abtei Einsiedeln reichen auf Meinrad von Einsiedeln zurück, einen Eremiten aus dem 9.
Jahrhundert, der 828 eine Zelle gründete, um die Einsamkeit zu suchen.
Nach seiner Ermordung im Jahr 861 bewohnten weiterhin Einsiedler den Ort, bis 934 Eberhard die Abtei und die Kirche einrichtete und damit ihr erster Abt wurde.
Die Abtei gewann durch kaiserliche Anerkennung an Bedeutung: So erhielt der Abt 965 vom Kaiser Otto I.
den fürstlichen Titel.
Die Kirche wurde mehrfach erweitert und umgebaut – besonders nach Bränden im Mittelalter sowie durch einen barocken Wiederaufbau von 1704 bis 1719.
Die Abtei überstand die Reformation unversehrt und entwickelte sich im 17.
Jahrhundert zu einem Zentrum für klösterliche Erneuerung und Gelehrsamkeit.
Im 19.
Jahrhundert führten politische Unsicherheiten dazu, dass Mönche in den Vereinigten Staaten verwandte Klöster gründeten.
Bis in die heutige Zeit ist die Abtei eine bedeutende Wallfahrtsstätte und kulturelle Institution geblieben – inklusive eines Besuchs von Papst Johannes Paul II., der 1984 das Kloster besuchte.
Ortsführer
GnadenkapelleMittelalterliche Ursprünge, wiederaufgebaut 1815-1817
Diese Kapelle beherbergt die verehrte Statue der Schwarzen Madonna – den Mittelpunkt der Wallfahrt, die jährlich Hunderttausende anzieht. Sie besitzt ein Schutzraum-im-Schutzraum-Konzept, das die mittelalterliche Kapelle des Heilands unter der Abteikirche bewahrt.
Abteikirche im Barock1704-1719
Zwischen 1704 und 1719 wiederaufgebaut, steht die Abteikirche exemplarisch für die Schweizer Barockarchitektur mit aufwendigen Ornamenten, die bis 1734 fertiggestellt wurden. Zu sehen sind große Altäre, Fresken und Skulpturen, die die religiöse und kulturelle Bedeutung der Abtei widerspiegeln.
Klostergemeinschaft und Einrichtungen
Hier leben etwa 40 Benediktinermönche. Zur Abtei gehören Wohnräume, eine private Hochschule/Schule, eine Winzerei und weitere Unternehmungen, die die klösterliche Gemeinschaft und ihre kulturelle Mission am Laufen halten.
Kontakt
Telefon: 055 418 61 11