
Hölloch-Höhle (Glarus)
Glarus
Die Hölloch-Höhle ist ein weitläufiges Karsthöhlensystem im Muotatal im Kanton Schwyz, Schweiz. Sie ist die längste Höhle der Schweiz und die zweitlängste in Europa – mit über 212 Kilometern vermessener Gänge. Die Höhle hat drei Hauptniveaus; die unterste Ebene liegt größtenteils unter dem Karstwasserspiegel, also überwiegend unter Wasser. Die Erkundungen begannen 1875, mit systematischen Forschungen ab 1889. Die frühen Bemühungen im 20. Jahrhundert um Elektrifizierung und touristische Erschließung wurden jedoch nach einer zerstörerischen Flut im Jahr 1910 gestoppt. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Forschung wieder Fahrt auf und führte zu deutlichen Erweiterungen der bekannten Höhlenlänge. Berühmt ist das Höhlensystem für sein komplexes Netz an Galerien, die nach ihren Entdeckern oder nach charakteristischen Merkmalen benannt sind – etwa der „Schlangengang“ und der „Rittersaal“. Die modernen Erkundungen verfeinern weiterhin den kartierten Umfang der Höhle; begleitende hydrologische Studien sollen den Wasserfluss und Hochwasserrisiken besser verstehen. Auch das einzigartige Ökosystem der Höhle brachte Entdeckungen wie die winzige Pseudoskorpion-Art Pseudoblothrus infernus hervor. Heute werden geführte Touren vom Trekking Team AG organisiert und bieten Besuchern Einblicke in eine der beeindruckendsten unterirdischen Landschaften Europas.
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Tipp: Besucher sollten empfohlen bekommen, geführte Touren im Voraus über das organisierende Unternehmen zu buchen – besonders in der Hochsaison. Am besten besucht man die Höhle in den wärmeren Monaten: Dann ist der Zugang einfacher und die Hochwasserrisiken sind geringer. Aufgrund der Komplexität der Höhle und der Wasserstände setzen Touren eine gute körperliche Verfassung und passende Kleidung voraus. Für Gruppen, Kinder und Senioren sind möglicherweise Ermäßigungen verfügbar. Beachten Sie außerdem: Einige Bereiche sind nur für erfahrene Cavers oder Forschende zugänglich. Öffentliche Touren konzentrieren sich daher auf die sichereren, erschlossenen Abschnitte.
Interessante Fakten
- •Hölloch ist die längste Höhle der Schweiz und die zweitlängste in Europa – mit über 212 km erforschten Passagen.
- •Das Höhlensystem besteht aus drei Ebenen, wobei die unterste größtenteils unter Wasser steht.
- •2010 wurde in der Höhle eine neue Pseudoskorpion-Art entdeckt: Pseudoblothrus infernus.
- •Hochwasser hat Entdecker in der Vergangenheit historisch bedingt mehrere Tage lang in der Höhle eingeschlossen.
- •Die Höhlengänge sind oft nach ihren Entdeckern oder nach markanten Merkmalen benannt – etwa der „Schlangengang“ und der „Rittersaal“.
- •Seit 1980 wurden mehrere Eingänge entdeckt, was die Sicherheit und den Zugang verbessert.
Geschichte
Der Eingang zum Hölloch war den ortsansässigen Bewohnern seit Jahrhunderten bekannt; die erste dokumentierte Erkundung erfolgte 1875 durch Alois Ulrich.
Die systematische Erkundung begann 1889.
1905 machte eine belgisch-schweizerische Gesellschaft die Höhle für den Tourismus nutzbar und installierte elektrische Beleuchtung sowie Infrastruktur.
Eine Flut im Jahr 1910 zerstörte diese Einrichtungen und beendete die frühe touristische Nutzung.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Forschung wieder aufgenommen; 1949 wurde das erste Bivouak eingerichtet.
In den 1990er-Jahren erwarb das Trekking Team AG die Rechte zum Betrieb der Touren.
Die kartierte Länge der Höhle wuchs von 172 km in den 1990er-Jahren auf über 200 km bis 2012 – und zählt damit zu den längsten bekannten Höhlensystemen Europas.
Ortsführer
Eingang und Besucherbereich
Der Haupteingang liegt oberhalb der Ortschaft Stalden im Muotathal und ist der Ausgangspunkt für geführte Touren. Er verfügt über Besucher-Einrichtungen und dient als Ort für Sicherheitsbriefings.
Schlangengang
Ein sich windender, schmaler Korridor, der nach seiner schlangenartigen Form benannt ist. Er bietet einen anspruchsvollen Abschnitt für Erkundende und ist ein Highlight für Fortgeschrittene.
Rittersaal
Eine große, geräumige Kammer innerhalb des Höhlensystems. Sie ist vor allem wegen ihrer beeindruckenden Größe und der geologischen Formationen bekannt.
Forschungs-Bivouacs1949
Mehrere Bivouacs innerhalb der Höhle bieten Schutz und Material für Forschende und erfahrene Erkundende – und ermöglichen dadurch lange Expeditionen.