Kirche St. Martin, Zillis

Kirche St. Martin, Zillis

Graubünden

75/10060 min

Die Kirche St. Martin in Zillis im Kanton Graubünden (Schweiz) ist eine romanische Saalkirche ohne Seitenschiffe, die für ihre kunstvoll bemalte Holzdecke aus der Zeit des frühen 12. Jahrhunderts bekannt ist. Die heutige Bausubstanz entstand zwischen 1096 und 1114; das Langhaus wurde mit Cipollino-Marmormauerwerk errichtet. Die bemalte Decke besteht aus 153 Holztafeln mit biblischen Szenen und symbolischen Motiven und zählt zu den seltenen erhaltenen Beispielen romanischer Kunst aus dieser Epoche. Außerdem besitzt die Kirche einen gotischen, gewölbten Chor, der 1509 ergänzt wurde, sowie einen 1677 installierten Turmaufsatz. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche mehrfach restauriert, besonders zwischen 1938 und 1940; zudem setzen sich bis heute weitere Maßnahmen zur Erhaltung fort. Die Kirche ist eine aktive Gemeinde der Evangelisch-reformierten Landeskirche Graubünden und bleibt in der Schweiz ein bedeutendes Kulturgut von nationaler Bedeutung. Die Fassade ist mit einer monumentalen Darstellung des Heiligen Christophorus geschmückt – ein Symbol für Schutz für Reisende und Pilger. Besucher können den außergewöhnlichen künstlerischen und historischen Wert der Decke bewundern und zugleich die architektonische Entwicklung der Kirche von den Mittelalter- bis zu den Reformationsperioden nachvollziehen.

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Tipp: Besuchen Sie die Kirche St. Martin während der täglichen Öffnungszeiten von 10:00 bis 17:30 Uhr, um das beste Erlebnis zu haben. Vermeiden Sie den Besuch an besonderen Schließdaten wie dem 13.–14. August sowie an bestimmten religiösen Anlässen wie dem Pfingstmontag, wenn die Kirche möglicherweise früher schließt. Prüfen Sie für Updates zu Konservierungsarbeiten, die den Zugang betreffen können, am besten die offizielle Website. Eine Vorausbuchung von Tickets ist nicht erforderlich, aber Besucher sollten die laufenden Erhaltungsmaßnahmen sowie saisonale Einschränkungen respektieren, um die empfindliche bemalte Decke zu schützen. Die beste Zeit für einen Besuch ist außerhalb der Hochsaison, damit Sie eine ruhigere Atmosphäre genießen können.

Interessante Fakten

  • Die bemalte Holzdecke besteht aus 153 Tafeln, die in neun Reihen mit je 17 Feldern angeordnet sind und biblische Szenen sowie symbolische Figuren aus der romanischen Zeit zeigen.
  • Die Decke ist eine von nur wenigen nahezu vollständig erhaltenen, unübermalten romanischen Holzdecken in Europa; vergleichbar sind nur seltene Beispiele wie die Alte Kirche in Dädesjö, Schweden.
  • Das Fresko des Heiligen Christophorus an der westlichen Fassade ist ein monumentales Gemälde, das Reisende vor dem plötzlichen Tod schützen soll – ein typisches Motiv des Mittelalters.
  • Die Deckenfelder wurden auf Tannenholz mit einer dünnen Putzgrundierung bemalt, was auf die Expertise des Künstlers in Techniken der Buchmalerei hinweist.
  • Die Kirche ist als „Kulturgut der Kategorie A“ von nationaler Bedeutung im Schweizerischen Inventar der Kulturgüter eingetragen.
  • Die 1940 installierte Heizungsanlage verursachte eine langsame Schädigung der Decke durch Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen, was zu Veränderungen in den Zusammenkunftsgewohnheiten der Gemeinde führte, um das Kunstwerk zu bewahren.

Geschichte

Archäologische Hinweise deuten auf eine Besiedlung in Zillis in der späten Römerzeit hin; die erste Kirche entstand etwa im 5.

oder 6.

Jahrhundert.

830

Eine zweite Kirche ist um 830 dokumentiert; sie wurde um 940 von Kaiser Otto dem Großen dem Bischof von Chur geschenkt.

1096

Die heutige romanische Kirche wurde zwischen 1096 und 1114 errichtet, einschließlich der unmittelbar danach erfolgten Installation der berühmten bemalten Holzdecke.

Im 14.

Jahrhundert fügte der Waltensburger Meister das Fresko des Heiligen Christophorus am westlichen Eingang hinzu.

1509

Der gotische Chor wurde 1509 ergänzt, und die Kirche trat im Zuge der Reformation der 1530er-Jahre in die Reformierte Kirche ein – dabei gingen einige Innenraumgemälde verloren, die Decke blieb jedoch erhalten.

1677

Der Turmaufsatz wurde 1677 neu aufgebaut; die großen Restaurierungen im 20.

Jahrhundert konzentrierten sich darauf, die Decke und die statische Substanz zu bewahren.

Ortsführer

1
Bemalte Holzdeckec. 1114
Unbekannt (möglicherweise ein kirchennaher Maler namens Lopicinus)

Diese außergewöhnliche Decke zeigt 153 quadratische Felder mit biblischen Szenen, darunter die Lebensgeschichte Christi, Gestalten des Alten Testaments wie König David und Salomo sowie symbolische Meerwesen, die das Böse verkörpern. Die Felder sind in einem Raster aus neun Reihen und siebzehn Spalten angeordnet und verdeutlichen hohe romanische Kunstfertigkeit mit kräftigen Farben und detaillierter Bildsprache.

2
Fresko des Heiligen Christophorus an der Westfassade1320-1340
Waltensburger Meister

Zwischen 1320 und 1340 vom Waltensburger Meister gemalt, bedeckt dieses große Fresko die westliche Eingangs- bzw. Fassadenseite. Der Heilige Christophorus, Schutzpatron der Reisenden und Pilger, wird dargestellt, um die Besucher vor dem plötzlichen Tod zu bewahren; begleitet wird er von einem schützenden Dach.

3
Gotisch gewölbter Chor1509
Andreas Bühler

Der 1509 von dem Architekten Andreas Bühler aus Kärnten hinzugefügte polygonal gewölbte Chor steht als spätere gotische Ergänzung der romanischen Kirche im Kontrast zum Langhaus und verleiht dem Bau sowohl räumlich als auch stilistisch mehr Komplexität.

4
Romanischer Turm mit oktogonalem Turmhelm12. Jahrhundert (Turmhelm 1677)
Peter Zurr (Turmhelm)

Der Kirchturm, der im frühen 12. Jahrhundert errichtet wurde, erhielt im Jahr 1677 von Peter Zurr den heutigen oktogonalen Turmhelm. Auf der Ostseite unter dem Glockenstuhl ist ein großes, farbiges Ziffernblatt zu sehen.

Kontakt

Telefon: 081 661 22 55