
Tödi
Glarus
Tödi steht mit dem höchsten Gipfel Piz Russein (3.613 Meter) als der höchste Berg der Glarner Alpen und des Kantons Glarus (Schweiz). Das gewaltige Massiv hat drei Hauptgipfel: Sandgipfel, Glarner Tödi und Piz Russein – wobei Letzterer der höchste und bedeutendste ist. Geografisch liegt Tödi an der Grenze zwischen den Kantonen Glarus und Graubünden, nahe der Einmündung Richtung Uri, und wird von bedeutenden Gletschern wie dem Biferten-Gletscher und dem Sandgletscher eingerahmt. Geologisch ist das Massiv geprägt von Gneis und metamorphem Tonschiefer, mit auffälligen Schichten aus Dolomit und jurassischem Kalkstein. Die steilen, vergletscherten Flanken machen den Aufstieg zu einer anspruchsvollen Tour – historisch wurde Tödi erstmals 1824 bestiegen, durch Augustin Bisquolm und Placi Curschellas, angeleitet von Placidus a Spescha. Der Berg nimmt einen besonderen Platz in der Geschichte des Schweizer Bergsteigens ein: Die nahe der Gletscher gelegene Grünhornhütte ist die erste Hütte des Schweizer Alpen-Clubs. Heute führen die Normalwege von der Fridolinshütte und der Punteglias-Hütte aus; sie verlaufen über Gletscher und durch felsige Passagen und bieten Bergsteigern ein forderndes, aber lohnendes alpines Erlebnis.
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Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch von Tödi ist die Sommersaison zum Klettern, wenn die Wetterlage meist stabiler ist. Wer den Gipfel anpeilt, sollte sich auf die Gletscherbegehung sowie das Gehen und Navigieren in Gletscherspalten vorbereiten – idealerweise mit erfahrenen Bergführern. Unterkünfte wie die Fridolinshütte empfiehlt es sich, besonders in den Monaten mit Hochbetrieb frühzeitig zu buchen. Die Grünhornhütte ist zwar als Museum erhalten, dient jedoch nicht mehr als Übernachtungsmöglichkeit. Vor einem Aufstieg sollten Besucher unbedingt die lokalen Wettervorhersagen und den Zustand der Gletscher prüfen. Für Mitglieder des Schweizer Alpen-Clubs können Rabatte für Hüttennächtigungen und geführte Touren verfügbar sein.
Interessante Fakten
- •Tödi ist der höchste Gipfel des Kantons Glarus und der Glarner Alpen.
- •Das Bergmassiv umfasst drei Hauptgipfel: Sandgipfel, Glarner Tödi und Piz Russein – der höchste.
- •Der an Tödi angrenzende Biferten-Gletscher ist etwa 4 Kilometer lang und stark zerklüftet.
- •Die Grünhornhütte nahe Tödi war die erste Bergsteigerhütte, die vom Schweizer Alpen-Club errichtet wurde.
- •Der Name „Tödi“ leitet sich vermutlich vom Schweizerdeutschen „d’Ödi“ ab und bedeutet eine öde oder verlassene Gegend.
Geschichte
Das Massiv Tödi wurde erstmals im frühen 19.
Jahrhundert von dem Benediktinermönch Placidus a Spescha angegangen.
Er machte mehrere Besteigungen, erreichte den Gipfel jedoch nicht selbst.
Die erste erfolgreiche Besteigung gelang am 1.
September 1824 durch Augustin Bisquolm und Placi Curschellas, geführt von Spescha.
1863 wurde der Schweizer Alpen-Club gegründet, wobei Tödi als ein zentrales Gebiet für Erkundungen bestimmt wurde – und man errichtete die Grünhornhütte nahe dem Biferten-Gletscher, die erste Bergsteigerhütte des Clubs.
Im Laufe der Zeit haben sich Kletterrouten und die bergbezogene Infrastruktur weiterentwickelt: Das verbessert zwar den Zugang, doch der Berg bleibt trotz allem ein herausforderndes Ziel.
Ortsführer
Piz Russein (Gipfel)
Der höchste Gipfel des Tödi-Massivs mit 3.613 Metern Höhe – mit weitem Blick über die Glarner Alpen und anspruchsvollem Gletschergelände, um den Gipfel zu erreichen.
Biferten-Gletscher
Ein gewaltiger, steiler und stark zerklüfteter Gletscher südöstlich von Tödi. Er entsteht in einem großen Schneebecken und wird von Gipfeln wie Stoc Grond und Bifertenstock flankiert.
Grünhornhütte1863
Die erste Bergsteigerhütte des Schweizer Alpen-Clubs nahe dem Biferten-Gletscher. Heute ist sie als Museum erhalten – statt als Unterkunft.
Sandgipfel- und Glarner Tödi-Gipfel
Die nördlichsten und zweithöchsten Gipfel des Massivs. Sie sind jeweils vom Ober Sand Alp und vom Stachelberg aus zu sehen und bilden zusammen mit Tödi einen Teil des markanten Dreifachgipfels.