Stadtkirche Glarus

Stadtkirche Glarus

Glarus

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Die Stadtkirche Glarus, auch als Glarus Town Church bekannt, ist die Hauptkirche der Reformierten in der Gemeinde Glarus in der Schweiz. Sie wurde zwischen 1863 und 1866 vom Architekten Ferdinand Stadler im neoromanischen Stil errichtet und ersetzte die vorherige Kirche, die im verheerenden Brand von 1861 zerstört wurde, welcher weite Teile von Glarus in Schutt und Asche legte. Der Entwurf der Kirche zeigt einen Basilika-Grundriss mit Mittelschiff und zwei Seitenschiffen, die zusammen ein Kreuz bilden, dazu runde Bögen auf runden Säulen und eine flache hölzerne Decke – so entsteht ein weitläufiger, monumentaler Innenraum. Ihre zwei Türme und die prächtigen Rosettenfenster über den Eingängen tragen wesentlich zur imposanten Wirkung im Stadtbild bei. Etwa ein Jahrhundert lang diente die Kirche gleichzeitig sowohl den reformierten als auch den römisch-katholischen Gemeinden, bis 1964, als die katholische Gemeinde in ihre eigene Fridolinskirche umzog. Im Inneren gab es ursprünglich reiche, dekorative Wandmalereien sowie liturgische Ausstattung, die im Zuge einer Renovierung 1927 bis 1928 unter Leitung des Architekten Karl Moser verändert wurden und ausdrucksstärkere Farbschemata einführten. Ein Brand im Jahr 1940 beschädigte den Innenraum schwer, sodass es zu einer Rekonstruktion mit zurückhaltenderer Gestaltung durch Daniel Aebli und Albert Affentranger kam. Weitere Restaurierungen im späten 20. Jahrhundert stellten vieles vom ursprünglichen architektonischen Charakter wieder her; dafür erhielt die Kirche 2001 die Europa Nostra Medal. Heute ist die Kirche weiterhin ein bedeutender spiritueller und kultureller Ort – mit Gottesdiensten und großen Konzerten.

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Tipp: Besucher sollten die Kirche unter der Woche besichtigen, wenn Gottesdienste und Konzerte seltener sind – das sorgt für ein ruhigeres Erlebnis. Es empfiehlt sich, geführte Touren im Voraus zu buchen, um die architektonischen Details und die bewegte Geschichte in Ruhe zu entdecken. Am besten lässt sich die Kirche im Frühling oder frühen Sommer besuchen, wenn die Stadt lebendig und gut erreichbar ist. Für Gruppen oder Teilnehmer kultureller Veranstaltungen können Rabatte verfügbar sein. Prüfen Sie die offizielle Website oder kontaktieren Sie das Pfarramt für aktuelle Besuchszeiten und Veranstaltungstermine.

Interessante Fakten

  • Die Kirche wurde nach dem katastrophalen Brand von 1861 in Glarus wiederaufgebaut, bei dem 593 Gebäude zerstört wurden und die Stadt schwer getroffen wurde.
  • Etwa 100 Jahre lang wurde die Kirche gleichzeitig von protestantischen und katholischen Gemeinden genutzt – eine seltene Konstellation, die als Simultankirche bekannt ist.
  • Die Renovierung von 1927 bis 1928 durch Karl Moser, einen Pionier der modernen Architektur in der Schweiz (bekannt u. a. für die Antoniuskirche in Basel), brachte ausdrucksstarke Farbschemata; diese wurden nach einem Brand von 1940 später wieder gedämpft.
  • Die Kirche erhielt 2001 die renommierte Europa Nostra Medal für ihre umfangreiche und sorgfältige Restaurierung.
  • Die beiden Zwillings­türme und die großen Rosettenfenster sind prägende architektonische Merkmale, die die Silhouette von Glarus bestimmen.

Geschichte

1861

Die ursprüngliche Kirche in Glarus wurde während des großen Stadtbrandes im Mai 1861 zerstört, der etwa zwei Drittel der Stadt verwüstete.

1863

Die heutige neoromanische Kirche wurde von 1863 bis 1866 auf der Grundlage von Plänen durch Ferdinand Stadler errichtet; dabei galt es, Budgetherausforderungen und Entwurfsdebatten zu überwinden.

1927

In den Jahren 1927 bis 1928 leitete der Architekt Karl Moser eine bedeutende Renovierung, die kräftige Farben und ein modernisiertes Kircheninnere einführte – obwohl ein Brand im Jahr 1940 große Schäden verursachte und anschließend eine Wiederherstellung in zurückhaltenderem Stil nötig machte.

1964

Die Kirche diente bis 1964 gleichzeitig protestantischen und katholischen Gemeinden, als die Katholiken in ihre eigene Kirche umzogen.

1995

Eine große Restaurierung von 1995 bis 1999 brachte einen Großteil der Kirche in ihre ursprüngliche Gestaltung zurück; dies führte 2001 zur Verleihung der Europa Nostra Medal für den Erhalt des kulturellen Erbes.

Ortsführer

1
Hauptschiff und Basilika-Grundriss1863-1866
Ferdinand Stadler

Das Kircheninnere ist als neoromanische Basilika gestaltet: mit Mittelschiff und zwei Seitenschiffen, die zusammen eine Kreuzform ergeben. Dazu kommen runde Bögen auf runden Säulen sowie eine flache hölzerne Decke – so entsteht eine großzügige und monumentale Atmosphäre.

2
Zwillings­türme und Rosettenfenster1863-1866
Ferdinand Stadler

Die beiden imposanten Türme flankieren den Haupteingang und werden durch prächtige Rosettenfenster ergänzt, die der Fassade eine monumentale und zugleich dekorative Wirkung verleihen. So wird die Kirche zu einem markanten Wahrzeichen in Glarus.

3
Innenrenovierung durch Karl Moser (1927-1928)1927-1928
Karl Moser

Bei dieser Renovierung wurden ausdrucksstarke Farbschemata mit satten Rottönen und Blautönen eingeführt. So wurde das Kircheninnere modernisiert und an zeitgenössische architektonische Trends angepasst, obwohl einige geplante dekorative Elemente nicht umgesetzt wurden.

4
Wiederaufbau nach dem Brand (1940)1940
Daniel Aebli, Albert Affentranger

Nach einem Brand, der 1940 schwere Schäden verursachte, bauten die Architekten Daniel Aebli und Albert Affentranger das Kircheninnere mit zurückhaltenderer Ästhetik wieder auf. Im Fokus standen Verbesserungen der Sicherheit sowie eine einfachere Farbpalette, die den Stil der Neuen Sachlichkeit widerspiegelt.

5
Restaurierung und Europa-Nostra-Auszeichnung (1995-1999)1995-1999
Godi Hirschi (Maler), Kurt Sigrist (Bildhauer)

Eine umfassende Restaurierung stellte große Teile der Außen- und Innenansicht der Kirche in ihren ursprünglichen Zustand aus dem 19. Jahrhundert zurück – einschließlich Farbschemata und Bodenbeläge. Den Abschluss bildete die Europa Nostra Medal für den Erhalt des kulturellen Erbes.

Kontakt

Telefon: 055 640 53 37