Festung Munot

Festung Munot

Schaffhausen

80/10090 min

Die Festung Munot ist eine bemerkenswerte Rundfestung, die zwischen 1564 und 1589 auf dem Emmersberg bei Schaffhausen in der Schweiz erbaut wurde. Sie wurde – unter dem Einfluss der Festungskonzepte des Renaissancekünstlers Albrecht Dürer – geplant und weist einen sechseckigen Graben mit Verteidigungs-Kaponnièren, runde Kasematten sowie eine Wehrplattform auf, die von einem Turm gekrönt wird, der etwa 50 Meter hoch ist. Ursprünglich Teil des Verteidigungssystems der Stadt, entstand die Festung teilweise mithilfe von Zwangsarbeit; die Kosten entsprachen dabei etwa 800 Stadtwohnungen. Obwohl Munot nur ein einziges Mal militärisch zum Einsatz kam – während der Belagerung von 1799 – ist sie bis heute ein Wahrzeichen von Schaffhausen. Das Gelände ist von Weinbergen umgeben, die seit dem frühen 20. Jahrhundert bewirtschaftet werden, und im Graben lebt eine Damwildkolonie. Die Festung ist außerdem für die Tradition des Wächter des Munot bekannt: Er läutet nachts um 21:00 Uhr die Glocke – ein Ritual, das bis ins Jahr 1377 zurückreicht. Heute finden in der Festung kulturelle Veranstaltungen wie Open-Air-Opern, Bälle und Feste statt, die vom Verein Munotverein betreut werden, der die Festung seit über 180 Jahren erhält.

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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der Festung Munot sind die wärmeren Monate, wenn kulturelle Veranstaltungen wie Munotballs, Open-Air-Opern und Feste stattfinden. Besucher erreichen die Festung zu Fuß ab dem Stadtzentrum von Schaffhausen oder mit den regulären Buslinien 4 und 8. Es empfiehlt sich, für die aktuellen Veranstaltungstermine die offizielle Website zu prüfen und für besondere Events Tickets im Voraus zu kaufen. Das Festungsgelände ist ohne Eintrittsgebühr zugänglich, und geführte Touren werden von lokalen Organisationen angeboten. Für Gruppen, Senioren und Kinder können Ermäßigungen verfügbar sein.

Interessante Fakten

  • Das kreisrunde Design von Munot wurde von den Festungskonzepten des Renaissancekünstlers Albrecht Dürer inspiriert.
  • Die Festung wurde teilweise durch Zwangsarbeit errichtet, die als Frondienst bekannt ist.
  • 1905 wurde im Graben von Munot eine Damwildkolonie eingeführt, die bis heute ein einzigartiges Merkmal der Anlage ist.
  • Der Wächter des Munot hat traditionell im Turm gelebt und läutet jede Abendstunde um 21:00 Uhr die Glocke, um das Schließen der Stadtgatter und Läden zu signalisieren – ein Ritual, das seit 1377 fortgeführt wird.
  • Munot war nur ein einziges Mal an Kampfhandlungen beteiligt: während der Belagerung von 1799 in den Napoleonischen Kriegen.
  • Die Festungsmauern sind bis zu 4 Meter dick; eine Wehrplattform und ein Turm ragen 15 Meter über die Hauptanlage hinaus.
  • Munot ist von Weinbergen umgeben, die seit dem frühen 20. Jahrhundert kultiviert werden.

Geschichte

1098

Der Standort Munot ist mindestens seit 1098 befestigt; ursprünglich hieß er Annot oder Unot.

1564

Die heutige Rundfestung wurde zwischen 1564 und 1589 unter dem städtischen Architekten Heinrich Schwarz errichtet und spiegelt die renaissancezeitliche Militärarchitektur wider, die von Albrecht Dürer beeinflusst ist.

1799

Die Festung gehörte zu den Verteidigungsanlagen von Schaffhausen, kam jedoch nur ein einziges Mal zum Einsatz: während der Belagerung von 1799 durch österreichische Truppen gegen die französischen Besatzer.

1826

Nach den Schäden in dieser Belagerung verlor Munot seine militärische Bedeutung und verfiel, bis ab 1826 Restaurierungsarbeiten begannen, geleitet von Johann Jakob Beck.

Seitdem wird die Festung als Kulturdenkmal und Wahrzeichen der Stadt erhalten.

Ortsführer

1
Hauptfestungsanlage1564-1589
Heinrich Schwarz

Die kreisförmige Stein-Festung mit 4 Meter dicken Mauern und einem Durchmesser von 50 Metern verfügt über einen sechseckigen Graben, defensive Kaponnièren mit steinernen Kuppeln sowie eine Wehrplattform. Besucher können die Innenräume der Kasematten erkunden und die Dachwehrplattform besuchen – von dort aus genießen Sie Panoramablicke auf Schaffhausen.

2
Turm und Glocke von Munot16. Jahrhundert

Der Turm ragt etwa 15 Meter über die Festungsplattform hinaus und beherbergt die Glocke, die jede Nacht vom Wächter des Munot geläutet wird – als Zeichen der traditionellen Schließzeit der Stadtgatter und Läden um 21:00 Uhr.

3
Graben und Damwildkolonie1905 (Einführung Damwild)

Der trockene Graben, der die Festung umgibt, beherbergt eine Damwildkolonie, die 1905 eingeführt wurde. Der Graben enthält außerdem Kaponnièren mit steinernen Kuppeln zum Schutz von Artilleriestellungen – ein Bau, der seiner Zeit voraus war.

4
Weinberge rund um Munotab dem frühen 20. Jahrhundert

Rund um die Festung erstrecken sich Weinberge, die vor allem mit Pinot Gris- und Blauburgunder-Reben kultiviert werden. Das prägt die Kulturlandschaft und bietet zugleich schöne Spazierwege hinauf zur Festung – bis an den Festungsbereich heran.

Kontakt

Telefon: 052 625 42 25

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