Stiftsbibliothek St. Gallen

Sankt Gallen

85/10090 min

Die Stiftsbibliothek von St. Gallen in St. Gallen, Schweiz, ist eine der ältesten und bedeutendsten Klosterbibliotheken weltweit. Von Saint Othmar gegründet, überstand die Bibliothek 937 einen verheerenden Brand, der zwar einen Großteil des Stifts zerstörte, die Sammlung jedoch intakt ließ. Der Bibliothekssaal, der zwischen 1758 und 1767 vom Architekten Peter Thumb erbaut wurde, ist ein Meisterwerk der Rokokoarchitektur. Über dem Eingang findet sich eine griechische Inschrift mit der Übersetzung „heilende Stätte für die Seele“. Die Sammlung umfasst nahezu 160.000 Bände, darunter 2100 Handschriften aus dem 8. bis 15. Jahrhundert, einschließlich bedeutender irischer, karolingischer und ottonischer Werke sowie 1650 Inkunabeln. Die Handschriften werden in Glasvitrinen präsentiert, deren obenauf geschnitzte Putten angebracht sind – sie stehen symbolisch für die Themen der Regalböden darunter. Außerdem beherbergt die Bibliothek die Mumie von Shep-en-Isis sowie die Handschrift B des Nibelungenlieds. Das digitale Projekt e-codices bietet Online-Zugriff auf über 900 Handschriften aus der Bibliothek und stärkt damit Reichweite und wissenschaftliche Bedeutung. Die Stiftsbibliothek und das gesamte Stiftsgebäude wurden 1983 zum UNESCO-Welterbe erklärt – als Anerkennung ihrer herausragenden kulturellen und historischen Bedeutung.

Planen Sie Ihre Reise nach Schweiz mit KI

Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.

Tipp: Besuchen Sie die Bibliothek unter der Woche, um Menschenmengen zu vermeiden und ein ruhiges Erlebnis zu genießen. Karten im Voraus zu buchen wird empfohlen, besonders für geführte Touren. Fotografieren kann möglicherweise eingeschränkt sein – prüfen Sie die Regeln vorher. Entdecken Sie die digitale Plattform e-codices online, um Handschriften vorab anzusehen. Für Schüler und Senioren können Ermäßigungen verfügbar sein. Prüfen Sie die offiziellen Öffnungszeiten: Schließungen können für Sonderveranstaltungen oder Wartungsarbeiten vorkommen.

Interessante Fakten

  • Die Stiftsbibliothek von St. Gallen gehört zu den ältesten Klosterbibliotheken der Welt, mit Handschriften, die bis ins 8. Jahrhundert zurückreichen.
  • Im Bibliothekssaal befindet sich über dem Eingang eine griechische Inschrift, die „heilende Stätte für die Seele“ bedeutet – inspiriert vom Library of Ramesses II.
  • Jede Handschriftenvitrine ist oben mit einer geschnitzten Putte gekrönt, die optisch auf den Inhalt darunter hinweist – etwa eine Putte mit einem Teleskop für Bücher zur Astronomie.
  • Die Bibliothek bewahrt die Mumie von Shep-en-Isis, ein altägyptisches Artefakt.
  • Mehr als 900 Handschriften aus der Bibliothek sind digitalisiert und über das Projekt e-codices online zugänglich.
  • Die Handschrift B des mittelalterlichen Epos Nibelungenlied wird hier aufbewahrt.

Geschichte

Die Stiftsbibliothek wurde von Saint Othmar gemeinsam mit dem Stift St.

Gallen gegründet.

612

Grundlage war eine von dem irischen Mönch Saint Gallus um 612 eingerichtete klösterliche Zelle.

937

Trotz eines Brandes im Jahr 937, der einen Großteil des Stifts zerstörte, blieb die Sammlung der Bibliothek erhalten.

Der Rokoko-Bibliothekssaal wurde Mitte des 18.

1758

Jahrhunderts (1758–1767) von Peter Thumb errichtet.

1805

Das Stift und seine Bibliothek blühten während der Karolingerzeit als bedeutendes kulturelles Zentrum auf und blieben bis zur Säkularisation im Jahr 1805 ein wichtiger geistiger Anlaufpunkt.

1983

1983 wurden die Bibliothek und das Stift als UNESCO-Welterbe eingetragen, und 2017 wurden ihre Dokumente zusätzlich in das UNESCO Memory of the World Register aufgenommen.

Ortsführer

1
Rokoko-Bibliothekssaal1758-1767
Peter Thumb

Entworfen vom Architekten Peter Thumb zwischen 1758 und 1767, ist dieser beeindruckende Rokoko-Saal ein Meisterwerk: mit prächtigen Holzarbeiten, Deckenfresken und der griechischen Inschrift über dem Eingang. Er bildet das Herz der Bibliothek und ist ein herausragendes Beispiel für die Architektur des 18. Jahrhunderts.

2
Handschriften-Sammlungen8. bis 15. Jahrhundert

Die Bibliothek beherbergt über 2100 mittelalterliche Handschriften, darunter bedeutende Codices aus Irland, der Karolinger- und der Ottonenzeit. Diese werden in Glasvitrinen gezeigt, die obenauf mit Putten versehen sind, welche die Themen der Handschriften darunter symbolisieren.

3
Inkunabeln und frühe DruckwerkeVor 1500 und frühe 1500er

Die Sammlung umfasst 1650 Inkunabeln, also Bücher, die vor 1500 gedruckt wurden, sowie frühe Druckerzeugnisse aus dem frühen 16. Jahrhundert. So bilden sie den Übergang von der Handschrift- zur Druckkultur ab.

4
Digitale Bibliothek (e-codices)Modernes Projekt

Ein virtuelles Bibliotheksprojekt mit Online-Zugriff auf über 900 digitalisierte Handschriften aus der Stiftsbibliothek – und damit erweiterter Zugang für Forschende und die Öffentlichkeit weltweit.

Kontakt

Telefon: 071 227 34 16