
Bourbaki Panorama
Luzern
Das Bourbaki Panorama ist ein beeindruckendes Rundpanorama in Luzern, Schweiz, das die Internierung der französischen Armée de l'Est in der neutralen Schweiz gegen Ende des Deutsch-Französischen Kriegs (1870–71) darstellt. Erschaffen wurde es vom Schweizer Künstler Édouard Castres und seinem Team, darunter Ferdinand Hodler. Das Panorama ist 115 Meter lang und ursprünglich etwa 14,5 Meter hoch. Es zeigt erschöpfte französische Soldaten, die in die Schweiz überqueren, sich entwaffnen und Hilfe von den Einheimischen sowie dem Schweizer Roten Kreuz erhalten – mit dem Fokus auf Schweizer Neutralität und Humanität statt auf militärischen Triumph. Seit 1889 wird das Gemälde in einem eigens dafür errichteten sechzehneckigen Gebäude präsentiert, begleitet von dreidimensionalen Figuren und Objekten, die die immersive Wirkung verstärken. Das Bourbaki Panorama gehört nach wie vor zu den wenigen erhaltenen riesigen Rundgemälden weltweit und steht zugleich für ein Kulturdenkmal und ein Zeugnis der Mediengeschichte des 19. Jahrhunderts.
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Tipp: Besuchen Sie das Bourbaki Panorama zwischen April und Oktober, wenn es täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet ist, und zwischen November und März mit leicht reduzierten Öffnungszeiten. Werfen Sie auch einen Blick auf eine der öffentlichen museumspädagogischen Führungen oder Sonderveranstaltungen – so vertiefen Sie Ihr Verständnis für das Kunstwerk und seinen historischen Kontext. Tickets gibt es vor Ort, doch in der Hauptsaison wird der Kauf im Voraus empfohlen. Für Gruppen, Kinder und Seniorinnen und Senioren sind möglicherweise Ermäßigungen erhältlich. Das Museum ist barrierearm zugänglich und bietet ein immersives 360°-Erlebnis – ideal für Besucherinnen und Besucher jeden Alters.
Interessante Fakten
- •Das Bourbaki Panorama zählt zu den wenigen noch erhaltenen riesigen Rundgemälden weltweit und stellt einen bedeutenden Teil der Mediengeschichte des 19. Jahrhunderts dar.
- •Édouard Castres, der Künstler, war während des Deutsch-Französischen Kriegs persönlich als medizinischer Freiwilliger bei der Armée de l'Est dabei.
- •Ferdinand Hodler, ein bedeutender Schweizer Maler, gehörte zu dem Team, das am Panorama arbeitete, und ist außerdem innerhalb des Gemäldes dargestellt.
- •Ursprünglich war das Panorama etwa 14,5 Meter hoch, wurde jedoch zweimal gekürzt – heute hat es eine Höhe von ungefähr 9,8 Metern.
- •Der immersive Effekt wird durch dreidimensionale Objekte verstärkt, die vor dem Gemälde platziert sind, etwa Figuren, militärische Ausrüstung und ein Eisenbahnwaggon.
- •Das Gebäude des Bourbaki Panoramas in Luzern wurde ursprünglich errichtet, um ein anderes Panorama unterzubringen: eine Darstellung der Schlacht von Sempach, die jedoch nie fertiggestellt wurde.
Geschichte
Das Bourbaki Panorama wurde 1876 von der Belgium Panorama Society in Auftrag gegeben, um die Internierung der französischen Armée de l'Est in der Schweiz nach ihrer Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg zu würdigen.
Édouard Castres, der als medizinischer Freiwilliger bei der Armee gedient hatte, leitete die Entstehung des Panoramas gemeinsam mit einem Team von Malern.
Zunächst wurde es 1881 in Genf ausgestellt, bevor es 1889 nach Luzern gebracht wurde, wo es seitdem zu sehen ist.
Im 20.
Jahrhundert wurde die Bildhöhe zweimal im Zuge von Umbauten reduziert.
2024 erhielt das Panorama eine umfangreiche Restaurierung, die sich auf das Beleuchtungssystem, die optischen Apparaturen und die Besucherplattform konzentrierte – so bleibt dieses historische Kunstwerk auch für künftige Generationen erhalten.
Ortsführer
Zentrale Aussichtsplattform1889
Die runde Plattform im Zentrum des Panoramas ermöglicht es Besucherinnen und Besuchern, mitten im Bild zu stehen – umgeben von dem 115 Meter langen Gemälde und mit dem Gefühl, sich direkt in der historischen Szene selbst zu befinden. Die Plattform umfasst originale Elemente aus dem Jahr 1889, darunter bemalte Metallgeländer und Sitzgelegenheiten, die kürzlich restauriert wurden.
Rundgemälde von Édouard Castres1881
Das Hauptwerk zeigt die Internierung der französischen Armée de l'Est in der Schweiz nach ihrer Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg. Dargestellt ist die Begegnung von General Justin Clinchant und dem Schweizer General Hans Herzog sowie wie französische Soldaten in die Schweiz gelangen und von den Einheimischen und dem Roten Kreuz Hilfe erhalten.
Räumlichkeiten rund ums Ausstellungsgeschehen
Das Museum zeigt wechselnde Sonderausstellungen, Bildungsprogramme und Veranstaltungen, die sich mit der Geschichte, der Kunst und der kulturellen Bedeutung des Panoramas sowie seinen Themen rund um Krieg, Neutralität und humanitäre Hilfe befassen.
Kontakt
Telefon: 041 412 30 30