Spreuerbrücke

Spreuerbrücke

Luzern

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Die Spreuerbrücke ist eine von nur zwei verbliebenen überdachten Holzfußgängerbrücken in Luzern (Schweiz) – zusammen mit der bekannteren Kapellbrücke. Ursprünglich im 13. Jahrhundert erbaut, verband sie den Mühlenplatz am rechten Ufer der Reuss mit den Mühlen in der Flussmitte und wurde später bis etwa 1408 auf das linke Ufer verlängert. Ihr Name geht auf die mittelalterliche Praxis zurück, Spreu (Spreu auf Deutsch) von dieser Brücke in den Fluss zu werfen, da es sich dabei um die niedrigste Brücke der Stadt handelte. 1566 wurde die Brücke durch eine Überschwemmung zerstört und anschließend wiederaufgebaut – unter anderem mit der Hinzufügung eines Kornspeichers, der als Herrenkeller bekannt ist. In den dreieckigen Giebeln der Brücke befinden sich 45 erhaltene Gemälde aus einem größeren Zyklus von 67, die zwischen 1616 und 1637 unter der Leitung von Kaspar Meglinger entstanden. Die Gemälde zeigen den Totentanz und veranschaulichen den allgegenwärtigen Tod – über alle gesellschaftlichen Klassen und Orte hinweg. Außerdem beherbergt die Brücke eine kleine Kapelle, die der Jungfrau Maria gewidmet ist, und verbindet religiöse Motive und Figuren aus dem Kirchenjahr. Besucher können geführte Rundgänge mit Schauspielern sowie Audioguides erleben, die die Gemälde und die bewegte Geschichte der Brücke zum Leben erwecken. Auch wenn sie weniger berühmt ist als die Kapellbrücke, bleibt die Spreuerbrücke ein kulturell bedeutendes und visuell eindrucksvolles Wahrzeichen in Luzern.

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Tipp: Am besten besuchen Sie die Spreuerbrücke tagsüber, um die detaillierten Danse-Macabre-Gemälde im Inneren in Ruhe genießen zu können. Denken Sie darüber nach, eine geführte Tour zu buchen oder den verfügbaren Audioguide zu nutzen, um Ihren Besuch um historische Hintergründe zu bereichern. Tickets können häufig im Kombi-Ticket mit Besuchen in nahegelegenen Museen erworben werden. Ermäßigungen gibt es unter Umständen für Studierende, Seniorinnen und Senioren sowie Gruppen. Wer früh am Tag kommt, kann vor allem in der Hauptsaison helfen, Menschenmengen zu vermeiden.

Interessante Fakten

  • Die Spreuerbrücke ist eine von nur zwei erhaltenen überdachten Holzfußgängerbrücken in Luzern, die dritte (Hofbrücke) wurde im 19. Jahrhundert abgerissen.
  • Der Name geht auf die mittelalterliche Praxis zurück, Spreu (Spreu) von der Brücke aus in die Reuss zu werfen – eine in der Stadt einzigartige Erlaubnis.
  • Die Brücke beherbergt den größten bekannten Zyklus von Danse-Macabre-Gemälden: ursprünglich 67 Tafeln, heute sind noch 45 erhalten.
  • Die Danse-Macabre-Gemälde wurden unter der Leitung von Kaspar Meglinger zwischen 1616 und 1637 geschaffen und enthalten Porträts sowie Wappen von Stiftern und prominenten Luzerner Bürgern.
  • Eine kleine Kapelle, die der Jungfrau Maria gewidmet ist, ist in die Brücke integriert und zeigt Motive aus den Kirchenjahres-Zyklen.
  • Die englische Malerin Constance Mary Hemsworth war so beeindruckt von der Spreuerbrücke, dass sie in ihrem Garten in North Yorkshire (England) eine getreue Nachbildung errichtete.

Geschichte

Die Spreuerbrücke wurde im 13.

Jahrhundert erstmals errichtet, um den Mühlenplatz mit den Mühlen in der Mitte der Reuss zu verbinden.

1408

Die Verlängerung bis zum linken Ufer wurde etwa um 1408 fertiggestellt.

Die Brücke war einzigartig darin, dass das Einbringen von Spreu und Laub in den Fluss erlaubt war – ein Privileg, das sich aus ihrer Lage als niedrigste Brücke der Stadt ergab.

1566

1566 zerstörte eine Flut große Teile der Bausubstanz, was zu ihrem Wiederaufbau führte, einschließlich der Hinzufügung des Kornspeichers Herrenkeller.

1591

Der nördliche Teil wurde 1591 wiederaufgebaut, und weitere Veränderungen wurden im Jahr 1803 durch den Meisterzimmermann Joseph Ritter vorgenommen.

Die Brücke ist seither als geschütztes Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung in der Schweiz erhalten.

Ortsführer

1
Danse Macabre – Gemälde1616-1637
Kaspar Meglinger

Eine einzigartige Folge von 45 erhaltenen dreieckigen Holztafeln im Inneren der Brücke, die den Totentanz darstellen und die Unausweichlichkeit des Todes über alle gesellschaftlichen Schichten hinweg zeigen. Die zwischen 1616 und 1637 unter Kaspar Meglinger entstandenen Gemälde umfassen Stifterporträts und Wappen – ergänzt durch poetische Inschriften.

2
Kornspeicher HerrenkellerPost-1566
Unbekannt

Ein Kornspeicher, der im Zuge des Wiederaufbaus nach 1566 als südlicher Brückenkopf ergänzt wurde. Er steht heute zwischen dem Naturmuseum und dem Historischen Museum in Luzern.

3
Brückenkapelle „Maria auf der Reuss“

Eine kleine Kapelle, die in die Spreuerbrücke integriert ist und der Jungfrau Maria gewidmet wurde. Sie zeigt religiöse Motive und Figuren aus dem liturgischen Jahr – und verstärkt dadurch die spirituelle Atmosphäre der Brücke.

Kontakt

Telefon: 041 227 17 17