Viamala-Schlucht

Viamala-Schlucht

Graubünden

85/10060 min

Die Viamala-Schlucht im Kanton Graubünden, Schweiz, ist eine enge und steile Schlucht, die vom Fluss Hinterrhein ausgehöhlt wurde. Berühmt ist die Schlucht für ihre beeindruckenden Felsformationen: Die Klippen ragen bis zu 300 Meter in die Höhe. Außerdem sind dort uralte Spuren glazialer und fluvialer Erosion zu sehen, etwa tiefe Potholes. Historisch war die Schlucht eine zentrale und besonders anspruchsvolle Passage auf dem Weg zu den Alpenpässen von Splügen und San Bernardino. Die Geschichte reicht bis in die römische Zeit zurück, als für den Transit ein Pfad sowie Holzbrücken angelegt wurden. Über Jahrhunderte wurde der Weg weiter ausgebaut – mit Steinbrücken und Tunneln – was seine Bedeutung als Verkehrs- und Durchgangskorridor widerspiegelt. Heute können Besucher die Schlucht über Treppenanlagen und Wege erkunden und dabei sowohl die natürliche Großartigkeit als auch die Reste historischer Brücken und Wege erleben. Vor Ort gibt es außerdem ein Besucherzentrum mit geführten Touren, die sowohl die Natur- als auch die Transitgeschichte der Schlucht in den Fokus rücken. So ist der Ort ein lohnendes Ziel sowohl für Naturfans als auch für Geschichtsinteressierte.

Planen Sie Ihre Reise nach Schweiz mit KI

Erstellen Sie in wenigen Minuten einen detaillierten Reiseplan. KI schlägt die besten Orte, Restaurants und eine optimierte Route vor.

Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch der Viamala-Schlucht ist von Ende März bis Anfang November: Dann ist die Schlucht täglich geöffnet, im Sommer sogar mit verlängerten Öffnungszeiten. Wegen steiler Treppen und unebener Wege sollten Besucher festes Schuhwerk tragen. Tickets gibt es im Besucherzentrum; für Gruppen sind Ermäßigungen verfügbar. Geführte Touren werden donnerstags angeboten – von Mitte Juli bis Mitte August – und können auf Anfrage auch für Gruppen organisiert werden. Ein Besuch im Winter ist nicht möglich, da die Schlucht aus Sicherheitsgründen von November bis März geschlossen ist. Wer die Wanderwege in der Umgebung zwischen Thusis, Zillis und Andeer erkundet, macht das Erlebnis noch runder.

Interessante Fakten

  • Der Name „Viamala“ bedeutet im Rätoromanischen „schlechter Weg“ und verweist damit auf die historische Schwierigkeit der Schlucht als Transitroute.
  • Die Schlucht weist Felsformationen bis zu 300 Meter Höhe auf, geformt von Gletschern und dem Fluss Hinterrhein über Jahrtausende.
  • Römische Ingenieure bauten Felstunnel (Galerien) und hölzerne Brücken, um die Schlucht zu überwinden – einige wurden entweder erhalten oder durch moderne Bauwerke erinnert.
  • Die Große Viamala-Brücke, eine Betonkonstruktion als Hängebrücke, wurde von dem renommierten Schweizer Ingenieur Christian Menn entworfen und ist ein zentrales Element der modernen A13-Schnellstraße.
  • Die Fußgängerbrücke Traversinersteg wurde von Jürg Conzett entworfen, verbindet sichtbare Reste des römischen Weges und wurde nach einem Felssturz im Jahr 1999 wieder aufgebaut.
  • Der berühmte deutsche Filmregisseur Werner Herzog drehte Szenen in der Viamala für seinen Film „Herz aus Glas“ (1976).
  • Die Schlucht war seit Jahrhunderten ein strategischer Transitpunkt für Händler, Diplomaten und frühe Touristen auf dem Weg zu den Alpenpässen.

Geschichte

Die Viamala-Schlucht ist seit der römischen Antike eine wichtige Transitroute: Früh angelegte Wege und hölzerne Brücken erleichterten das Passieren.

1473

Im Jahr 1473 renovierten lokale Gemeinschaften den verfallenden mittelalterlichen Pfad und errichteten die erste Steinbrücke, Punt da Tgiern, die es ermöglichte, auch schwerere Lasten überzusetzen.

Im Verlauf des 18.

und 19.

Jahrhunderts wurde die Strecke mit neuen Brücken und Tunneln modernisiert, um das zunehmende Verkehrsaufkommen zu bewältigen.

Im 20.

Jahrhundert kam die Entwicklung der A13-Schnellstraße hinzu und der Bau der Großen Viamala-Brücke – einer bemerkenswerten Hängebrücke, die von Christian Menn entworfen wurde.

Diese Verbesserungen verlagerten den Transit weg von der Schlucht selbst, doch ihre historische Bedeutung blieb erhalten.

Heute verbinden Fußgängerbrücken wie der Traversinersteg sichtbare Reste alter Wege, sodass Besucher die reiche Geschichte und die natürliche Schönheit der Schlucht entdecken können.

Ortsführer

1
Besucherzentrum

Im Herzen der Schlucht gelegen, liefert das Besucherzentrum Informationen über die natürliche und historische Bedeutung der Viamala. Es beherbergt Ausstellungen und bietet geführte Touren an, die die Transitgeschichte und die geologische Entstehung der Schlucht nachzeichnen.

2
Treppe in die Schlucht

Eine Treppe mit 359 Stufen führt ins Zentrum der Schlucht hinab und ermöglicht Besuchern nahe Einblicke in alte Potholes sowie in die hohen Felswände.

3
Historische Brücken1936
Christian Menn (Große Viamala-Brücke)

Mehrere Brücken – darunter die Fußgängerbrücke Premoli und die Große Viamala-Brücke – zeigen die Entwicklung des Ingenieurwesens von mittelalterlichen Steinbrücken hin zu modernen Hängebrückenkonstruktionen.

Kontakt

Telefon: 081 650 90 30