
Pfarrkirche St. Peter und Paul, Sarnen
Obwalden
Die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Sarnen (Schweiz) ist eine barocke römisch-katholische Hallenkirche, die im ältesten südwestlichen Bereich der Stadt besonders hervorsticht. Zwischen 1739 und 1742 erbaut, greift sie Reste früherer Kirchen auf, die bis vor das Jahr 1000 zurückreichen – darunter romanisches Mauerwerk im Ostturm. Die Kirche wurde unter der Leitung des Architekten Franz Singer errichtet, nachdem der erste Bauherr Joseph von Brüel verstorben war. Die ungewöhnliche Ausrichtung zeigt im Süden eine doppeltürmige Portalfront sowie im Norden einen polygonalen Chor. Das Innere ist großzügig: ein dreischiffiges Langhaus, Tonnengewölbe und eine exquisite Regence-Stuckausstattung mit Deckenmalereien, Altären und Chorgestühl. Über Jahrhunderte entwickelte sich die Kirche von einer romanischen Anlage zu einer gotischen Kirche im 15. Jahrhundert und schließlich zu ihrer heutigen barocken Gestalt. Sie gilt als Kulturerbe von nationaler Bedeutung in der Schweiz. Mehrere Renovierungen folgten, darunter eine große Restaurierung zwischen 1966 und 1970, die viel vom barocken Charakter zurückbrachte. Ihre beherrschende Lage über dem Sarnensee und die markanten beiden Zwiebelkuppeln machen sie zu einem Wahrzeichen der Region.
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Tipp: Besuchen Sie die Kirche unter der Woche im Frühling oder im frühen Sommer, um eine ruhige Atmosphäre zu erleben und das natürliche Licht im Inneren zu bewundern. Prüfen Sie die Website der örtlichen Pfarrei für Gotteszeiten und besondere Veranstaltungen. Für Gruppen wird empfohlen, geführte Touren im Voraus zu buchen. Ermäßigungen können für Senioren und Gruppen verfügbar sein. Die Kirche ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und in der Nähe gibt es Parkmöglichkeiten.
Interessante Fakten
- •Die Kirche greift Mauerwerk aus einer romanischen Kirche auf, das bis vor 1000 n. Chr. zurückreicht, und findet sich im Ostturm.
- •Der barocke Neubau zeigt eine seltene doppeltürmige Portalfront, die nach Süden ausgerichtet ist – unüblich für Kirchen in der Region.
- •Die Kirche ist als Kulturgut von nationaler Bedeutung in der Schweiz gelistet.
- •Ein Gemälde von Josef Remigi Budmiger aus dem Jahr 1737 stellt die vorherige gotische Kirche genau dar und zeigt so den Übergang der Baustile.
- •Das Erdbeben von 1964 verursachte erhebliche Schäden an den Gewölben und machte eine Restaurierung nötig, die den barocken Charakter der Kirche wieder aufleben ließ.
Geschichte
Grabungen und erhaltenes romanisches Mauerwerk deuten darauf hin, dass es an diesem Ort schon vor 1000 n.
Chr.
eine Kirche gab.
Die ursprüngliche romanische Kirche wurde im 12.
Jahrhundert ersetzt und bis zur Mitte des 15.
Jahrhunderts in eine gotische Kirche umgewandelt; die Weihe erfolgte 1459.
Anfang des 18.
Jahrhunderts wurde die Kirche als statisch unsicher eingestuft, was zu einem barocken Neubau von 1739 bis 1742 führte, entworfen von Franz Singer.
Die doppeltürmige Fassade und der polygonale Chor stehen für eine besondere Ausrichtung.
Der Ostturm wurde 1784 fertiggestellt, während der Westturm erst viel später, 1881, vollendet wurde.
Renovierungen im Innenraum fanden 1883 statt; nach Erdbebenschäden im Jahr 1964 wurde eine große Restaurierung durchgeführt, die die barocken Merkmale wiederherstellte.
Ortsführer
Doppeltürmige Portalfront1742
Die markante südliche Fassade wird von zwei leicht geneigten Türmen gerahmt, die mit Zwiebelkuppeln gekrönt sind – das verleiht der Kirche eine eindrucksvolle Präsenz über dem Sarnensee. Die Fassade besitzt ein markantes Gesims, das die Türme optisch mit dem Hauptbau verbindet.
Langhaus und Chor im Inneren1739-1742
Eine großzügige dreischiffige Hallenkirche mit Tonnengewölbe und tragenden Bögen. Der polygonale Chor wird von Sakristeien mit Emporen flankiert. Im Inneren finden sich ein fein ausgearbeiteter Régence-Stuck, Deckenmalereien, Altäre, Kanzel, Orgeln und Chorgestühl.
Historischer Ostturmpre-1000 (Romanesque), baroque completion 1784
Der östliche Turm bewahrt Mauerwerk aus der ursprünglichen romanischen Kirche, die schon vor 1000 n. Chr. bestand. Er wurde in die barocke Fassade integriert und 1784 mit einer Zwiebelkuppel abgeschlossen.