Jesuitenkirche, Luzern

Jesuitenkirche, Luzern

Luzern

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Die Jesuitenkirche in Luzern, Schweiz, ist die erste größere Barockkirche des Landes, die nördlich der Alpen erbaut wurde. Gegründet durch den Jesuitenorden, der maßgeblich an der Gegenreformation beteiligt war, wurde die Kirche zwischen 1666 und 1677 errichtet, um Teil eines 1577 gegründeten Jesuitenkollegs zu sein. Architektonisch fällt besonders die eindrucksvolle Fassade mit ionischen Pilastern und Zwiebelturmen ins Auge, die im 19. Jahrhundert fertiggestellt wurden. Im Inneren ist vor allem die im 18. Jahrhundert Mitte dekorierte Gewölbedecke hervorzuheben, zudem die aufwendigen Stuckarbeiten von Heinrich Mayer und die reichen Fresken der Brüder Torricelli mit Darstellungen des Kirchenpatrons Franz Xaver. Der Hochaltar, entworfen von Christoph Bruck mit einem Gemälde von Francesco Innocenzo Toriani, verherrlicht Franz Xaver und spiegelt damit die weltweite Ausrichtung der jesuitischen Mission wider. Die Kirche bewahrt außerdem originale Messgewänder von Bruder Klaus, dem berühmten Schweizer Patrons. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie mehrfach renoviert, die jüngste Maßnahme wurde 2017 abgeschlossen – mit dem Ziel, ihre kulturelle und architektonische Bedeutung zu bewahren. An der linken Uferseite der Reuss in der Luzerner Altstadt gelegen, ist sie bis heute ein prägendes religiöses und historisches Wahrzeichen.

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Tipp: Besucher sollten unter der Woche kommen, um Menschenmengen zu vermeiden und die ruhige Atmosphäre zu genießen. Geführte Touren sind empfehlenswert, damit man die reiche Kunst und Geschichte der Kirche wirklich zu schätzen weiß. Tickets kann man oft vor Ort kaufen; es ist jedoch ratsam, auf der offiziellen Website nach besonderen Veranstaltungen oder Konzerten zu schauen. Die Kirche bietet spannende Einblicke in die Barockkunst und die Zeit der Gegenreformation – ideal für Geschichts- und Architekturfans. Die Barrierefreiheit ist gut, und das nahegelegene Luzerner Theater sowie die Altstadt bieten weitere Möglichkeiten zum Entdecken.

Interessante Fakten

  • Die Jesuitenkirche ist die erste große Barockkirche, die nördlich der Alpen in der Schweiz errichtet wurde.
  • Ihre mit Zwiebeln bekrönten Türme wurden erst 1893 fertiggestellt – mehr als 200 Jahre nach Beginn des Baus.
  • Das Gewölbe wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts neu gestaltet, mit Fresken der Brüder Torricelli.
  • Sie beherbergt die originalen Messgewänder von Bruder Klaus, einem renommierten Schweizer Schutzpatron.
  • Das Gemälde am Hochaltar zeigt Franz Xaver in himmlischer Verherrlichung und symbolisiert die weltweite jesuitische Mission.

Geschichte

1573

Die Jesuitenkirche wurde 1573 vom Stadtrat Luzerns in Auftrag gegeben, um als Reaktion auf protestantische Reformbewegungen in der Schweiz ein Jesuitenkolleg zu gründen.

1666

Der Bau der Kirche begann 1666; das Rohbauwerk und die Hauptfassade wurden bis 1673 fertiggestellt.

1677

Die Kirche wurde 1677 geweiht, obwohl Innenausstattung und Hochaltar in den folgenden Jahren fertiggestellt wurden, da finanzielle Einschränkungen bestanden.

1893

Die markanten Zwiebeltürme wurden deutlich später ergänzt, 1893.

Das Gewölbe wurde in der Mitte des 18.

2017

Jahrhunderts neu dekoriert, und die Kirche erfuhr in den 1950er- und 1970er-Jahren sowie zuletzt im Jahr 2017 umfangreiche Renovierungen, um ihren historischen Charakter zu bewahren.

Ortsführer

1
Hauptfassade1666-1677 (Fassade), 1893 (Türme)

Die Fassade der Kirche zeigt fünf vertikale Achsen und zwei Hauptgeschosse. Gliedert werden diese durch ionische Pilaster und horizontale Gesimse. Die oberen Giebel sind mit einem vergoldeten Kreuz gekrönt, und die achteckigen Glockentürme mit Zwiebeldomen sind eine Zutat aus dem 19. Jahrhundert.

2
Hochaltar1681
Christoph Bruck (Altar), Francesco Innocenzo Toriani (Gemälde)

Entworfen von Christoph Bruck auf Basis der Pläne von Heinrich Mayer, zeigt der Hochaltar dreistufige Säulen, Pilaster sowie einen gebrochenen segmentbogenförmigen Giebel. Das Altarbild von Francesco Innocenzo Toriani stellt die Verherrlichung des Franz Xaver dar – umgeben von Engeln und der Jungfrau Maria.

3
Innen-FreskenMitte des 18. Jahrhunderts
Giovanni Antonio und Giuseppe Antonio Torricelli

Die Fresken im Gewölbe von Giovanni Antonio und Giuseppe Antonio Torricelli zeigen die Missionsreisen des Franz Xaver. Symbolisiert wird dies durch Tiere wie einen Elefanten, ein Dromedar, ein Pferd und einen Geparden, die seinen Wagen ziehen.

4
Seitenkapellen und Stuckarbeiten1672-1673
Heinrich Mayer

Die Stuckdekorationen in den Seitenkapellen wurden von Heinrich Mayer geschaffen. Sie zeigen filigranes barockes Kunsthandwerk und einige der frühesten Beispiele des Wessobrunner-Schul-Stils in der Schweiz.

Kontakt

Telefon: 041 240 31 34