
Schloss Hohenklingen
Schaffhausen
Schloss Hohenklingen, gelegen in Stein am Rhein im Kanton Schaffhausen in der Schweiz, ist eine beeindruckende mittelalterliche Burg, die seit ihrer Errichtung zwischen 1200 und 1422 weitgehend unverändert geblieben ist. Es thront nahezu 200 Meter über der Stadt auf einem schmalen Felsgrat und bietet einen weitreichenden Blick auf den Rhein und die umliegende Landschaft. Ursprünglich als Zollburg am Rhein gegründet, spielte sie eine strategische Rolle bei der Kontrolle des Schiffs- und Flussverkehrs sowie bei der regionalen Verteidigung. Die Silhouette der Burg – einschließlich der Mauern und Dächer – bewahrt bis heute das authentische mittelalterliche Erscheinungsbild, eine Seltenheit unter den Schweizer Befestigungen. Der 20 Meter hohe Bergfried (Hauptturm) dient heute als Aussichtsturm und zeigt die defensive Bauweise der Burg. Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich Schloss Hohenklingen von einem Adelssitz zu einer militärischen Festung und später zu einem bürgerlichen Besitz – ein Spiegel der politischen Entwicklungen in der Region. Heute ist Schloss Hohenklingen ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung. Es beherbergt ein Restaurant mit gehobener Küche und zieht Besucher an, die die historische Atmosphäre und die spektakulären Ausblicke nahe der Rheinfälle und an der deutschen Grenze erleben möchten.
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Tipp: Besucher sollten Schloss Hohenklingen in den wärmeren Monaten erkunden, um die besten Panoramablicke vom Bergfried zu genießen. Eine vorherige Buchung wird empfohlen, besonders für das Essen im Restaurant der Burg. Die Burg ist über einen steilen Pfad von Stein am Rhein aus erreichbar – daher sind bequeme Schuhe sinnvoll. Gegebenenfalls gibt es Ermäßigungen für Gruppen, Seniorinnen und Senioren sowie Kinder. Eine frühe Ankunft hilft, Menschenmengen zu vermeiden, und die Kombination mit einem Ausflug zu den nahegelegenen Rheinfällen macht den Besuch besonders lohnend.
Interessante Fakten
- •Schloss Hohenklingen gehört zu den wenigen Schweizer Burgen, deren Silhouette seit der mittelalterlichen Zeit (1200–1422) unverändert geblieben ist.
- •Es war die erste Zollburg am Rhein und kontrollierte den Schiffsverkehr nahe Stein am Rhein.
- •Der Name der Burg leitet sich vom althochdeutschen Wort „klingo“ ab und bedeutet Bergbach oder Schlucht – eine Anspielung auf nahegelegene Wasserläufe.
- •Während des Dreißigjährigen Krieges und des Schwabenkriegs diente die Burg als militärische Festung, an der zusätzliche Truppen stationiert waren.
- •Der Bergfried-Turm besitzt einen hohen Eingang, der sich 8,5 Meter über dem Boden befindet – typisch für die defensive Bauweise des Mittelalters.
Geschichte
Schloss Hohenklingen wurde um 1200 von Walter von Klingen, dem Kastellan des nahegelegenen St.-Georgen-Klosters, gegründet – zunächst als hölzerner Turm, der später durch steinerne Befestigungen ersetzt wurde.
Im Verlauf seiner Geschichte blieb die Burg in Kriegen unbeschädigt und bewahrte so ihre mittelalterliche Form.
Im 14.
Jahrhundert wurde das Burgbesitz unter mehreren Adelsfamilien aufgeteilt, bevor sie 1359 als Lehen an Österreich verkauft wurde.
Bis 1457 kauften die Bürger von Stein am Rhein die Burg, banden sie in die Verteidigung der Stadt ein und bestellten einen Vogt, der die Anlage überwachen sollte.
Die Burg hatte im Schwabenkrieg (1499) und im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) eine militärische Rolle.
Ihre strategische Bedeutung nahm im 19.
Jahrhundert ab, und der Wachdienst wurde 1838 eingestellt.
Im Zweiten Weltkrieg diente sie als militärischer Beobachtungsposten.
Später wurde sie als Kur- und Gästehaus genutzt und entwickelte sich so zu einem beliebten Touristenziel.
Ortsführer
Bergfried (Hauptturm)13th century
Ein 20 Meter hoher quadratischer Turm mit einem erhöhten Eingang, der ursprünglich für die Verteidigung ausgelegt war. Heute dient er als Aussichtsturm und bietet Panoramablicke auf Stein am Rhein, den Rhein sowie die umliegende Landschaft.
Palas (Großer Saal)13th-15th century
Das wichtigste Wohngebäude der Burg mit einem Rittersaal, der mit modernen Darstellungen von Wappen aus bedeutenden Adelsfamilien wie Hallwyl, Toggenburg, Brandis, Fürstenberg und Österreich geschmückt ist.
Östliche Schildmauer und KapelleLate 14th - early 15th century
Die zwischen 1393 und 1406 errichtete östliche Schildmauer bot einen deutlich besseren Schutz. Die angrenzende Kapelle enthält Reste eines Altars und spiegelt damit die religiösen Funktionen der Burg wider.
Defensive Ergänzungen in Stein am Rhein15th-16th century
Um 1460 umfassten die Veränderungen den Einbau einer Pulverwehr für Feuerwaffen, Unterkünfte für die Wächter sowie eine Zelle. Während der Reformation wurden Artilleriestellungen auf den Zinnen des Turms eingerichtet.